Ordnung und Struktur

Donnerstag. Eins meiner Lieblingsthemen: Der Ordnungsgedanke im Barockzeitalter. Er folgt so einer unheimlich nachvollziehbaren Logik … Aus dem Chaos des 30-jährigen Krieges gingen die komplexen Bach-Fugen, üppige Kirchenbauten mit viel Gold und Stuck, das Stillleben als eigenständige Gattung der Malerei und – die deutschen Sprachgesellschaften hervor. Die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, sich der Ästhetik von Schrift und Sprache zu widmen, z.B. das Komma durch den Schrägstrich zu ersetzen (man stelle sich vor, da denkt einer mitten im Krieg über die Ästhetik des Kommas nach!), französische Wörter zu eliminieren oder das Figurengedicht zu erfinden, bei dem die äußere Form

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Aufsicht

Mittwoch. Stehe ich heute in der Pause bei lauter netten Mädels im Hof, die mich mit ihren skurrilen Geschichten ganz großartig unterhalten, und sage, Leute, ich muss jetzt mal rumschauen, ob es irgendwo Schlägereien gibt, ich bin doch die Aufsicht, da sagt eine: Sie sind nicht wie eine Lehrerin, Sie sind unsere Freundin. Da bin ich doch einigermaßen platt. Oft genug habe ich als Jugendliche postuliert: Lehrer stehen auf der anderen Seite, auch wenn sie noch so nett tun. Ich war da sehr konsequent. Eine Lehrperson war Feind und konnte nicht Freund sein. Na ja, höchstens gefühlt. Natürlich hatte ich

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Wir haben das Sagen!

Samstag. Straßenschlachten, vollkommen sinnentleert und nur eruptive Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Notärzte, machen mir Angst. Fünf Tote, viele  Verletzte, massenhaft Einsätze von Menschen, deren Job es ist, sich auch für Idioten einzusetzen – zusammengenommen lesen sich die Bilder der Silvesternacht 2024/25 wie ein dem Staat ausgestelltes Nichtversetzungszeugnis. Feuerwerkskörper, die mit dem dumpfen Wums von Kriegsbomben detonieren, um mit der tausendfachen Sprengkraft eines Chinakrachers die Fensterscheiben der umliegenden Häuser zu zerbrechen, sind in meinen Augen kein Feiermedium zum Empfang des neuen Jahres, sondern Waffen. Sind ja auch verboten. Werden aber aus Osteuropa eingeführt und hemmungslos zum Einsatz gebracht, sogar im

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Stille Tage dazwischen

Samstag. Da isst man noch die Reste vom Feste und hängt ansonsten ermattet in den Seilen. Es reicht gerade so zum Telefonieren, ein bisschen Aufräumen, Filmegucken. Erschreckendes macht die Runde, aber ich zeige Resilienz. Schönes Wort, Schöne Eigenschaft. Der nächste Familientag ist in Planung, soll wieder bei uns stattfinden. Ich bin dabei. Und jetzt erstmal mittagschlafen …

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Input

Freitag. Wer sich statt uninspirierendem Presse-und-Funk-Einheitsbrei mehr Gehaltvolles von unabhängigen Denker*innen wie Michael Lüders, Dr. Gabriele Krone-Schmalz, Dr. Svenja Flaßpöhler oder dem Ex-Bundeswehrgeneral Dr. Erich Vad zu hören/lesen/sehen wünscht, der/die muss schon den Freitag abonnieren. Immer wieder Donnerstag weitet er meinen Horizont mit Beiträgen über Leute, die es wagen, sich jenseits des medialen Wunschdenkens über Ukrainekrise, Corona-Aufarbeitung undsoweiter auszulassen, dafür aber nicht mehr eingeladen werden in all die Talkshows und Redaktionsstuben, auf die sie wahrscheinlich sowieso keinen Bock mehr haben. Ich wundere und rege mich nicht mehr auf. Abonnements auf früher als relevant erachtete Wochenmagazine habe ich längst gekündigt, die

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Voilà

Was wirklich zählt -18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten ganz vorne in der Schüren Print Verlagsvorschau Frühjahr 2025. Das wunderschöne, von Christiane Hemmerich gestaltete Cover hat  sicher zur guten Platzierung beigetragen. Bin sehr, sehr glücklich. Und erleichtert.

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Alles wird besser

Donnerstag. Schöne Silvesterfeier. Die schönste meines Lebens!, behauptet Frieder gleich zweimal und schmeichelt meiner Gastgeberinnenseele. Ja, ich glaube, feiern kann ich, ist mir in die DNA geschrieben von meinen sehr gastfreundlichen und großzügigen Eltern und eines der Dinge, die ich mit uneingeschränkter Zustimmung von ihnen übernommen habe. Morgen gehts nach Weimar zu einem RA-Termin in einer etwas lästigen Angelegenheit, und danach gleich weiter zu Frieder und Katrin, die den Termin so schnell für mich klarmachen konnten. Gemeinsames Mittagessen bei ihnen zuhause, Frieder ist Premiumkoch, zum Quatschen bietet sich ja dann reichlich Stoff – und wieder was zum Freuen. Yeah! Mein neues

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Weihnachten – Freunde, Essen, Terroristen

Montag. Das Jahr geht zuende. Meine Wohnung ist wieder still, nachdem drei Tage lang acht Lieblingsmenschen hier gespielt, getobt, gekocht, gegessen, erzählt, gelacht und gefeiert haben. Es war ein schönes Jahr. Viele Pflänzchen im Privaten und im öffentlichen Raum sind gesetzt, die hoffentlich in 2025 Blüten tragen und zu Sträuchern und Bäumen anwachsen werden. Der furchtbare Anschlag in Magdeburg mit fünf Toten und über 200 Verletzten hat einen Schatten über Weihnachten geworfen, egal in welcher Region Deutschlands. Klar müsste jetzt jedem sein: Es kann überall und jederzeit passieren, das ist der neue Kampfmodus des Terrorismus: Einzeltäter, die aus sich heraus

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