Mittwoch, Menaggio. Das ist eins dieser Treppenhäuser, wie man sie von Spielfilmen kennt, unendlich tief und mörderisch dekorativ. Und irgendwann fliegt einer runter und bleibt in seinem Blut liegen – aufgeschlagen auf Art Deco Fliesen oder, wie hier, auf gold-türkis gemustertem Teppichboden. Tot wäre er trotzdem, es sei denn, es gelänge ihm im Abwärtsflug, sich an eine der Kugellampen zu klammern, die von ganz oben bis ins Erdgeschoss herabhängen.
Das Treppenhaus mit seinem weißen Schmiedeeisengeländer und dem Handlauf aus goldgelbem Wurzelholz hält den Blick nicht lange gefangen. Vielmehr wird er, kaum ist man durch die Eingangstür getreten, von der Aussicht auf der gegenüberliegende Seite gebannt. Einen Moment bleibt er auf den gold- und türkisfarbenen Polstergruppen des Salons mit seinen Kronleuchtern und Kunstgegenständen hängen, um dann unweigerlich auf den Garten mit dem türkis gekachelten Pool und dem türkisblauen Comer See direkt dahinter zu fallen.
Dieser Durchblick, diese überzeugende Farbharmonie lassen die Vermutung aufkommen, dass sich auf einem der Sofas & Sesselchen kein Geringerer als Cary Grant lümmelt, ins Gespräch mit Doris Day vertieft. Oder James Bond, der seine Weltrettermission eben mal unterbricht, um eine italienische oder französische Gespielin rumzukriegen, die sich natürlich als KGB-Agentin entpuppen wird.
Die Dusche ist wie im Osten, fasst PM den fragwürdigen Zustand des Badezimmers zusammen. Das Frühstück auf der Seeterrasse und die Stille der Zimmer mit ihren bodenlangen, doppelten Vorhängen ist dagegen wie im Himmel. Das ganze Haus duftet nach Kaffee, frischer Wäsche und Vanille. Es umarmt dich, sobald du es betrittst. Du läufst die Treppen hoch und runter (obwohl auch der Aufzug ein Erlebnis für sich ist) und willst nie wieder weg …
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