Land unter

Donnerstagmorgen. In PMs Haus ist Land unter. Er sitzt mit Theo im oberen Stockwerk fest. Keller und Erdgeschoss sind bis zur Decke geflutet. Gerade als er gestern Abend seine Platten und die Anlage retten wollte, brach das große Wohnzimmerfenster durch und die Flut kam reingeschossen. Er konnte nichts mehr retten. Er hat im Wortlaut nichts mehr. Wenn ich mit ihm telefoniere, erzählt er, was gerade an seinem Haus vorbeischießt: Autos, Öltanks, Betten, Wohnwagen … Alles riecht nach Öl …
Und im Hintergrund, also auf der Treppe nach oben, plätschert das Wasser. Ich mache mir riesige Sorgen, ob das Haus hält. X Mal in der Nacht mit Feuerwehr etc. telefoniert und gemailt, bisher nichts passiert. Das Wasser steht draußen genauso hoch wie drinnen: Bis zum Dach! So weit, so schlimm! 

Nachmittag: Theo hat sich aus dem Haus befreien können. Wieso nicht PM? Manches verstehe ich nicht, ist auch nicht der Moment für Erklärungen. Ich informiere sämtliche Freunde, die mir einfallen. Sitze im Trockenen und kann nicht helfen. Saublödes Gefühl! In den Nachrichten nur Bilder von den Hochwasser-Hotspots, und immer wieder Ahrweiler / Bad Neuenahr.

Abend: Anne und Jacek haben es irgendwie nach Ahrweiler geschafft und sich durch Wasser, Schlamm und umgefallene Bäume einen Weg zum Haus gebahnt. Ist das Wasser gesunken?, frage ich sie am Handy, und Jacek: Ja, um ca 5 Meter. Ich: Woher weißt du das? Jacek: Weil auf den Dächern Autos hängen. Anne wiederholt den Satz für mich und weint.
Sie verspricht mir, P.M. aus dem Haus zu holen: entweder mit zu sich nach Hause oder zur Klinik. Wo es ihn hinzieht, wo er die Lage checken will(!)

Nachts: Kein Kontakt. Wo ist PM?