Das Ende

Dienstag, B.N. Und weil die Küche komplett unter Qualm ist vom angebrannten Schinken, mache ich die Terrassentür auf und stehe, als wenn sie nur darauf gewartet hätten und das haben sie ja auch, in einer schwarzen Wolke aus Fliegen. Die schwirren an mir vorbei in Küche und Esszimmer und kleben in Nullkommanichts an den Fensterscheiben, an der Decke, an der Spüle, am Dunstabzug, an den Lampen, an meinem Teller, an meiner Gabel. In Knäulen hängen sie am Fenstersims, und an den Scheiben laufen sie wie Wasser von unten nach oben, eine neben, vor und hinter der anderen. Das ist wie Hitchcocks Vögel, das ist apokalyptisch, ich gehe raus uns schließe die Zimmertür hinter mir. Im Flur ziehen vereinzelte Fliegen ihre Kreise. Ich öffne die Haustür, stehe eine Zeitlang in der offenen Tür. Draußen sind es 38 Grad, Hitze und Trockenheit versengen Bäume und Gras und saugen das letzte Grün aus müden Pflanzenzellen, während drinnen Stubenfliegen die Kontrolle übernehmen. Überdenke die Lage, gehe wieder rein, an der Lage hat sich nichts verändert und wird sich nichts verändern, schlage mit dem Handtuch auf die Fliegen ein, was sie durcheinanderwirbelt und verärgert, aber nicht vertreibt, schließe endlich die Terrassentür. Das Gebrumm und Gewimmel in der Luft und an den Wänden sagt mir, dass ich jetzt alleine mit ihnen bin. Dass irgendetwas passieren muss. Hole den Staubsauger. Muss die alle einsaugen. Grauenhaft. Die Fliegen sind vor Durst und Hitze träge. Sie lassen ihre Vernichtung geschehen, ohne sich groß zu wehren. Ich schwitze. Ich sauge eine Stunde lang, bis das letzte Fliegentier mit dem hundertfachen, jetzt schon typischen leisen Klacken im Staubsaugerrohr verschwindet.