I bims ist keine bayrisch-klingonische Wortschöpfung, sondern das am 17. November von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ausgelobte Jugendwort 2017. I bims ist Vong. Vong ist Spaßsprache, so: Dein ewige rumgelügen ist nur 1 Tropfem auf dem heißen Brei. In Vong wird viel verwechselt. Vor allem n mit m. Aber auch sonst vieles. Halbe Sprichwörter mit Hälften von anderen Sprichwörtern. Das komplette Programm des Deklinierens und Konjugierens ist Vongianern eine kreative Herausforderung. Ganz zu schweigen von den Sprachanleihen, denn viele Vong-Wörter kommen vong Englisch her. Vong ist also ganz schön schwierig und, sozusagen, nichts für Doofe. Als ich vor zwei Tagen den o.g.
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Schonungslos
Samstag. Nicht nach B.N. gefahren. Statt dessen Arbeit am letzten Interview, das mit A.V. Und sofort ist die Gesprächssituation – die altehrwürdige Villa, Grunewald und diese ohnehin sehr spezielle Stimmung – wieder präsent, so unvermittelt, so dicht, so verzweifelt. So nah. Noch nie ist mir das Glätten / Reduzieren / Transformieren der Sätze eines Trauernden dermaßen schwer geworden wie in diesem Fall. Immerzu schwanke ich zwischen Weglassen und alles genauso stehen lassen. Zweifellos ist es der wichtigste Text der ganzen Sammlung, weil er so schonungslos ist. Wenn er denn so bleibt… Schonungs- und dazu noch gnadenlos komisch war auch der
WeiterlesenInterreligiöse Begegnung
Dienstag. Heute hab ich Arie Rosen, den Sohn von Lea Fleischmann, kennengelernt. Fleischmanns Buch Dies ist nicht mein Land, in dem sie ihre Auswanderung nach Israel begründet, habe ich einmal geliebt. Rosen lebt in Jerusalem und arbeitet für das Büro für kulturelle Begegnungen. Er hat mich eingeladen: Nächstes Jahr in Jerusalem …
WeiterlesenElisabeth Vigée-Lebrun und ein früher Fall von Fake News
Eines der schönsten Selbstporträts der Kunstgeschichte stammt von der jungen Elisabeth Vigée-Lebrun, das sie sechs Jahre vor der Französischen Revolution von sich gemalt hat: Selbstbewusst, optimistisch, lebensfroh! Am 31. Mai 1783 wird Vigée-Lebrun zum Mitglied der Königlichen Akademie der Malerei und Bildhauerei, Académie royale de peinture et de sculpture, mit dem Titel einer „Portraitmalerin“ ernannt. Die Verantwortlichen sind gegen die Aufnahme Vigée-Lebruns, werden jedoch schließlich von Ludwig XVI. überstimmt. Aufgrund ihrer engen Beziehungen zum Königshof und zum Adel, wo sie ihre besten Kunden hat (u.a. Marie Antoinette), wird sie von der Presse zunehmend attackiert. Als Frau, als Mensch und als
WeiterlesenBewegung
Mittwoch. Thea geht aus Tübingen weg. Nach der Kündigung ihrer Wohnung hat sie sich spontan eine neue Arbeitsstelle bei Kassel gesucht, eine Wohnung in Kassel, und ab Januar ist sie weg. In einer Stadt, in der sie niemanden kennt. An der Verlagsfront tut sich was. L. schreibt Rechnungen für ihre Kunden. Sie bekommt genug Aufträge rein, ohne Werbung zu machen. Der Elektriker war fast 4 Stunden beschäftigt, eine verschmorte Lampe, die sich schon in die Decke gefressen hatte, herauszuholen und eine andere Lampe über dem dadurch entstandenen Riesenloch anzubringen. Auch sonst gab es lauter Kleinkram zu erledigen, den ich selbst
WeiterlesenDeborah Feldman über Spiegelungen, G. Steinem über Menschlichkeit
Deborah Feldman über ihren Roman „Exodus“, von dem sie inzwischen nichts mehr wissen will: „Es war eine Selbstverneinung. Ich sollte immer irgendetwas spielen. In Amerika bist du nur etwas, wenn du bist, was alle sagen, dass du bist. Du definierst dich in dieser Gesellschaft nur als Spiegelung. Alles ist so öffentlich, alles passiert auf der Bühne.“ (Spiegel 44/28.10.2017) Gloria Steinem: „We are talking about a society in which there will be no roles other than those chosen or those earned; we are really talking about humanism.“ („Wir reden über eine Gesellschaft, in der keine anderen Rollen existieren werden als die,
WeiterlesenBeziehungen
Sonntag Morgen, B.N. Ein Tag bei meiner Mutter und ein Tag in Köln bei L. und B. sind Familiengeschichten, die dem Anschein nach nichts miteinander zu tun haben. Wie Schatten und Licht(?) Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer ist so gut geschrieben und so spannend, dass ich im Zug beinahe vergessen hätte auszusteigen. Es ist Zehrers erster Roman und ein Volltreffer. Ich hatte es PM zum Geburtstag geschenkt, und wie er das Buch auspackt, guckt er so ernst und sagt: „Ja.“ „Ja, was?“, frage ich. Und er: „Ja, das habe ich auch schon gekauft. Für dich, zu Weihnachten.“
WeiterlesenReformation und Präzision
Mittwoch, B.N. Was für ein wunderbarer Fresstempel: Das Medo in Siegburg. A. und J. haben uns eingeladen, und wir schlagen zu und genießen die gute, türkische Küche. Es ist immer eine Freude, mit A. und J. zusammen zu sein. Zu lachen, zu quatschen und auch die ernsten Dinge nicht auszusparen. Arbeit am Interview mit A.V. begonnen. PM arbeitet an einen Artikel über lymphatische Komplikationen nach Operationen, der beim internat. Wissenschaftsverlag Springer veröffentlicht werden soll. Sabine erzählt, passend zum Reformationstag (der dieses Jahr einmalig gesetzlicher Feiertag ist) von Werner Tübkes Bauernkrieg, dem Riesenpanoramagemälde in Bad Frankenhausen. Ein Video über die Entstehung
WeiterlesenZusage!
Eine Zusage ist eine Zusage ist eine Zusage. (27.10.2017) War gar nicht so schwer! Ich liebe #Verleger und #Agenten, die das von ihnen für gut befundene, meeega interessante, aber leider, leider – #Kopfwackel – zu schwer verdauliche Manuskript ganz offensichtlich nicht gelesen haben, dann aber anfangen zu schwadronieren. Spätestens nach 20 Sekunden kommt die Sache mit der wirtschaftlichen Lage. Weswegen leider, leider – #Kopfwackel, #Schulterzuck – nur noch leichte Kost gehe. Schreiben Sie mainsteam! Oder so abgefahren, dass Sie für den Bachmann-Preis nominiert werden! Die. Zwei. Richtungen! Sonst! Nichts! Das ist der Markt. Der schreibt die Gesetze, verstehen Sie? Frauenromane!
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