Montag. Schweigend sind wir gewandert, Gunnar und ich, erzählt Nadja. Durch den Wald und dann bis zur Hütte hinauf, Hand in Hand. Im Schlafraum dreißig Matratzen, unsere Kinder, fremde Kinder, Erwachsene, alles durcheinander. Und dann, am nächsten Tag, da sagt er zu mir: „Duhu, Nadjaaa, ich fands totaal schööön mit dir.“ Da hätte ich kotzen können. Versteht ihr das? Ich wollte eigentlich bloß gefickt werden. Versteht ihr? Ich werde jetzt besoffen, sagt Nadja. Mich stört auch Glatze nicht mehr so, wenn er nur einer ist, der mich mal so richtig…. Ich! Will! Einfach! Nur Sex! Die Ouzos. Die setzen uns ganz schön
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Drei Frauen in einer Kneipe
Donnerstag. Fast hätte ich gerade eine riesengroße Dummeheit gemacht. Nur aus Zufall ist nichts daraus geworden. Frustriert wandere ich um den Block, überlege, welche Schlüsse ich jetzt daraus zu ziehen habe, komme zu dem Ergebnis, dass es natürlich besser so ist, dass es nicht geklappt hat mit meiner Riesendummheit, laufe durch die Dunkelheit an einer neuen Kneipe vorbei – Meze heißt sie, helles Interieur, freundliches Licht – als eine Frau von innen gegen die Scheibe klopft und mir zuwinkt. Auch ihre Tischnachbarin winkt jetzt, beide grinsen und wedeln heftig durch das Fenster, springen von ihren Stühlen auf, machen Zeichen reinzukommen.
WeiterlesenNix kaufen bei Marbello
Dienstag. Ich bringe nur die Auswahl zurück. Ich kauf heut nix, sage ich zu Elke. Sie nickt und nimmt mir die Tüte ab: Hat’s ihm nicht gefallen? Nee, zu geblümt, sage ich. Stellt sich die Frage: Mann oder Kleid zurück? Ich tue entrüstet, während Elke so tut, als räume sie das Kleid bloß schnell an den Kleiderständer. Sie macht das schwer konzentriert, und daran merke ich gleich, so konzentriert kann eine an einem entspannten Samstag Vormittag wie diesem gar nicht sein, wie Elke jetzt scheint, wie sie das Kleid zuerst auf den Bügel hängt und zurecht zieht und dann den
WeiterlesenGott macht Kaffeepause
Samstag. Enis sagt: Manchmal schläft Mohammed ja auch. Da werd ich dann doch mal ein bisschen Scheiß bauen können! Niels sagt: Wenn mir was Schlimmes passiert, dann stelle ich mir vor, der liebe Gott macht gerade mal wieder Kaffeepause. Dieser kleine Schlaumeier! Guckt ganz betrübt und stellt mal eben die Theodizeefrage auf den Kopf.
WeiterlesenOst und West
Montag. Wenn PM was so richtig lustig findet, ruft er Nein, Nein, Nein!, in einem geradezu flehentlichen Ton. Manchmal greift er sogar nach meinem Arm, denn es könnte ja sein, dass er gleich vor Lachen stirbt. Nein, Nein!, und er windet sich vor Lachen und auch ein bisschen vor Ekel, als ich ihm von einem lange Verflossenen erzähle, der seine Bettwäsche nur ein Mal im Jahr wechselte. Nach einem Semester drehte er sie auf links, nach dem nächsten wurde sie abgezogen und gewaschen. Es war derselbe, der im Winter mit einer Sofadecke um die Schultern durch die Straßen zog, wir
WeiterlesenUno im Boulanger
Donnerstag. Uno-Abend im Boulanger. Folgende Fragen wurden erörtert: – Wie ist die Textur der Macadamianuss? – Wie hält die gefährlich hängende Hose des Typen am Stehtisch? – Wer hat die Romantik gelöscht? – Wem soll Peter ein Kind machen?
WeiterlesenRätselhafte Maschine
Samstag, B.N. Mein Blick fällt durch PMs Esszimmerfenster auf das Nachbargrundstück. Eher ein Anwesen ist dieser parkähnliche Garten mit einem großen Haus, das früher mal eine Brauerei gewesen ist. Hellbrauner Feldstein. Hohe, weiß gestrichene Fensterläden. Man ahnt die blankgeputzten Messingleuchter, die Pendelleuchte mit grünen Glasschirmen, die gepolsterte Sitzbank für drei Generationen … Landhausästhetik. Warum mein Blick auf das Grundstück fällt, ist kein Zufall. Etwas bewegt sich nämlich darauf. Eine Katze, denke ich, weil das, was sich da bewegt hinter der kargen und noch winterlich durchscheinenden Hecke, grau, rundlich und eben katzengroß ist. Gehalten wird mein Blick dann aber von der
WeiterlesenArmer reicher Hoeneß
Freitag. Hoeneß ist verurteilt. Dreieinhalb Jahre Gefängnis mit Aussicht auf offenen Vollzug. Da kann man nichts sagen angesichts der gigantischen Schuldsumme. Hoffentlich nimmt Hoeneß das Urteil an, legt seine Ämter nieder und geht in sich. Zeigt, dass er verstanden hat. Wie süchtig ist Uli Hoeneß?, wurde gestern noch Jens Reimer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gefragt (web.de vom 12.03.2014). Wie schön wäre es gewesen, den FC-Bayern-Präsidenten einfach für krank zu erklären. Einem Kranken hätte man Milde und Verständnis entgegenbringen können. Tatsache: Hoeneß war Extremzocker. Er selbst gab am dritten Prozesstag an, Tag und Nacht mit der Bank telefoniert zu haben.
WeiterlesenAlles im Fluss
Donnerstag. Wir könnten eine WG gründen, sagt Marion, ich glaube, mit uns würde es funktionieren. Wir haben uns am Abend zufällig getroffen und Pide und Börök gegessen. Die Leute lassen nicht ab von ihren WG-Plänen. Keiner hat mehr Bock auf Alleinsein, auf leere Häuser und einsame Abende. Ich auch nicht, weshalb ich mit Giulia zusammen wohne. (Jetzt hat sie sich aber verliebt. In einen Typen aus ihrer Reutlinger Firma.) Marion und Ebe haben sich, wie ich erfahre, ein 13-Zimmer-Haus gekauft. Als Kapitalanlage. Das ist ja interessant! Wär das nicht was? Alles ist in Bewegung, alles ist im Fluss.
WeiterlesenErstens, zweitens, drittens
Mittwoch. Erstens. Zweitens. Drittens!, sagt PM. Hat keinen Schiss, konkret zu werden. So einer ist das. Manchmal sagt er auch: Und Punkt!
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