Mittwoch. Dann wollwirmal Schnippeln anfangen für heute Abend. Es gibt Raclette mit vielen Zutaten und feinen Dipps, same procedure as every year, wie üblich viel zu viel eingekauft. Diese Panik im Supermarkt vor leeren Schüsseln … Liebe Freunde aus Weimar und Eisenach kommen, ich freue mich auf sie und auf das neue Jahr. Ich wünsche euch und uns allen ein gutes Ankommen in 2026, Momente der Zufriedenheit und Dankbarkeit. Und nicht vergessen, es gibt immer ein paar schöne Dinge, die bleiben: der Kaffee am Morgen und der Ouzo am Abend, der Sonnenaufgang, der Blick aus dem Fenster … und vor
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I was very angry about it
Montag, Eisenach. Bin wieder zurück. Abends schöner, aber kalter Jahresausklang bei Freunden in der Garage mit reichlich Glühwein und Lagerfeuer. Einen Tag nach dem Friedenstreffen zwischen Selenski und Trump fällt Kiew nichts Besseres ein, als Putins Residenz mit Drohnen anzugreifen. Trump kommentiert den Vorfall in seinem ihm eigenen parataktischen Kindersprech: „Das gefällt mir nicht. Das ist nicht gut. Ich habe heute von Präsident Putin davon erfahren. Ich war sehr verärgert darüber. Es ist eine Sache, offensiv zu sein, weil sie offensiv sind. Es ist eine andere Sache, sein Haus anzugreifen. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um so etwas zu tun.“
WeiterlesenDie Sache mit der Freude
Freitag. Das Wort Selbstverwirklichung hatte für mich einen verheißungsvollen Klang: Nach Abenteuer, Antiautorität, Aufbruch. Es inspirierte mich. Ich war 14 und kam aus dem Badezimmer und erzählte es meinem Vater. Was ich alles vorhätte. Er holte mit der Hand weit aus und knallte mir eine. Und brüllte irgendwas von Mädchen, die von den Händen des Elternhauses in die Hände eines Ehemannes kämen, also nicht über Selbstverwirklichung nachzudenken brauchten, und das war schon damals erschreckend antiquiert. Ich sagte nichts, ich wurde nicht oft geschlagen, die paar Mal, an die ich mich erinnere, fand ich immer extrem ungerecht. Obwohl ich mir alle
WeiterlesenKirche, Essen, Familie
Donnerstag, 1. Weihnachtstag, Tübingen. Ich treffe mich mit A. vor der Stiftskirche. Sie ist voll, die Predigt redundant (die Völker sehnen sich nach Vereinigung ohne Grenzen), dafür werden viele Lieder gesungen. Organist ist der phantastische Ingo Bredenbach, der die alten Mauern zum Beben bringt. PM hat wirklich alles – Gans, Rotkraut, Klöße – in Eisenach vorgekocht und mitgebracht. Es geht ihm nicht gut, unser und besonders sein Leben ist zu anstrengend, außerdem ist er erkältet. Baby Z. freut sich am Paketeaufreißen. Alle freuen sich über ihre Geschenke, ich auch (der Strickmantel, den ich schon beim Zinser anprobiert hatte und dann
WeiterlesenIch bin nicht Stiller
Dienstag, Tübingen. Max Frisch, so sein Landmann Adolf Muschg ironisch, habe das Thema Identität nicht direkt erfunden. Aber niemand wisse damit so virtuos umzugehen wie der Schweizer Autor in den drei großen Werken Andorra, Stiller und Mein Name sei Gantenbein. „Ich probiere Geschichten an wie Kleider“, sagt Gantenbein. Das Leugnen des eigenen Ich, der Versuch ein anderer zu sein, die Flucht aus dem eigenen Ich in eine neue Identität – das sind die Gedankenexperimente, die Frisch hier durchspielt. Um zu erkennen: Es gibt doch kein Entkommen aus der eigenen Identität. Die Hölle sind eben nicht, wie Sartre behauptet hat, die
WeiterlesenHarter Stoff
Montag, Tübingen. Gabor Steingart in The Pioneer: „Bankrotterklärung der NATO/EU“ „Wer die heutigen Zeitungsseiten liest, die unisono die angebliche Geschlossenheit Europas bejubeln, könnte meinen, die Presse in Deutschland sei verstaatlicht worden. Eine mehrschichtige Wirklichkeit wird in die regierungsfreundliche Eindimensionalität gezwungen. Jede Konfliktlösung beginnt mit dem Aufarbeiten von Konfliktursachen – im privaten wie im politischen Raum. Diese Aufarbeitung unterblieb erneut: Der Westen geht weiterhin davon aus, dass John F. Kennedy legitim handelte, als er im Oktober des Jahres 1962 die Stationierung russischer Nuklearwaffen auf Kuba mit einer Kriegsdrohung verhinderte, während Putin illegitim handelte, als er im Dezember 2021 unter Berufung auf
WeiterlesenDankbar
Sonntag, Tübingen. Was für ein schöner Sonntagmorgen. Draußen Nebel, drinnen fast alles erledigt. Geschenke, Wohnungsputz, Baumschmücken. Hahaha, der Baum steht ja schon das ganze Jahr. Meine Schreibgruppe hat sich daran gewöhnt, die zwei Neuen haben sich am Donnerstag gar nicht mehr eingekriegt, dass ich den schon fertig habe. Wo ich doch gerade erst angekommen bin. Üppig behängt, mit neuen, zusätzlichen Glasfiguren aus der Manufaktur Laucha! Wie das Jahr, so neigt sich auch das Romanmanuskript dem Ende zu. Mal schauen. Ob das was wird. … PM ist da, der Megaweihnachtseinkauf auch erledigt, heute fährt er nach Eisenach zurück und kommt erst
WeiterlesenDanke!
Samstag, Tübingen. Gott sei’s gelobt, Merz ist in Brüssel gescheitert. Aus der Enteignung eingefrorener russischer Vermögenswerte zugunsten der Ukraine wird nichts. 16 Stunden umsonst verhandelt und die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Dass am Ende Recht und Vernunft siegen, liegt am Widerstand Belgiens, Italiens, Frankreichs, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns. Danke, ihr Länderchefs und -chefinnen, die ihr eure eigene Bevölkerung im Blick habt.
WeiterlesenDie Präsidentin lügt
Freitag, Tübingen. ist der Diebstahl von Zentralbankvermögen legal? Mir macht das Angst. Wann ist der Kipppunkt erreicht, und Putin tut wirklich das, was ihm seit drei Jahren unterstellt wird? Die EU-Führungsriege sehnt sich nach Krieg – so kommt es der unwissenden, aber interessierten Bürgerin vor. Wie lange kann eine unrechtmäßig ins Amt gehievte EU-Präsidentin samt ihrer Entourage noch mit dem Feuer spielen, Lügen verbreiten, willkürlich Sanktionen verhängen und uns, die EU-BürgerInnen, für dumm, für saudumm verkaufen?
WeiterlesenEs matcht
Freitag, Tübingen. Meine Schreibgruppe in Tübingen macht mich glücklich. So positives Feedback, mir wurde richtig flau im Magen. Einer hat es sogar in einen Text gefasst, oh Mann, das ging mir nahe. Ich glaube, ich kann ganz gut unvoreingenommen Menschen und Ideen zusammenbringen. Und inzwischen meiner Intuition trauen (langer Lernprozess). Jedenfalls kommen sie voller Erwartungen her und gehen beflügelt von neuen Ideen, Inputs und konstruktiver Kritik wieder nach Hause. Wir haben zwei neue Mitglieder, sie wollen dabeibleiben. Matcht!
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