Montag, Diano Marina. Wanderung nach Cervo und wieder zurück. Die wunderschönen Altstadtgässchen fotografiert (wie schon im letzten Jahr), rumgesponnen, ein altes Haus zu kaufen und zu renovieren (jeder ital. Millionär müsste sich verpflichten, eins zu retten, um so das mittelalterliche Stadtbild zu erhalten). Auf dem Hin- und Rückweg bewundern wir die phantastischen Gärten mit ihren gigantischen Palmen, den Zitronen- und Orangenbäumen, die über Mauern und Wände wuchernden Bougainvillea, die duftenden Jasminsträucher (du riechst sie, ehe du sie siehst) und die Oleanderbüsche in allen nur vorstellbaren Rottönen. Rechts und links der Straßen ein endloser Saum von blühendem Ginster, Oleander und mannshohen
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Was bleibt
Sonntag, Diano Marina. Ausflug nach Bordighera. Spätnachmittags machen wir auf dem Rückweg Halt in San Lorenzo wg. der Schönheit der Kirche direkt am Strand. PM hat zu Letzterem nicht wirklich Lust bzw. ist zu kaputt von der stundenlangen Fahrerei im Stop-and-go-Modus. Alles wahnwitzig voll, Staus ohne Ende auf der Küstenstraße wie auch auf der Autobahn. Beim Rückwärtsausparken gegen eine Mauer gedotzt, ziemlich große Beule am Kofferraum. Meine Schuld? Schweigen auf der Rückfahrt, das sich bis zum Abend jedoch wieder verflüchtigt. Wir gehen in unser Lieblingslokal, wo du auf einen großen Palmengarten und dahinter aufs Meer blickst. Vor der Pandemie, 2018
WeiterlesenAtmosphäre
Samstag, Diano Marina. Bis in die Nacht quellen die Straßen von Menschen über. Geschäfte, Kneipen hochfrequentiert, sozusagen. Das WE gehört den Familien aus dem Umland, die hier am Meer entspannen, einkaufen und essen gehen. Wir warten lange auf J. und A., doch sie kommen nicht. Missverständnis? Wir sind zum Essen verabredet. Seltsame Stimmung / Verstimmung. Hintergrund nicht kapiert. Vielleicht interpretieren wir (ich) aber auch zu viel rein. Wir finden eine kleine Kneipe außerhalb des Zentrums. Könnte auch in Eisenach sein, sagt PM und betrachtet die Baustelle rechts und das verfallene Haus links. Das Essen ist gut, der Weißwein kühl und
WeiterlesenNicht der letzte Sommer
Freitag, Diano Marina. Tage voller Harmonie, einer wie der andere für die Ewigkeit gemacht: der volle Mond über dem Meer, die Nacht, die das Wellenplätschern durch die offene Balkontür trägt, leicht gebauschte Vorhänge und der Morgen danach in Blau, Gelb und Grün mit Blick auf das zum Greifen nahe Meer. Ein neuer Tag, eine neue Nacht undsoweiter, so lange, dass es sich ewig anfühlt. Darf es einem so gut gehen? Yes! Das kalte Poolwasser strömt über meine Haut, indem ich mit langsamen Zügen meine Runden drehe, zehn pro Tag, wie ich es mir vorgenommen hatte, danach in die warme Sole
WeiterlesenKorrekturen
Donnerstag, Diano Marina. Auf unserem Balkon mit Blick auf das dunkle Meer oder auf dem Balkon über uns, dem von A. und J., diskutieren wir über Gott und die Welt. Über Impfschäden und die mangelhafte Kommunikation zwischen Gesundheitsministerium und Bürgern während der Pandemie und über die fahrlässige Verurteilung von Impfkritikern und ihr Framinig in die rechte Ecke (beliebtestes Mittel, um mundtot zu machen, wie ja auch mit Kritikern der Russlandsanktionen verfahren wird). Von den Medien ganz zu schweigen, die sich eigentlich entschuldigen müssten ob ihrer kritiklosen Parteinahme für sämtliche staatliche Maßnahmen anstelle kritischer Neutralität, die aber zur Selbstreflexion gar nicht
WeiterlesenPlastikfantastik
Mittwoch, Diano Marina. Seit dem Weltumwelttag 2021 hat sich Plastik trotz umfänglicher Mahnungen und Forderungen nicht etwa reduziert, sondern wird weiterhin in rauen Mengen produziert: weltweit jährlich rund 460 Millionen Tonnen! Bis kommenden Freitag tagt die diesjährige Plastik-Konferenz der Vereinigten Nationen in Paris. Das Versprechen, nicht recyclebares Plastik zu verbieten, wird nach zwei Jahren einfach mal wiederholt; erinnern kann sich sowieso keiner mehr daran. Auch dieses Mal werden die Forderungen aus aller Politiker*innenmunde hilflos an der Realität vorbei hallen. Die Politik hat ihr Primat an die Wirtschaft verloren. Oder anders: Umweltschutz und Kapitalismus schließen einander aus. Sagt bloß niemand so
WeiterlesenNoch
Dienstagmorgen. Es ist ein einziger Moment, der mehr Klarheit bringt als Wochen und Monate der Gehirnakrobatik. Sich selbst trauen. Ewigen Dank, Doktor K. Cooles Gefühl: Es wird. Es wird sich finden. Kein Stress. Stress verengt. Die Gehirnwindungen und die Perspektive. Gestern Abend: Essen im Ludwig’s. Der Salat schmeckt vergammelt. Die Kellnerin fragt den Koch, der hat alles frisch geschnitten. Es ist die Marinade. Stimmt, sagt die Kellnerin, ich hab sie probiert, die schmeckt wirklich komisch. Kein Gläschen Sekt als Entschädigung. Auch komisch. Lauer Abend in Tübingen. Jetzt: Kaffee kochen. Brötchen holen. Koffer gepackt, nichts geht mehr rein. PM schläft noch.
WeiterlesenSortieren
Pfingstmontag, Eisenach. Sonne, penatenblauer Himmel, gleich zur Geburtstagsparty bei Tini. und A. Ununterbrochen schneit jemand rein, klopft an unser Küchenfenster, bleibt auf ein Käffchen und schaut sich um, was wir, eher PM, hier erschaffen haben: Ein kleines Paradies. Mental hänge ich hinterher. Sitze mitten im Grünen, Blick auf die Wartburg, von zugewandten, besorgten Menschen umgeben. Und habe furchtbares Heimweh. Morgen gehts erstmal nach Italien. Wiedersehen mit A. und J. in unserem schönen Diano Marina. Ich freue mich. Aufschub. Zeit. Zeit, mich im Kopf zu sortieren.
WeiterlesenBye-Bye Tina
Donnerstag. „Simply the best. Music legend Tina Turner sparkled across the stage and into millions of hearts as the Queen of Rock ’n‘ Roll. Her legacy will forever live among the stars. “ (US-Nasa auf Twitter). Während ich das morgige Interview mit der Drag Queen Betty BBQ vorbereite und zwischendurch in Gedanken den Koffer für Italien packe und dazwischen Leute in meine Wohnung lasse, die in die zwei freien Zimmer ziehen wollen, und ich nicht weiß, ob ich das will, und zwischenzwischendurch der Dachdecker durch mein Arbeitszimmer latscht mit dem tropfenden, kaputten Rohr über der Schulter, wegen dem neulich der
WeiterlesenRazzia
Mittwoch. Mit 15 Wohnungsdurchsuchungen wurde gestern eine bundesweite Razzia gegen die Letzte Generation durchgeführt. Was werden sie finden, das auf den Tatbestand einer kriminellen Vereinigung hinweist? Eimer mit Kleber? Klebebänder? Die Letzte Generation stört, sie nervt Autofahrer, die nicht zur Arbeit kommen, weil die Klimakleber wieder einmal die Straßen blockieren. Aber ziviler Ungehorsam, der nicht stört und nervt, ist eben keiner.
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