Überfall

Donnerstag, Tübingen. Hackerangriff auf meinen Laptop. Der Andere übernimmt mein persönliches und geistiges Eigentum – sichtbar gemacht im Cursor, der über den Bildschirm flitzt, ohne dass ich die Maus berühre. Ein Einbruch in mein Allerheiligstes. Bin selbst schuld, bin auf die Angstmasche reingefallen. Vier ganze Tage in den Sand gesetzt mit diesem Müll. Kein Internet, kein Mail-Verkehr, kein Festnetz, kein Bankzugang …
Banktermin: von PayPal bekomme ich alles zurück, fast 1000 € hat sich dieser bad-English-holpernde, der Aussprache nach indische “Mikrosoft-Berater” geholt, während er vorgibt mir zu helfen, dieses blöde Schwein. Das 400-Euro-Guthaben, das er sich bei Amazon auf meine Kosten besorgt hat, muss ich wahrscheinlich blechen.
Polizeitermin: zwei geschlagene Stunden fürs Protokoll, das absehbar im Sand verlaufen wird. Der Staat rennt hinterher, die Betrüger immer eine Nasenlänge voraus.
Insgesamt drei Meetings mit meinem tollen ITler: obwohl er meine Dateien überprüft und gesichert hat, ist mir das liebgewonnene, ziemlich in die Jahre gekommene Arbeitsgerät unheimlich geworden. Erst wenn alle Daten auf den neuen Laptop rübergezogen sind, fühle ich mich wieder clean. Und unbeschadet.