Jetzt

Donnerstag. Bei Rewe gibt es einen Eierlikör mit gemahlener Bourbonvanille, die knirscht zwischen den Zähnen, dass es eine Wonne ist. Dazu die unter die Haut gehende Filmbiografie Séraphine aus der Arte-Mediathek und später noch ein heißes Bad, und der Abend ist geritzt.
Morgen gehts mit der Bahn nach Eisenach (PM ist schon da). Genau ein Zug fährt, alle anderen wg. Streik gestrichen! Ich unterstütze jeden Streik, bloß weshalb die GDL neben der Tariferhöhung eine Coronazulage von 600 Euro fordert, obwohl Lokführer ganz allein in ihrer Fahrerkabine hocken und keinerlei Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind und darüber hinaus während beider Lockdowns kaum Fahrgäste unterwegs waren, dafür fehlt mir jedes Verständnis.
Morgen – mal sehen, wie weit ich komme. Jetzt: In meinen oberkuscheligen, grottenhässlichen Yves-Rocher-Werbegeschenk-Bademantel gehüllt, führe ich mir Seraphine (S. Louis, naive Künstlerin) zu Gemüte, zerbeiße sanft die Vanille, dass sich ihr feines Aroma in meinem Mund verströmt, denke nicht an morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen, und lasse meinen Geist von der Leine.