Thüringer Taschenspieler


Samstag, B.N. Das Thüringer Politdrama ist die Quittung für CDU und FDP, die seit Jahren allgemein die Linkspartei und insbesondere Bodo Ramelow als „linksradikal“ verteufeln (so jüngst Fr. Merz und Chr. Lindner) und damit realiter jenen den Weg ebnen, die rechtsaußen schon mit den Hufen scharren. Das Bild vom roten Gespenst greift offenbar immer noch, obwohl die Welt sich seit nunmehr fünf Jahren davon überzeugen konnte, dass ein linker Ministerpräsident die Welt nicht aus den Angeln gehoben hat. Doch die Betonköpfe, die sich daran festgebissen haben für alle Ewigkeiten, sind jetzt genau die, die gegen eine Auflösung des Parlaments und gegen Neuwahlen sind. Klar, wer die Wähler*innen dermaßen verschaukelt hat, kann nicht mehr mit Stimmen rechnen. Mehr denn je würden Die Linke und AfD bei Neuwahlen in Thüringen die beiden großen Parteien stellen. Wie also geht es weiter? Und wie geht man mit einer Landes-CDU um, die den Faschisten Höcke als akzeptabler für einen Kooperation einstuft als den sozialdemokratisch orientierten, in der Bevölkerung hochangesehenen Linken Ramelow?
Die Bürger*innen nicht nur von Thüringen sehen dabei zu, wie Demokratie zu einer Farce, zur Taschenspielerei verkommt. Das ist das Schlimmste an diesem Stück.