Antiquiert

Freitag. Wie die Grünen sich jetzt regierungsfähig machen: Höhere Ausgaben für die Bundeswehr, gemeinsame europäische Kampfeinsätze, stärkeres Engagement in der Verteidigungspolitik – die neu-grüne Aggression in der Außenpolitik ist mir unheimlich.
Weckt böse Erinnerungen an Joschka Fischers Kosovo-Mission, als er 1999 über die Dörfer zog und für den Bundeswehreinsatz auf Stimmenfang ging. Auch auf dem Tübinger Marktplatz hatte er seinen Auftritt. Schien total angezündet von der schrägen Tatsache, dass ausgerechnet ein grüner Friedenspolitiker für den ersten deutschen Kriegseinsatz seit 1945 warb.

Und jetzt jubeln die Medien, die CDU, die Wirtschaftsverbände Baerbock und Habeck zu. Und alle haben eine Meinung dazu und kennen sich so super aus, bloß weil sie mal einen Spiegel-Artikel über die Ostukraine gelesen haben. Wenn man dann genauer hinschaut, lösen sich die Behauptungen oft in Fehlinformationen oder Meinungsmache auf (bes. beim russlandphobischen Spiegel). Das ist wie mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Keiner kennt die genauen Verhältnisse, aber jeder weiß sich zu positionieren. Mir macht das Angst. Das ist alles. Ach und noch was: Sich wehren mit Waffen scheint mir im Zeitalter der Digitalisierung ungefähr so antiquiert wie Vervielfältigung auf Matrize. Zukünftige Kriege stelle ich mir eher als drohnenassistierte Anschläge auf industrielle und militärische Einrichtungen vor, ohne Personenschaden, sozusagen, aber vielleicht sind das nur Wunschträume einer Unwissenden …