Vorbild Österreich

Freitag, B.N. Unser Nachbarland führt uns gerade ein interessantes Experiment vor: Eine bürgerlich-ökologische Koalition. Nicht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners wie bei der GroKo, wo die Inhalte des jeweils anderen bis zur Unkenntlichkeit zerrieben werden.
Sondern jeder kann und soll seine identitätstiftenden Inhalte einbringen, die der andere zu akzeptieren hat. Damit gewährt der zwischen Kanzler Sebastian Kurz und Grünen-Chef Werner Kogler geschlossene Koalitionsvertrag den Bündnispartnern die maximale Freiheit: Die Grünen dürfen grün sein und ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2040 verfolgen (Aus für Kohle- und Ölheizung!, Ausbau des Bahnsystems). Die ÖVP darf schwarz sein und mit Billigung der Grünen dafür die illegale Migration bekämpfen (vorbeugende Sicherheitshaft für Gefährder).
Außerdem gibt es eine Zusatzklausel: Bei besonderen Herausforderungen dürfen die Parteien sich Mehrheiten außerhalb der Koalition suchen, also Kurz wahrscheinlich bei den Rechten und Kogler eher bei den Linken.
Fazit: Lasst mal die Jüngeren ran. Die haben Ideen, die haben Merkel & Co gar nicht.