Alles wird gut

Donnerstag. Lesung in Wohlfühlatmosphäre bei vollem Haus, bzw. Buchhandlung und interessiertem Publikum. Zweifeln und Hadern aufgehoben. Wohl eher der erdrückenden Arbeitsfülle der letzten Wochen zuzuschreiben. Ein fettes Dankeschön an den Kunstverein Eisenach, der alles so liebevoll organisiert hat. Sehr zugewandte Menschen kennengelernt. Anschließend mit S. auf ein Gläschen Wasauchimmer im Augustiner. Heute verschärftes Putz-Programm und letzte Organisationsfragen klären – morgen ist die Beerdigung von PM’s Vater. Eine Eisenacher Institution; die Kirche wird voll werden, zahlreiche Menschen haben sich angemeldet, ganz überwältigend, wieviele FreundInnen und Anhänger der 101-Jährige Achim Baier hatte. Heute Abend trifft sich vorab der engste Kreis von Trauergästen,

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Freude

Mittwoch. Steht eine mittlerweile volljährige Schülerin (9. Klasse!), die seit Wochen meinen Unterricht boykottiert und massiv stört und mich an meine pädagogischen Grenzen treibt, vor der Tür und entschuldigt sich: „Für alles, was in der letzten Zeit passiert ist.“ Wow! Ich denke kurz an die unzähligen Sonderkonferenzen, Gespräche, Termine mit KollegInnen, SozialarbeiterInnen, Eltern … und sage: Okay! Bin so perplex, dass sich Fragen erübrigen. Wer oder was hat den Schalter umgelegt? Das würde mich schon mal interessieren. What ever, darum gehts: Dranbleiben, egal was passiert. Sie ernst nehmen. Dann nehmen sie dich auch ernst. Kann aber dauern.

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Wende

Dienstag. Morgen Lesung mit meinem neuen Buch Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten. Noch nie habe ich mich dermaßen unvorbereitet gefühlt. Was ich ja nicht bin, es ist ein Gefühl. Kenne jedes Komma in diesem Buch, so oft habe ich es wieder und wieder korrekturgelesen und verbessert und rückverbessert und nochmal gelesen – jetzt wirklich für die allerletzte Korrektur: Laut, leise, auf Papier, auf dem Bildschirm. Korrekturen, ein Wort, das zum Synonym meines Lebens geworden ist. Es hat nichts mit Vorbereitung zu tun. Vielleicht muss ich NACHBEREITEN: Was mache ich hier? Warum bin ich hier, und wieso

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Ich nannte ihn Krawatte

Dienstag. Ich kenne auch Menschen, die so leben. Im japanischen Kulturraum gibt es für das Phänomen einen Begriff: Hikikomori. Dass man sich ändern kann, sich aus dem Sumpf rausziehen, macht mir Hoffnung. Ein hoffnungsfrohes Buch also über die sog. Hikikomoris, Totalverweigerer einer extrem fordernden Gesellschaft. Und über die Überwindung dieser Haltung: Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen, einer alt, der andere jung, beide radikal ausgestiegen aus dem Korstett gesellschaftlicher Normen und Ansprüche ihres jeweiligen Lebens. Im gegenseitigen Erzählen fassen sie zögernd wieder Fuß … Wir haben für diese Art geistiger und körperlicher Abwesenheit keinen Begriff. Und doch gibt es

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Frau Komachi empfiehlt ein Buch

Dienstag. Wenn die Verkäuferin Tomoka aus Tokio oder der Buchhalter Ryo mehr oder weniger zufällig in der Bücherei des Gemeindezentrums landen, treffen sie unweigerlich auf Frau Komachi. Sie sitzt hinter ihrem Tresen und filzt kleine Gegenstände, wenn sie gerade nichts zu tun hat. Doch kaum bittet ein Kunde nach Beratung, ist sie voller Aufmerksamkeit. In Sekundenschnelle hat sie die richtigen Bücher für die richtige Lebenslage ausgedruckt und überreicht sie mitsamt einem kleinen, gefilzten Gegenstand aus ihrer Schublade. Ohne große Worte weisen Frau Komachis Bücher und der Filzgegenstand in eine neue, ungeahnte Richtung, und wie durch ein Wunder löst sich der

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Gute Nachrichten

Montag. Vormittags fast zweistündiges Telefoninterview mit der FLOW. Die gründliche Vorarbeit hat sich ausgezahlt. Trotzdem immer diese Nervosität, nicht das Richtige zu sagen, und dann ist es zu spät … Nachmittags erfahre ich, dass die TV Hören und Sehen nächste Woche eine Buchempfehlung für „Was wirklich zählt“ abdruckt. Das Interesse an den 18 Hoffnungs-Geschichen scheint sich allmählich aufzubauen 🙂 Die BRIGITTE bringt im Juli-Heft ein Dossier zum Thema „Postiv bleiben“ mit einer ausführlichen Buchrenzension von „Was wirklich zählt“ 🙂 🙂 Und last but not least hat mir die liebe Dorle eine ganz liebenswerte Buchempfehlung bei Thalia geschrieben & geschickt! 🙂

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Familientag

Sonntag. Familientag. Viel Essen, viel Vorbereitung, viele liebe Menschen. Familie ist schön. Mein lieber T. extra aus Tübingen angereist. Nächstes Jahr zur selben Zeit am selben Ort – bei uns in Eisenach.

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Wartburgradio

Donnerstag.  Interview beim Wartburg-Radio. Tolles Gespräch mit Djuana Mannel. Inhaltlich und auch sonst hat es gematcht, sodass die Anspannung völlig verschwand. Manchmal liegt mir das Herz zu sehr auf der Zunge. Muss vorsichtiger werden.

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In einem Zug (Daniel Glattauer)

Donnerstag. Wie eine lange, gute Ehe funktioniert, will doch jeder wissen. Ich natürlich auch. Also her mit dem neuen Glattauer! ‚In einem Zug‘ ist doppeldeutig: Der Schriftsteller Eduard Brünhofer sitzt im Zug nach München einer Frau gegenüber, die ihn auszufragen beginnt und gar nicht mehr aufhört. Sie ist Psychotherapeutin und möchte dem Geheimnis seiner guten Ehe auf die Spur kommen. Je indiskreter ihre Fragen, desto widerspenstiger, aber auch nachdenklicher wird Eduard. Stimmt wirklich alles, was sie sich gegenseitig erzählen? Die Überraschung kommt am Schluss. Der Autor erzählt von Ehe. Seine Definition: „Das Programm, das zwei Menschen, die zusammenleben, miteinander zu

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