Samstag. Als ich mir das komische leuchtende Ding am Himmel genauer ansehen will, ist es ein Stern. Großer Schrecken. Ich sehe den Punkt als Strich. Auch die Mondsichel hat plötzlich auf einer Seite eine hauchfeine, zweite Linie. Nur wenn ich die Augen zukneife, sehe ich Mond und Stern wieder normal. Das ist wohl mein neues Normal: Ver-rückt, im wahrsten Sinn des Wortes. Es ist auf beiden Seiten, ich teste das sofort. Auf einen Schlag. OMG!, und ich hasse Brillen…
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Un-fall
T. hatte einen Unfall. Ein LKW ist ihm seitlich reingeknallt. Toter Punkt und so, der Andere habe ihn nicht gesehen (warum muss der dann überholen?). Keine Panik auf der Titanic, sagt T., ihm sei ja nichts passiert. OMG! Da pennt einer eine Sekunde lang … irgend so ein Trottel … und verändert u.U. das Leben eines Anderen (meines Sohnes!), nein, vieler Anderer um hunderachtzig Grad … wenn überhaupt … ist ja noch mal gut gegangen … trotzdem ist da so eine Wut und Fassungslosigkeit!
WeiterlesenNachtrag
Mittwoch. Um meinen letzten Blogpost ein wenig zu relativieren: Ich liebe Sprache. Weshalb ich die vielen Grausamkeiten, die ihr angetan werden, zutiefst verabscheue und – in Maßen – daran leide. Es ist ja vollkommen in Ordnung, dass jeder sich in den verschiedenen sozialen Netzwerken zu jedem Problem schriftlich äußern kann, auch wenn die Äußerungen sehr oft kryptisch bis unverständlich ausfallen. Oder im schlimmsten Fall einfach durch Emojis ersetzt werden. Aber da schreiben eben Leute, die eigentlich gar nicht schreiben. Für die die Umwandlung eines bestimmten Tatbestandes in Wort und Syntax keinen Reiz, keine Herausforderung darstellt. Die lieber den Smiley-Button drücken,
WeiterlesenIrre
Es gibt diese hochtalentierten Maßregler. Denen gebe ich immer so irre recht, bis sie irrtiert innehalten. Endlich.
WeiterlesenBabylonisches Deutsch
Die deutsche Sprache verändert sich. Das kann jeder beobachten, der viel mit Menschen zu tun hat oder einfach mal ab und zu Talkshows sieht. Da geraten manch einem die vier Fälle ganz schön durcheinander, die Tage des bestimmten Artikels scheinen gezählt, und ein reicher Wortschatz kommt einem fast schon antiquiert vor … Unter dem Einfluss der unter uns lebenden Migranten verschiedenster Nationen geht diese Entwicklung wahrscheinlich um einiges rasanter vonstatten als „früher“. Zum einen ist das nicht weiter verwunderlich. Wo Sprachvielfalt herrscht, herrscht mehr spielerische Kreativität im Sinne der gegenseitigen Anpassung. Das lässt sich schon an mehrsprachig aufwachsenden Kindern beobachten,
WeiterlesenAufstehen
Samstag. Heute Abend bin ich wieder zu Hause, aber was ist zuhause?, für mich inzwischen ja auch längst B.N., weshalb ich eben zwei Zuhauses habe (und hier voll mal die Freiheiten der zweiten Rechtschreibreform ausschöpfe). Gestern Abend im Bell’s von D. und M. verabschiedet. Donnerstag einen schönen Tag in Köln bei/mit L.und B. verbracht. Mittlerweile gut vorbereitet aufs „Amt“, manuskripttechnisch alles erledigt, good vibrations, Sonne, neuen Pullover von meinem Lieblingslabel an, jetzt noch Koffer packen und gegen Mittag fahren wir nach Tü. „Aufstehen“ hat gestern ihren Gründungsaufruf versendet, Thesenpaper oder Grundsatzprogramm hätten wir es genannt, aber ein Programm ist es
WeiterlesenWas ist ein Rebell?
Donnerstag, B.N. Idlib ist die letzte noch verbliebene Terroristen-Hochburg in Syrien. Bei den Terrortruppen, die die Stadt in ihren Fängen halten, handelt es sich um radikal-salafistische Al Qaida-Kämpfer. Jeden Tag hängen sie Menschen auf, deren Einstellung ihnen nicht passt, sei es, dass sie zu modern denken oder aber, dass sie pro Assad sind. Auch Andersgläubige werden in Idlib gehängt oder hingerichtet. Kleinen Mädchen wird die Vollverschleierung aufgezwungen, Frauen haben keine Rechte. Die Bevölkerung ist ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. ‚Rebellen‘ nennen unsere Medien diese Terrortrupps, gerne auch ‚gemäßigte Rebellen‘. Und die sind jetzt irgendwie die Guten. Das macht die Bundesregierung, die
WeiterlesenAlchemist von Donnersmarck
Mittwoch, B.N. „Als Künstler ist man Revolutionär und Freiheitskämpfer“ – ich bin megagespannt auf Florian Henckel von Donnersmarcks neuen Film Werk ohne Autor, dem dieser Satz leitmotivisch zugrunde liegen soll. Anhand der Biografie von Gerhard Richter soll der Film thematisieren, wie sich private Traumata in ein Kunstwerk, in goldene Kunst, verwandeln können – ein Prozess, für den von Donnersmarck das wunderbare Wort ‚Alchimie‘ reanimiert hat.
Weiterlesendown and up and straight ahead
Dienstag, B.N. Und jetzt kommt dieses Loch. Wie jedesmal, wenn man mit einer großen Arbeit fertig ist. So ungefähr wie nach dem Staatsexamen… Die Literaturliste stand noch aus, die ist jetzt auch fertig. Heute startet AUFSTEHEN. Heute erstmal Mutterbesuch.
WeiterlesenSüß
Montag, B.N. In einem türkischen Gemüseladen frische Datteln als Süßigkeiten entdeckt. Sehr froh darüber, war auf dem besten Weg zur Schokosucht. Am liebsten esse ich Datteln mit Ayran.
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