Corona Diary – Allianzen

Freitag, B.N. Es läuft langsam an. Etwa eine halbe Million Menschen wurde bisher in Deutschland geimpft, das ist ziemlich wenig im internationalen Vergleich. Die BRD hat sich bei den Bestellungen bei Biontech (Mainzer Unternehmen des Forscher- und Gründerehepaars Augur Sahin und Özlem Türeci) / Pfizer (US-Konzern für die Produktion der Milliarden Impfdosen) zurückgehalten.
Im Sommer 2020 hatte man sich auf andere Anbieter festgelegt, welche nun jedoch mit der Zulassung ihrer jeweiligen Impfstoffe hinterherhinken. Erschwerend kommt hinzu, dass der Impfstoff von Biontech bei minus 70 Grad transportiert und gelagert werden muss – kompliziert und teuer. Jedenfalls müssen die Deutschen sich noch gedulden. Tausende alte Menschen, die im Wesentlichen die 1. Relevanzgruppe stellen, haben ihr Einverständnis längst gegeben und fragen sich, wo ihr Stoff und ihr Termin bleiben. So auch meine Mutter in NRW und PMs Vater in Thüringen.
Die Betroffenen werden von den Innenministerien auf die kommenden Wochen vertröstet. Die Verschleppung hat im Wesentlichen zwei Ursachen: die mobilen Impfteams sind momentan ausgelastet. Genügend Impfstoff ist zwar geordert, die Lieferung dauert aber noch.
Biontech / Pfizer bauen aktuell an mehreren Standorten neue Produktionsanlagen für die über eine Milliarde georderte Dosen. Geimpft werden muss jeder mindestens zwei Mal, eventuell sogar noch ein drittes Mal nach einem Jahr – soweit der bisherige Forschungsstand. Gesundheitsminister Spahn hat zugesagt, bis Ende Juni allen Deutschen ein Impfangebot machen zu können.
Große Hoffnung der Bundesregierung liegt jetzt auch auf dem Tübinger Unternehmen CureVac. Doch dessen Impfstoff ist noch nicht zugelassen. Ende des ersten Quartals sollen die nötigen Daten für einen Zulassungsantrag in der EU vorliegen. Im März oder April könnte es dann soweit sein. Um die Sache zu beschleunigen, ist CureVac mit staatlicher Vermittlungshilfe eine Impfstoffallianz mit der Bayer AG eingegangen. Und schon ist der Glyphosat-Skandal Geschichte …