Nichts ist gut …

Sonntag. Wenn Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach den Mord an der Afghanin Maryam H. durch die eigenen Brüder als Familienstreit abwiegelt und den religiös-kulturellen Hintergrund solcher – grundsätzlich im familiären Umfeld ausgeübten – Ehrenmorde leugnet, dann argumentiert hier eine Politikerin der Linken frauenfeindlich.

Ahmad Mansour auf Twitter: „Es macht mich sprachlos, wütend, wie naiv, plan- und konzeptlos die Politikerin aus Berlin mit dem Thema umgeht. Diese Politik hilft keinem Migranten, keinem Flüchtling, sondern dient nur dem Zufriedenstellen der eigenen Ideologieanhänger. #Ehrenmord.“

Im Tagesrhythmus fällt eine afghanische Provinz nach der anderen an die Taliban zurück. Das afghanische Militär scheint – jahrelangem NATO-Coaching zum Trotz – strategisch und vor allem moralisch nicht in der Lage zu sein, Widerstand gegen die Talibanhorden auf ihren Mofas und Pritschenwagen zu leisten. Leidtragende sind, allen voran, die Frauen. Die Wurzeln des heutigen Übels liegen bereits in den 1990iger Jahren, als die USA die Warlords / Taliban mit Waffen und Geld unterstützt und groß gemacht haben, um den sowjetisch gestützten Präsidenten Mohammed Nadschibullah zu stürzen. Al Kaida wurde mit Billigung der USA gegründet, und die Deutschen als US-Getreue mussten sich nach dem 11. September 2001 unbedingt da reinhängen. Wir erinnern uns alle an den bekloppten Spruch von Verteidigungsminister Struck: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Ein sinnloser Krieg mit sinnlos Getöteten auf allen Seiten. „Nichts ist gut in Afghanistan“, sagte Margot Käßmann 2010. Sie hatte einfach nur Recht.