Gründonnerstag. ‚Shutdown‘ bzw. ‚Lockdown‘ haben m.E. beste Chancen, Wort des Jahres zu werden.
BMW verlängert den Prokuktionsstop bis Ende April. Zudem prüft der Autokonzern aktuell, ob die Produktion medizinischer Schutzmasken möglich sei.
Der Auftakt der Spargelernte kann nun doch starten. Das Problem, wie die ca. 20.000 gebuchten Erntehelfer aus Rumänien, Polen und Bulgarien trotz Reisebeschränkung ins Land kommen können, ist gelöst: Heute sollen sie mit Eurowings-Sonderflügen auf den Flughäfen Düsseldorf, Berlin und Baden-Baden eintreffen. Den Überführungsprozess hat die Bundesregierung an die Bauernverbände delegiert. Sie buchen ihre Einsatzkräfte auf die Flüge und zahlen auch die Flugpreise. Wie das sonst gehandhabt wird, weiß ich nicht, zu vermuten ist, dass sich Spargel und Erdbeeren in diesem Frühjahr in Luxusgüter verwandeln.
Eins von vielen Problemen angesichts der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ist die weltweit zunehmende Gewalt gegenüber Frauen und Kindern. Auch in Deutschland ist ein Anstieg häuslicher Übergriffe infolge des wirtschaftlichen und sozialen Drucks zu beobachten. Die unfreiwillig mehr gemeinsam verbrachte Zeit mit der Familie lässt besonders Frauen und Kindern das eigene Zuhause zur Falle werden. Da Schulen, Kitas, Sportvereine und Ämter geschlossen sind, funktioniert das Frühwarnsystem nicht.
Niemand weiß, wie lange die Kontaktsperre noch aufrecht gehalten wird. Es gibt unterschiedliche Positionen unter den regierungsberatenden Virologen. Den Politiker*innen bleibt die eigentlich unlösbare Aufgabe zu ermessen, inwieweit die Eindämmung der Neuinfektionen den Niedergang der Wirtschaft rechtfertigt oder aufwiegt.
Unklar ist auch, wie es nach den Osterferien im „Amt“ weitergeht. Wahrscheinlich wird nach Stufen gestaffelt, die Kultusminister*innen der Länder beraten noch und haben nur noch eineinhalb Wochen Zeit dafür.
Alle hoffen jetzt auf den 20. April als Lockerungstermin der Coronabestimmungen. Alle hoffen auf die Zeit nach Ostern.