Wer ist dieser Japaner, der alle meine FB-Beiträge likt? Diagonal durch sein Profilbild fliegt ein Delfin vor gelborangenem Sonnenuntergang. Auf seinem Titelbild eine neongrün beleuchtete Sporthalle, in der kleine, schwarze Gestalten Volleyball spielen. Darunter reizen ausschließlich japanische Schriftzeichen meine Neugier. Seine Seite ist bonbonbunt und seine 40 Freunde, die fast alle Freundinnen sind, zeigen sich mit lustigen Figuren im Arm oder auf dem Kopf vor pinkem, gelbem, grünem Hintergrund. Auf einem seiner Fotos ist ein schlanker Mann mittleren Alters mit wilden Tieren – Bär, Tiger, Nilpferd – zu sehen. Angst scheint er keine zu kennen, wie seine gefährlichen Aktionen beweisen:
WeiterlesenKategorie: 2016
Alle reden von Varu
Freitag. Auf der Straße, im Büro, beim Bäcker, im Bus – egal wo, man redet über DiEM25 und Varouvakis. Die einen sind inspiriert, die anderen regen sich auf, aber angefixt sind alle irgendwie.
WeiterlesenAufbruch? – DiEM25
Donnerstag. Bezeichnenderweise in der Berliner Volksbühne fand gestern Abend die Sendung Maischberger statt. Seit gestern Abend (direkt zurück aus dem Ruhrgebiet, Familienbesuch, schlimm, aber verkraftbar) bin ich inspiriert von Janis Varoufakis‘ linker, kapitalismuskritischer Europa-Idee „Demokratie von unten“. Auf der FB-Seite seiner Bewegung DiEM25 wird Marx zitiert: Geld ist „das entfremdete Wesen der menschlichen Arbeit“. Solche Sätze habe ich schon lange nicht mehr gehört. DiEM25 („Democracy in Europe Movement 2025„) verbreitet sich ausschließlich über die sozialen Medien. Vielleicht sollte ich meinen Enthusiasmus vorerst mäßigen? Da ist viel Charisma, da sind tolle Leute (Julien Assange aus London zugeschaltet), da ist viel Bewegung
WeiterlesenDer Austauscher
Montag. Der Austauscher oder die Austauscherin* ist ein Mensch, der andere Menschen ausschließlich durch die Brille der Verwertbarkeit oder des Nutzens betrachtet. Er findet es nützlich, sich mit anderen Menschen zu verbinden, weil er ohne diese nicht lebensfähig ist. Zu tiefen Gefühlen ist er nicht in der Lage, oder nur dann, wenn die tiefen Gefühle ihn selbst betreffen. So ist der Austauscher von seinem eigenen Tun gerührt, wenn er für einen anderen, sagen wir, Kaffee kocht oder ein Geschenk macht, weil er das für den höchsten Ausdruck von Liebe und Zuneigung hält. Doch tut er das Wenige, das er für
WeiterlesenPEN’s Flirt mit dem Antisemitismus
Freitag. „Und ich bin eben auch am 6.1. ad hoc bereits ausgetreten. Werde das in der Jüdischen Allgemeinen kommende Woche noch mal schildern“, schreibt/kommentiert mein virtueller FB-Freund Thomas Meinecke, nachdem ich den Beitrag über ihn und die antisemitischen Tendenzen im PEN auf meiner FB-Seite gepostet hatte. (Thomas Meinecke im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio – Andreas Buron, 21.01.16) Hintergrund ist eine Erklärung des Autorenverbandes, der Israels Regierung die Einschränkung der Arbeit von regierungskritischen Organisationen vorwirft. Der Tonfall sei demagogisch und antisemitisch, sagt Meinecke. „Mich stört der Tonfall der Erklärung“, sagt der Autor Thomas Meinecke, wenn man ihn nach dem Grund seiner
WeiterlesenNichts mehr
Montag. Ich habe keine Lust, Frauke Petry oder Beatrix von Storch und die Auslassungen der beiden Schrapnells über den Schusswaffengebrauch an Deutschlands Grenzen zu kommentieren. Deshalb verlinke ich hier auch nichts dergleichen, und ich lese und höre und sehe mir nichts mehr über sie an, wie generell nichts mehr über die AfD. Mit bestimmten Themen ist man doch ab einem bestimmten Zeitpunkt durch, es bedarf da keiner weiteren Informationen.
WeiterlesenKunst
Freitag. Dass Kunst neuerdings verhüllt wird*, erinnert mich – leider – an das Kapitel entartete Kunst. * Zum Empfang des iranischen Präsidenten Rohani am Dienstag, den 26. Januar, ließ der italienische Ministerpräsident Renzi mehrere Statuen auf dem Kapitol und in Museen verhüllen, damit sich der Staatsgast durch den Anblick nackter Steinfiguren nicht erschreckt. Aus Rücksicht auf den muslimischen Glauben sei beim Abendessen auch kein Wein serviert worden, heißt es. (Hollande hatte dies seinerzeit abgelehnt.) Hintergrund sind milliardenschwere Handelsverträge zwischen Iran und mehreren europäischen Ländern nach einer langen Phase der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Iran. Auch Papst Franziskus gewährte Rohani eine Privataudienz im Vatikan.
WeiterlesenSpeed
Dienstag. Draußen ist Frühling und drinnen werden Konferenzen abgesessen. Qualitätsmanagement, Zahlenreihen, Langeweile, Seifenblasen mit großem Anfangsschillern und dann Ping!, nichts dahinter. Zeitfresser. Slow motion unter Hochdruck. Zu viel, viel zu viel. Der Uraltkonflikt: Lebensunterhalt und Schreiben. Arbeiten auf zwei Ebenen. Termine. Absprachen. Agentur. Verlag. Handwerker. Ärzte. Zwei Mitbewohner. Steuer, Bank, Anwalt, Gericht. PC. Familie, alte Mutter, neue Liebe, große Entfernungen. Allein: Entscheiden allein, allein arbeiten, allein denken. Widerspruch? Lichtblitze: Annes Geburtstagseinladung im Boulanger, Jürgens Zwinkern, Steves Hasteschongehört, Friedis Machsgut, Brigitte will ins Ludwigs und Susanne fragt, wann wir denn endlich mal wieder. Ja klar, mach mir meine Tage länger, dann
WeiterlesenWas vor
Freitag. Als ich heute nach Hause komme, steht Steve am Herd und rührt mit einem Holzlöffel in meinem 5-Liter-Topf. Es riecht intensiv nach Früchtetee, und den kocht er auch gerade – aus Instantpulver. Neben dem Herd stehen zwei Flaschen Korn. Ich ahne Schlimmes, und schon schraubt er sie auf, rührt mit einer Hand weiter, während er mit der anderen maßvoll wie ein Fernsehkoch den Korn in den Tee gießt. Heut Abend ist Party im Clubhaus, meint er. Ich probiere ein Löffelchen voll, und erstaunlicherweise schmeckt das rosa Gesöff süß und seltsam, aber kein bisschen nach Alkohol. Hallihallo!, sage ich, da müsst
WeiterlesenKein Titel passt
Donnerstag. Dorle war hier und berichtete von G.’s schlimmer Krankheit. Nicht viel gesprochen. Zu traurig. Wir treffen uns in vier Wochen alle bei mir zum Essen. Viel mehr können wir im Moment nicht für ihn tun.
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