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Dienstag. Wenn das Wasser auch noch knapp wird, dann gibt’s Mord und Todschlag.” Sagt Petra, die ich in der Stadt treffe. Die Luft wabert in den Straßenschluchten, wir bewegen uns wie Zombies. Tritt man ins Freie, ist das ein Gefühl, als fiele man gegen eine heiße Wand. Unbeschreibliche 39,5 Grad in Deutschland, in vielen Teilen Europas. Die Themen in den Medien oder auf der Straße changieren zwischen Gasstopp (wenn Putin nicht liefert …, große, heuchlerische Entrüstung), Ölkrise, Inflation, Hitzewarnung, Wassermangel und Waffen für die Ukraine.
Warm duschen nur noch drei Minuten!, mahnt Wirtschaftsminister Habeck unseren privathaushaltlichen Beitrag für die Ukraine an.  Als hätten die Ukrainer was davon, wenn bei uns allmählich die Lichter ausgehen. Russische Soldaten fangen die Waffenlieferungen aus dem Westen direkt nach ihrer Ankunft ab und sprengen sie in die Luft. Der Westen liefert nach. (Baerbock, ganz auf Bellizismus gebürstet: “Russland darf nicht gewinnen!”) Um sich greifende Kriegstollheit kaschiert die Brisanz der globalen Katastrophe. Als ob sich Zwei um ein Haus streiten, dessen Dachstuhl brennt. Sie merken nichts, sind mit Kloppen beschäftigt. Manchmal frage ich mich, wie unsere derzeitige Situation in 30, 40 Jahren in den Geschichtsbüchern ausgelegt wird.
Sehr seltsame, dystopische Stimmung. Auch die Kids sind davon ergriffen. Schrecklich! (Wenn ich an das L.chen und das T.chen denke, zieht es mir das Herz zusammen.) Wie ausgemacht, dass der Kollaps unmittelbar bevorsteht. Wir wissen nur noch nicht, wann.