Dienstag. Das mysteriöse Lächeln des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani … Er spricht von einer „friedlichen Übergabe“ der Regierungsmacht an die Taliban. Gestern hat er das Land verlassen und ist nach Tadschikistan geflohen, angeblich um Blutvergießen zu verhindern. Was noch abzuwarten bleibt.
PM ist nach Ahrweiler und später nach Eisenach abgereist. Dass der eine nichts (mehr) hat und die andere alles (na ja, bis auf die Antiquitäten), verschiebt allmählich die Koordinaten im Beziehungsgefüge. Damit müssen wir erst noch umgehen lernen. Ich fürchte um meine knapp bemessene Urlaubszeit. Ist für mich doch immer – auch – Arbeitszeit. Das neue Buchprojekt rumort in meinem Kopf. Es ist jetzt dran!
Aus Ahrweiler erreichen mich traurige Nachrichten von Doris und anderen. Sie alle sind irgendwo untergekommen, bei Verwandten und Freunden oder einfach hilfsbereiten Fremden. Doris kocht täglich für 12 Personen, dafür lebt sie mit M. und ihrer über neunzigjährigen Mutter mit in der Wohnung einer neunköpfigen Family. Anschließend fährt sie zu ihrem zerstörten Haus und räumt es mit Unterstützung freiwilliger Helfer*innen aus. Diese sind nach wie vor zahlreich in der Region. Sie werden vor allem für Aufräumarbeiten und für die Nahrungsversorgung gebraucht. Mit viel Glück findet man eine Truppe, die einem den durchnässten Putz und Estrich von den Hauswänden klopft.
Doris: Habe Tage, da fehlt mir die Kraft und ich denke, ich schaffe das nicht …