Dienstag. Im 1. und 2. WK wurden 150.000 Kirchenglocken eingeschmolzen, um Waffen daraus herzustellen. Michael Patrick Kelly hat diesen Prozess umgekehrt: Schon 2018 ließ er aus Kriegsschrott eine 470 kg schwere Glocke gießen, die er #PeaceBell nannte. Mit dem Projekt warb er – gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken – dafür, sich von Radikalismus und Gewalt abzuwenden:
„In einer Welt voller Aufruhr und Krieg warnt uns die Friedensglocke, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Ihr Klang erinnert uns, was es zu bewahren gilt: gegenseitigen Respekt und Zusammenhalt“, so Kelly, der die Glocke mit auf seine Konzerte nimmt, um damit eine Schweigeminute für den Frieden einzuläuten.
Nun hat Kelly das Projekt wiederholt: Kriegsschrott aus der Ukraine, den Freunde von Hilfseinsätzen im Kriegsgebiet mitbrachten, sind das Material für die neue Peace Bell. Letzte Woche ertönte sie bei seinem Konzert in Neu-Ulm zum ersten Mal. Die neue Glocke wiegt 840 kg, Granathülsen und Panzerstücke unter anderem aus Butscha sind in ihren Korpus eingeschmolzen. Und wieder dient als Schlägel ein umgearbeitetes Maschinengewehr.
Mit dem Erlös aus Ausstellungen, Konzerten und dem Verkauf von kleinen Peace Bells unterstützen Kelly und das Bonifatiuswerk ein Projekt zugunsten geflüchteter Waisenkinder aus der Ukraine sowie die PaderMahlZeit, das Gasthaus für Bedürftige in Paderborn.