Coronatest

Mittwoch. Ja kloar! Wenn wir online-Seminar haben, mute und game ich. Machste auch so, oder?
Muten – ich lasse mir das Wort auf der Zunge zergehen. Der Typ ist Student, er jobbt als Corona-Tester und entertaint mich mit seinen Anekdoten, während er das Stäbchen in meiner Nase herumdreht. Was ich bei Online-Konferenzen wirklich nebenher mache, erzähle ich ihm lieber nicht – weniger gamen, eher Küche putzen. Er ist fertig, das Glasröhrchen mit meiner Probe muss jetzt 20 Minuten warten. Ich feiere das krass, wie Sprache mitgeht. Sich im Rhythmus der gesellschaftlichen Ereignisse entfaltet, neue Blüten treibt, immer lebendig – sogar im Schatten dieser vermeintlich toten Zeit. Ich muss sie ja nicht übernehmen. Obwohl – in muten habe ich mich sofort verliebt. Danke, lieber Tester!