Frisch abgepackt

Sonntag. Ich hab die Wurst diesmal abgepackt gekauft. Das ist die GLEICHE wie die an der Frischetheke. Beret hält ein luftdichtes Päckchen Leberpastete durch die Küchentür. Kann ich was helfen?, frage ich. Nee, lass stecken, ich meld mich schon. Es klappert und poltert. Es riecht nach angebratenem Hack. Jonas‘ Lieblingsessen: Hackfleischsoße mit Nudeln. Ich könnte doch mal wieder einen Nachtisch machen. Mit Blaubeeren? Erdbeeren?  Johannesbeeren? Nö, Grete. Das hatten wir doch gestern erst. So viel Gesundes bekommt uns nicht. Oder einen Salat? Nönö, Grete, echt nicht. Oder eine Gemüsesuppe? Grete, dusselige Kuh, jetzt reichts! Manchmal würde ich gerne die Gedanken

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Nomen est Omen

Samstag. Die Leibeigne von Tante Astrid spricht KEIN Wort Deutsch!, sagt Jerome, der sich gerade von einem Telefongespräch mit Tante Astrid erholt. Jonas, schon seit seiner Geburt daran gewöhnt, die Insider seines Vaters erstmal nicht zu blicken, guckt neutral. Es geht um die polnische Betreuerin von Tante Astrid, die in Wirklichkeit nicht Astrid heißt, aber nach Jeromes Meinung so heißen könnte. Jerome beansprucht die  Deutungshohheit und damit die Nicknamehohheit über unsere Verwandtschaft. Grete, Kennst du schon Bruno Busch? Ich starre auf das Babyfoto – rosa Gesicht über blauem Strampler – , drehe es um und bin sprachlos: Der arme Zwerg

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Eingerieben

Freitag. Hast du dich auch eingerieben?, fragt Beret. Dauernd fragen sie mich, ob ich mich eingerieben habe. Dabei scheint die Sonne in Kiel nicht halb so stark wie in Tübingen, wo ich mich auch nie einreibe. Wer sich nicht einreibt, kriegt Krebs. Das weiß doch jedes KIND! Oder hat sich das noch nicht bis zu dir rumgesprochen? Jerome und Beret sind mal wieder einer Meinung. Willst du Krebs kriegen? Doch wohl nicht, oder? Wer von beiden war das jetzt? Egal. Krebs auch egal. Vielleicht sogar die Lösung? (Das denke ich seit ein paar Monaten zwar manchmal, aber ich meine es

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