Weihnachtsangst

Montag. Irgendwie ist Weihnachten immer mit Ängsten verbunden, mit einem schweren Herzen (typisch deutsch?) und dazu diese penetrante innere Strichliste, die ständig kürzer und dann doch wieder länger wird, je näher das Fest rückt. Seit Wochen gehen die Vorbereitungen, meine Wohnung ist umgerüstet, die Generationen alten Dekorationen stehen, der Baum steht auch, mein lieber Freund und Nachbar W. ist extra dafür am Freitag mit mir zum Toom gefahren. Gestern haben Sediq und T. ihn geschmückt. Darauf hat sich Sediq schon die ganze Zeit gefreut. Sie ist gespannt auf ihr erstes deutsches Weihnachten, aufs Essen, auf L. und B., die sie noch nicht kennt. Mit T. versteht sie sich gut, er war in letzter Zeit ein paar Mal da zum Chillen, was – wie schön – bei Muttern bestens funktioniert.
Die Hauptgang ist vor allem dank PM fertig. Der Rieseneinkauf ist dank PM auch fertig. Heute stehen noch die Suppe und die Nachspeise an, Geschenke verpacken, Lisas Zimmer richten für die Kölner, letzte Einkäufe …
Lisa ist schon nach Hause gefahren, sie wird wohl nicht mehr lange hier wohnen. Sediq leider auch nicht. Im Februar kommt ihr Freund aus dem Iran und sie ziehen zusammen. Hier um die Ecke hat sie eine Wohnung gefunden, wir können uns also weiterhin sehen. Ich werde sie, ihre Warmherzigkeit, vermissen.
PM ist gestern wieder abgefahren, muss heute arbeiten, fährt morgen nach Eisenach und kommt dann erst abends wieder her. Scheißfahrerei, auch immer mit Ängsten verbunden. Am 2. Weihnachtsfeiertag fährt er wieder zurück, um mit seinen Kindern zu feiern. Ich bleibe hier – die Kölner bleiben dieses Jahr ein bisschen länger, und das ist es, worauf ich mich schon die ganze Zeit freue.