Montag. Das gibts nicht! Der Deutsche Film ohne Götz George … 2016 ist ein Jahr der tragischen Ableben. Nach David Bowie und Prince jetzt also The Body G.G., der schönste deutschsprachige Darsteller forever! Der die Action-Szenen alle selber gespielt hat, der Filmemachen als eine politische Aufgabe angesehen hat, der dem Ruhrpott mit jeder Schimanski-Folge eine Deutung verliehen hat. Nicht zu vergessen: Der einer parkaähnlichen Jacke mit vielen Taschen zum modischen Dauerdurchbruch verholfen hat. Oder welcher Mann über 35 hat nicht irgendwo im Kleiderschrank seine Schimmi-Jacke hängen? Kurz: Ein Urgestein, ein Relikt aus Zeiten, als das Fernsehen noch was zu melden hatte. Das
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Nach dem Fest
Sonntag. Nach so einem wunderbaren Fest fällt es mir schwer, wieder nach Tü zurück zu fahren. Sogar das Wetter hat mitgespielt. Pünktlich zur ersten Sektrunde stoppte plötzlich der seit Tagen anhaltende Regen, und die Sonne fing an, auf die nassen Zeltdächer und den Rasen zu scheinen, dass es dampfte. Alle waren sehr froh darüber und waren ja zum großen Teil von weit her angereist, und die Gespräche wurden schlagartig lauter und lebhafter und die Stimmung war tadellos bis in die hintersten Ecken. PM übernahm den Grill und damit die Thüringer Würste und Steaks. Markus hatte im Garten eine Nudelbar aufgebaut, alles
WeiterlesenDanny DeVito meldet sich zu Wort
Freitag. Danny DeVito, kleinster Filmstar der Welt, will, dass Amerikaner gegen den Besitz von Sturmgewehren auf die Straße gehen. „Eine Jagdflinte oder Sportpistole zu besitzen, ist das eine, aber diese Waffe ist nur dazu gemacht, Menschen abzuschlachten!“, gab der Typ auf irgendeinem US-Portal im Zusammenhang mit Orlando schwer differenzierend zu bedenken. Was für eine hohe Erkenntnis, das weiß ja auch sonst niemand. Die Amis mit ihrem Geheuchel, ich kann’s nicht mehr hören. Nach jedem Amoklauf die gleiche Show: die Berge von Blumen, die Krokodilstränen, die Taschentücher, der schlagartige Ansturm auf die Waffengeschäfte, die Schilder mit der Aufschrift WARUM? Ja warum
WeiterlesenKrasser Nägelkauer
Dienstag. Nägelkauer sind Leute, denen die Aggression aus den Ohren rausquillt. Das merkt man ihnen aber meistens nicht an. Entweder, sie lassen sich auf eine Therapie ein (selten bis ineffektiv), oder sie kanalisieren ihre Aggression irgendwo anders hin. Zum Beispiel, indem sie eines schönen Tages ein Opfer finden, das sie zerstören können. Ich verkürze das jetzt mal. Danach ist es wie durch ein Wunder – erstmal – vorbei mit der Selbstverstümmelung. Supii!, oder eigentlich unterirdisch. Also immer schön wachsam bleiben. Schnell sind aus einer Sache die falschen Schlüsse gezogen aufgrund eines falschen Welt- und Selbstbildes. (Versteht jetzt wahrscheinlich keiner, Gespräche
WeiterlesenWE in B.N.
Interview mit J.B. weiter bearbeitet. Sehr mühsam, sehr kleinschrittig… Sieben Prüfungen thematisch aufbereitet, die ich morgen abnehmen muss. Festvorbereitungen!!! Nächste Woche: 40 Gäste, und alle sind heiß auf ein cooles Wochenende! Manche haben sich lange nicht gesehen, einige kennen sich gar nicht. (Ich auch nicht.) Die aus Eisenach sind alles andere als eine weichgespülte Brigade. Spannung vorprogrammiert. Schlechtes Wetter wohl leider auch. Ich bin da aber sehr zuversichtlich. Wir stellen draußen ein Zelt auf. Und spätestens PMs Soljanka wird alles rausreißen! Mit PM & Sohn Full Metal Jacket angesehen. Harter Film; das nächste Mal ist A Clockwork Orange dran. Und dann
WeiterlesenPalmer auf FB
Samstag früh, B.N. Wenn TÜ-OB Palmer einen sehr bedrückenden Bericht über die Lage und das Befinden der Flüchtlinge in der Tübinger Sched-Halle postet, dann bekommt er Hass- und Verachtungskommentare so in dem Sinne, er solle gleich zur AfD wechseln, er liefere der falschen Seite Argumente etc. Überhaupt wird von vielen Usern erstmal gewertet oder korinthenkackerisch nach falschen und richtigen Vokabeln gefahndet, anstatt konstruktiv an den Beitrag anzuschließen. Beliebt ist auch das absichtliche Falschverstehen (s.o). Damit ist garantiert, dass die Kommentatoren sich untereinander in die Haare kriegen, anstatt sich auf den Inhalt des ursprünglichen Beitrages zu beziehen. Der Vorteil von Palmers
WeiterlesenBegegnung in der Fußgängerzone (vor Zinser)
Du stehst ein bisschen im Weg. Nee, du, da sind noch gut vier Meter Platz. Aber trotzdem. ? Wenn jetzt jemand entgegen kommt, kommt er nicht durch. Du, im Moment kommt ja aus beiden Richtungen niemand. Es könnte aber sein, dass das gleich passiert… Dann geh ich mit meinem Rad beiseite. Versprochen. Könntest du doch gleich! Irgendwie kommst du mir gerade so ein bisschen hilfssheriffmäßig vor, weißte? Vielleicht solltest du ein Praktikum bei der Polizei machen, da kannst du noch viel mehr Leute auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Ich verhalte mich eben immer so, wie ich es mir auch von den
WeiterlesenMindset der Israelis
Montag. Facebook-Kommentar von Markus Heitkämper zu einem heute von Amelie Fried geposteten Beitrag der SZ (Nahostkonflikt – Gruß vom Planeten Israel von Eldad Beck): „Bill Clinton hat Mitte Mai vor laufenden Kameras unüberbietbar deutlich gemacht, wo das Problem eigentlich liegt. Im Juli 2000 hätten die Palästinenser unter Führung Arafats mit Zustimmung Ehud Baracks in Camp David ihren Staat bekommen können: ganz Gaza, 98% der Westbank, einen Teil Jerusalems. Arafat sagte nein, anstatt diese einmalige und weitestgehende Gelegenheit mit beiden Händen zu ergreifen. Der Grund dürfte evident sein: ein Ja zu diesem Angebot hätte als Voraussetzung gehabt die Anerkennung des Jüdischen
WeiterlesenIn Ordnung
Samstag. Es ist alles so – in Ordnung. Wow! Steh gerade auf meinem Balkon zur B27 und denke das. Wie schön ist der warme Regen. Wie schön ist das Zischen von Autoreifen auf nassem Asphalt. Wie schön die Melone und der Käse vom Markt im Kühlschrank. Die orangefarbenen Blumen in der lila Vase. (Der Abend gestern im Meze.) Wie schön gleich die Schritte von PM auf der Treppe.
WeiterlesenTü-Touris
Freitag. Da die beiden mit ihren Cowboyhüten sehen toll aus und sie wissen es und die coolen Stiefel tun ein Übriges. Rot und weiß, Schneeweißchen und Rosenrot mit diesem Was-kostet-die-Welt-Gang, reingeschneit aus dem Wilden Westen und direkt auf dem Marktplatz aufgeschlagen, auf diesem Kopfsteinpflaster, klar ist da Goethe schon rumgelatscht, und Schiller auch, logo!, was denkt ihr denn, die waren alle hier, die haben gelitten und geliebt und gedacht was das Zeug hält bei Sonne, Schnee und Regen, die waren direkt da, wo ihr jetzt steht, deshalb unbedingt Selfie schießen, das ist Geschichte, die Geschichte steckt hier in jeder Pflasterritze,
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