Sonntag, Eisenach. Tanz im Freien, mitten im Wald unterm Sternenhimmel, das geht in der Phantasie mit Live-Rockband, netten Menschen und PM. In dieser Steigerung. Trotzdem frage ich mich manchmal: Was mache ich hier? Frage: Hört das mal auf?
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Ithaka – Julien Assange
Mittwoch. Ithaka ist ein australischer Dokumentarfilm über die Familie von Julien Assange und ihre verzweifelten Bemühungen, ihn freizubekommen – oder ihm wenigstens beizustehen. Seit der bekannteste Enthüllungsjournalist der Welt im strengsten Hochsicherheitsgefängnis Großbritanniens einsitzt, zusammen mit Mördern, Vergewaltigern und anderen Schwerstverbrechern, ist er für die Öffentlichkeit unsichtbar. In diesem Film ist er nur eine Stimme – durchs Telefon seiner Frau Stella. „Nicht Julien ist kriminell, sondern er ist von einem kriminellen Sumpf umgeben“, sagt sie an einer Stelle. Dem von der US-Regierung höchst erfolgreich bedienten Narrativ vom durchgeknallten Nerd, vom Ich-bezogenen Selbstdarsteller, der Staatsgeheimnisse „verraten“ habe, versucht der Film mit
WeiterlesenPEN
Dienstag. WOW! Der Präsident der dt. PEN-Vereinigung, José Oliver, in meinem Unterricht! Der im März erschienene Zeitungsartikel über unsere deutsch-ukrainische Lesung war für das Kulturamt ausschlaggebend, und es fragte an. Aber Hallo! Das ist kein Gefallen, sondern eine Ehre. Oliver kommt nicht allein, sondern hat den irakischen Schriftsteller Najem Wali dabei. Fast 100 Schüler*innen erleben live eine Podiumsdiskussion zw. Oliver und dem Exilautor Wali mit anschließender Fragerunde. Wir erfahren von einer Kindheit im Irak, von mehreren Fluchtversuchen und von einem Zickzackweg über persönliche und geografische Grenzen hinweg zum international gefeierten Schriftsteller zwischen zwei Kulturen, der schon in frühester Jugend wusste,
WeiterlesenTanzen und Freunde
Samstag. Abtauchen, eintauchen, sich mitreißen lassen – Die Premiere von Contemporary Dance 2.0 ist ein einmaliges, wunderschönes Erlebnis. Und wir sind dabei, PM und ich, zusammen mit W. und Freund*innen. Das ist W.s Geburtstagsfest, das er diesmal in verschiedene Events gesplittet hat. Mit Gauthier Dance haben wir die beste Wahl getroffen (ein Gefühl, das ich übrigens oft habe): 16 Tänzer*innen stellen die Dance Company vom Theaterhaus Stuttgart, die unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier Wahnsinniges, Berührendes, Aufwühlendes vollbringt. Vorher essen wir zusammen im Restaurant im Theaterhaus sehr gut und sehr anregend. Ich bin die einzige Frau, und
WeiterlesenArbeitsbericht
Freitag. Gestern also München. Interview mit der Schauspielerin und Buchautorin Elena Uhlig, in einer Hotellobby. Am Nachbartisch sitzt eine Frau, die auch keineswegs verschwindet, als sie merkt, was wir vorhaben. Wie festgeklebt hockt sie da, tut als würde sie lesen und lauscht die ganze Zeit mit Riesenpappohren (Jakob alias Gérome). Frau Uhlig Stimme wird immer leiser, und ich fummle ständig am Lautstärkeregler herum und bin gestresst. Deshalb mag ich Hotels oder Café nicht als Location für Interviews. Das Gespräch ist trotzdem gut. Ich kann Frau Uhlig einige Informationen / Gedanken entlocken, die in ihren Büchern so nicht nachzulesen sind. Maria
WeiterlesenBaerbocks bilderstarke Bronzerückgabe – Eine Bildergeschichte
Benin-Bronzen © dpa Als im vergangenen Jahr Außenministerin Annalena Baerbock und Kulturstaatsministerin Claudia Roth nach Nigeria reisten, hatten sie wertvolle Ware im Gepäck: 20 Benin-Bronzen aus fünf deutschen Museen, welche sich zuletzt in Sammlungen in Berlin, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Köln befanden. Ihr Ziel: Die 1897 geraubte Kunst an das Volk zurückgeben. Roth erklärte damals: „Wir geben heute Nigeria und den Menschen in diesem Land ihr kulturelles Erbe zurück. “ Doch Nigerias Staatspräsident teilt den demokratischen Gedanken der zwei Politikerinnen nicht. Muhammadu Buhari gab die Bronzen weiter an den König, den Oba von Benin. Das Volk schaut in die Röhre und der Reiche wurde reicher. Oba Ewuare II. (Oba of Benin) © imago Die Schweizer Professorin für Ethnologie Brigitta Hauser-Schäublin beschreibt die
WeiterlesenZusammengefügt
Samstag. Wenn wir so in einer großen Runde in der Wurstküche sitzen, PM, der extra hergekommen ist, E.’s Eltern aus Italien, mein lieber T. mit E. und der Vater meiner Kinder G. mit seiner Frau, das Baby wird herumgereicht wie ein seltenes Porzellan und so sieht es auch aus mit seiner riesigen rosa Schleife auf dem Kopf, und das Essen wird gebracht und das Sprachengewirr stört gar nicht, obwohl man sich mit manchen gar nicht verständigen kann, aber es reichen Gesten und ein Lächeln, dann weiß ich, dass die Dinge sich irgendwie zusammenfügen. Dass das meine Familie ist. Und dass
WeiterlesenZuversicht
Mittwoch. Die Baumwipfel entlang den Schienen, das Heranrauschen der Ammertalbahn, die ferne Polizeisirene durch die gekippten Fenster, die gebeugten Rücken, die Abi-Sweatshirts mit dem Motto, die Stille, die Angst: Mathe-Abi, fünf Stunden währende Pein oder auch nicht, einer lacht, als er jetzt auf Kommando den Aufgabenbogen aufschlägt, kein gutes Lachen, eher ein Zwei-bis-Drei-Punkte-Lachen von einem, der sich daran gewöhnt zu haben scheint, irritiert unterbricht der einführende Lehrer seinen Redestrom, wer soll sich die ganzen Anweisungen bloß merken. Die rechts von mir – ich sitze ganz hinten – packt eine zuversichtliche Vespertüte aus: Schokolade, Kekse, Käsebrote, Obststückchen. Auf der Tischkante hockt
WeiterlesenStopp!
Ha! Die Verantwortlichen machen sich vom Acker! Auf Künstlicher Intelligenz basierende Systeme wie ChatGPT sorgen derzeit für Aufregung, weil sie das Potenzial haben, die Welt zu verändern. Das sieht auch Googles KI-Chef Geoffrey Hinton so und warnt vor Gefahren. Der Godfather der KI befürchtet „ernste Risiken“ für die Menschheit. Mehr zum Thema Wissenschaft & Technik Erneut warnt ein Experte vor einer unkontrollierbaren Entwicklung besonders fortgeschrittener Künstlicher Intelligenz (KI). Geoffrey Hinton, führender KI-Entwickler beim US-Konzern Google, kündigte seinen Job und mahnte in der „New York Times“ vom Montag, die Fortschritte im Feld der KI bedeuteten „ernste Risiken für die Gesellschaft und
WeiterlesenVer-rückt
Dienstag. Immer mehr Unternehmen in Deutschland wandern ab oder melden Konkurs an (aktuell Reno mit 120 Schuh-Filialen!). Sie leiden unter den absurd hohen Energiepreisen, die doch durch das Sanktionsregime gegenüber Russland erst herbeigeführt wurden. Wie jetzt sogar die Mainstreampresse verlauten lässt, wächst sich Habecks Planung mehr und mehr zur Gefahr für den Standort Deutschland aus. Und Staat und Steuerzahler sollen wieder einmal in die Bresche springen, wenn es nach den Vorstellungen des grünen Ministers geht. Aber das ist nur eine der vielen Verrücktheiten unserer Gegenwart. Heute haben mich 10-Klässler gefragt, was „vergeblich“ bedeutet. Und „entschädigen“. Beide Worte sind Bestandteile eines
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