Donnerstag. Einfach mal an der vierten Gewalt vorbei veröffentlicht: Die vierte Gewalt, von Richard David Precht und Harald Welzer (S. Fischer Verlag, 28. Sept. 2022). Beide Autoren gehörten zu den Unterzeichner*innen des EMMA-Aufrufs an Bundeskanzler Scholz zur Besonnenheit in Sachen Waffenlieferungen an die Kriegspartei Ukraine. Die Medien toben, die Empörung bei FAZ, Spiegel etc.pp. erwartungsgemäß gigantisch! Kein Wunder – getroffene Hunde bellen. Ein direktes Argument für Prechts und Welzers These lieferte schon 2014 Frank-Walter Steinmeier höchstpersönlich: Bei der Verleihung des Medienpreises LeadAwards beklagte er (damals noch als Vizekanzler) explizit einen “engen Meinungskorridor” in der Berichterstattung. Wörtlich zitierte die FAZ (!)
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Freude …
… auf ein neues Interview; diesmal mit dem Psychoanalytiker und Kapitalismuskritiker Dr. Wolfgang Schmidbauer. Viele tolle Bücher hat er geschrieben, die seine These von der Unvereinbarkeit von Wachstum und Umweltschutz, aber auch von Wachstum und Glück psychoanalytisch und umweltpolitisch argumentativ untermauern.
WeiterlesenRechtsruck
Oh mein Gott ! – zuerst in Schweden (davon hört man in den Medien vergleichsweise wenig), jetzt in Italien. Wie gut nur, dass bei uns gerade keine Wahlen anstehen …
WeiterlesenNachtrag …
… was mir noch auffällt: Es sind genau dieselben, die sich einerseits immer auf die sog. Kontaktschuld berufen und andere Menschen schwer verurteilen, z.B. wenn diese aus anderen Gründen als ideologische Übereinstimmung mit Querdenkern / Impfgegnern … auf die Straße gehen; die sich andererseits aber selbst herausnehmen, aus Pragmatismus Nazis zu unterstützen (Regiment Asow …) oder mit Menschenrechtsverletzern und Kriegsverbrechern (Saudi Arabien, Katar, Aserbaidschan …) zu flirten und Energieverträge abzuschließen. Sanktioniert fühlen sich Habeck, Baerbock, Scholz etc. durch die Ausrede, dass nur so Russland in die Knie zu zwingen sei. Wieso zählt bei ihnen die selbst eingeforderte Kontaktschuld nicht? Wer
WeiterlesenDas gehört sich so
Bundeskanzler Scholz schüttelt dem saudischen Mörderprinzen Mohammed bin Salman die Hand und lächelt etwas aufgesetzt, MbS grinst fies. Was soll das werden? Den Mord an Khashoggi habe Scholz pflichtgemäß angesprochen, wie wir aus der Tagesschau erfahren können: „Wir haben alle Fragen besprochen, die sich um Fragen von Bürger- und Menschenrechten drehen. Das gehört sich so. Und da können Sie von ausgehen, dass nichts unbesprochen geblieben ist, was zu sagen ist.“ Für die Durchführung des widerwärtigen Verbrechens im Oktober 2018 erklärten die US-Geheimdienste den saudischen Prinzen als Drahtzieher, dafür wurde er eine Weile international geächtet. Aber jetzt Schwamm drüber. Es geht
WeiterlesenVielleicht
Sonntag. Tausende Reservisten fliehen ins Ausland, solange es noch möglich ist. Wer lässt sich schon freiwillig als Kanonenfutter verfeuern wie Zehntausende in den vergangenen Monaten? Wenn wegen der geplanten Teilmobilisierung von mindestens 300.000 Reservisten die Männer (was ist eigentlich mit den Frauen in der russischen Armee?) direkt vom Büro, vom Mittagessen, aus dem Bett geholt werden, um sie in den Krieg zu schicken, dann könnten die Pläne des russ. Präsidenten am Widerstand der Mütter, Partnerinnen, Töchter und Schwester der betroffenen Söhne / Partner / Väter/ Brüder scheitern. Die immer zahlreicher werdenden Protestierenden auf den Straßen der russischen Städte nehmen in
WeiterlesenLiebet eure Feinde
Hier das ganze Interview im Wortlaut (der Freitag) Startseite Ausgabe 38/2022 Politik Theologin Margot Käßmann im Gespräch mit Jakob Augstein: „Ich bleibe Pazifistin“ Margot Käßmann sprach sich gegen Waffenlieferungen an Kiew aus – und wurde angefeindet. Seither hält sie sich mit öffentlichen Appellen zurück. Wieso sie den militärischen Kampf der Ukraine kritisch sieht, hat sie Jakob Augstein erklärt der Freitag: Frau Käßmann, was bedeutet Pazifismus? Margot Käßmann: Grundsätzlich ist das erst mal eine Haltung von Menschen, die sagen: Waffen lösen Konflikte nicht, und die Frieden durch Abrüstung erreichen wollen – nicht durch Aufrüstung. Wenn ein akuter Krieg ausbricht, ist es
WeiterlesenWas ansteht
Und abends gehe ich schwimmen, schaue in den blauen Abendhimmel und denke über mein Leben nach. Und über das Interview, das kommende Woche ansteht.
WeiterlesenDie Baustelle
Freitag. Der Zug ist schon zu sehen. Ich halte mein Fahrrad fest, das muss ich mitnehmen. Der kleine Bahnhof ist mir unbekannt. Eine Schülerin steht neben mir, sie wartet auf denselben Zug wie ich. In dem Moment, als der Zug einfährt, kommt die Amtschefin aus dem Bahnhofsgebäude und ruft mir zu: Wir müssen noch einen Termin klären. Ich nehm‘ Ihr Rad schon mal mit rein, sagt die Schülerin freundlich und hievt mein Fahrrad über die Schwelle des haltenden Zuges. Die Amtschefin winkt mich aufgeregt zu sich. Ich springe über die Schienen und sehe noch, wie die Zugtür sich schließt. Mein
WeiterlesenNoch mehr Waffen noch mehr Soldaten noch mehr Krieg
Donnerstag. Die Eskalationsspirale nimmt ihren Lauf. Die geplante Einberufung von 300.000 Reservisten in Russland zeigt nur eins: dass Waffen und Soldaten keinen Frieden bringen, und noch mehr Waffen und noch mehr Soldaten bringen auch keinen Frieden. Sondern immer mehr Tote. Und immer mehr zerstörte Städte und Landschaften. Mir fehlt die Fantasie, wie das Ende dieses absurden Krieges aussehen könnte. P.S. Wir, also der Westen, sind fein raus. Wir liefern ja nur Material. Wir lassen andere mit unserem Material kämpfen und sterben. Je mehr Material wir liefern, desto besser & edler kommen wir uns vor. Wir sind eine Wertegemeinschaft, wir sind
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