Dienstag. Heute, wie eigentlich jeden Morgen, als erstes Spiegel online gelesen. Erfahren, dass US-Internetunternehmen wie Google, Yahoo, Microsoft, Facebook nun ein großes Problem los sind: das Gemunkel, sie würden sich NSA und Co. gegenüber kooperativ verhalten. Ab sofort dürfen sie nämlich bekannt geben, welche Behörde (NSA, FBI) wie oft Informationsanfragen bei ihnen stellt. Das ist ja toll! Das ist also die Obama-Transparenz-Offensive: Die NSA macht ihren Schweinejob einfach weiter, aber wir wissen es! Und was bedeutet das nun für mich? Ich glaube, im Moment fehlt mir noch die Phantasie, mir die Konsequenzen in allen Details auszumalen…
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Über das Anfertigen von Bildnissen
Sonntag. PM ist in Ashuluk / Kaschstan bei der Flugabwehr gewesen ein erstklassiger Zähnezieher ohne Vorkenntnisse ein erstklassiger Bauchchirurg mit vielen Vorkenntnissen mehrfacher Breulerdieb Verwüster von Stiefmütterchenbeeten als „politisch unzuverlässig“ klassifiziert. Hat unter den Augen der Wahlbeobachter alle auf der Wahlliste genannten Genossen sauber mit dem Lineal durchgestrichen. Besitzer einer roten, russischen Offiziersmütze mit Suffkopp in Eisenach in den falschen Zug gestiegen und versehentlich Richtung Bebra gefahren in Gerstungen in U-Haft eingesessen wissenschaftlicher Autor aus Leidenschaft ein Sonnenblumen- und Tulpenliebhaber ein besserer Mühlespieler als ich der perfekte Steak-Zubereiter einer, der im Kino laute Kommentare ablässt und sich entschuldigt, um danach
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… das abendliche Telefonat mit PM – Highlight des Tages.
WeiterlesenBriefkastentante
Liebe Juliane, (…) Vor ein paar Monaten traf ich dann im Fitnessstudio meine aktuelle „Beziehung“, alles scheint unkompliziert, schön und leidenschaftlich. Ich weiß nur nicht, wie lange ich diese Leichtigkeit noch ertrage. Verstehst Du das? Wenn die intellektuelle Ebene einfach nicht existiert? Keine inspirierenden Gespräche über Politik, Kultur, Kunst, gesellschaftliche Entwicklungen … Ich schreibe Dir ganz offen … Interesse zu antworten? Liebe Grüße Bernd Lieber Bernd, don’t panic! Seit ich mich mit dem Thema Leidenschaft auseinander setze, wundere ich mich über nichts mehr. Du schreibst sehr offen – was mir gefällt – über Deine alte, über Deine noch ältere
WeiterlesenPartytime
Montag. Zutaten für eine coole Party: keine allzu homogene Gästeliste, Streit und Eintracht in kalkulierbarer Ergänzung, mehr Singles als Paare, maximal ein Superselbstdarsteller, möglichst niemanden von der Political-Correctness-Front, aber auch niemanden ausgrenzen, führt bloß zu unangenehmen Nachfragen. 1 Kanne Bowle mit in Cognac eingelegten Früchten Prosecco ausreichend Essen, kalte Platten, Kuchen, Nachtisch … Kunst und Kultur, Sketch von und mit Ch. und J., Easy listening, Cross-over Musik/Wort/Darstellung alle Zimmer öffnen, Stühle auf Terrasse und Balkon
WeiterlesenAnsagen
Sonntag. PM sagt: Ich habe Vorfreude. Dann waren die nicht bei der Sache! Sonne lacht, Blende acht. Aber da gewinnst du bestimmt. Quatsch mit Soße!
WeiterlesenMein rosa Handy
Mittwoch. Mein altes, roséfarbenes Handy gibt, glaube ich, langsam den Geist auf. Das finde ich sehr traurig. Ich habe es vor ca. sieben Jahren bisschen prollmäßig bei einem TV-Verkaufssender bestellt. Nokia. Retro, schon damals. Jetzt noch mehr retro. So viele allerliebste, liebenswerte SMSse sind da gespeichert, die schreibe ich jetzt Abend für Abend alle ab. Sieben Jahre im Schnelldurchlauf. Das ist manchmal schlimm und oft anrührend und schön. Mannomann. Es ist viel Arbeit. Ich drucke das dann mal aus, für L. und T., weil die meisten doch von ihnen sind.
WeiterlesenBenjamin Stein: Die Leinwand
Montag. „Ich bin Verleger und Autor. Viele Stunden am Tag … bin ich mit Geschichten beschäftigt, mit Biographien, Vorfällen, unerhört oder alltäglich, in jedem Fall aber mit Material, lauter Fetzen Realität, die samt und sonders verdienen, liebevoll fiktionalisiert zu werden. Oder die bereits fiktionalisiert sind. Niemand wüsste besser als ich, dass die Grenze zwischen Realität und Fiktion in jeder Erzählung mäandernd inmitten der Sprache verläuft, getarnt, unfassbar – und beweglich. Selbst das Wort ‚Wirklichkeit‘ führt ins Unwägbare. Wer könnte sagen, ob es ein Synonym für Realität ist oder nicht doch vielmehr für all das steht, was wirkt – ein sehr
WeiterlesenSolotänzer
Mittwoch. Die Frage, wie andere mit dem Alleinsein zurecht kommt, mit der ich ursprünglich eine Umfrage starten wollte, weil es mich interessiert, wie sie das hinbekommen, diese Frage ist falsch gestellt. Es müsste heißen (oder zumindest wäre das der für mich interessantere Aspekt): Willst du für immer allein bleiben, oder ist das für dich ein vorübergehender Zustand? Das ist eine Sache der Perspektive, ob du der perfekte Solotänzer werden willst, der sich alleine auf der Bühne verbeugt, weil er alles alleine geschafft hat und dem folglich alleine auch der Applaus zusteht, oder ob du – langfristig gesehen – im Duett
WeiterlesenDie Andere
Montag. Giulia will bei mir Fernsehen gucken. Sie will auch mit ihrem Laptop an meinem Esstisch sitzen. So hatte ich mir das aber eigentlich nicht gedacht. Ich will von deinem Tellerchen essen, ich will in deinem Bettchen schlafen, denke ich böse. Oder ist sie einfach nur anhänglich? Giulia will hier noch ein zweites Regal, da noch mehr Platz für ihre „Ceralien“, wie sie ihr Müslischachteln nennt, und an der Badezimmertür will sie einen eigenen Haken. Für ihren Bademantel. Muss sich alles erst einpendeln, denke ich, als sie mit ihrem Laptop die Treppe raufstiefelt und mich mit ihren dunklen, durch die
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