Sahararegen

Es regnet, und mein Mantel ist mit braunen Flecken übersät. Was ist das denn, sage ich, und I., die ich am Mittag zusammen mit ihrem Bruder zum Anwalt begleitet habe, sagt: Das ist Sahararegen.
Ach, deshalb diese retro Himmelsfarbe. Wir setzen uns in ein Café. Die beiden sind ganz starr vor lauter Unglück und Überforderung. Der Kaffee löst ihre Zungen, den Kuchen rühren sie kaum an. Draußen wird es noch dunkler. Jede Hilfe, jede Hilfseinrichtung ein Lichtpunkt. Ein Familiendrama vom Ausmaß einer griechischen Tragödie, widergespiegelt in der braunen Himmelssuppe.  Die Welt ist irgendwie geschrumpft. Sand aus der Sahara. Ein Virus aus China. Halbleiter aus der Ukraine!

Weshalb der neue Kühlschrank – sorry für den Gedankensprung – noch auf sich warten lässt und das halboffene Joghurt, das ich gerade vom Balkon hereinhole, wie mit Zimt bestreut aussieht.
Logo, Wüstensand.

Schloss im Sand