G.L.Ü.C.K.

Mittwoch, B.N. „Das Glück wird oft beschrieben als der Augenblick, in dem jeder Gedanke an die Vergangenheit oder Zukunft abgeschaltet ist.“ Schöner Satz, schöner Gedanke aus dem wunderbaren Buch Die Lieben meiner Mutter vom wunderbaren Peter Schneider.  

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Der Tod als Lehrmeister?

   Montag, B.N. Ein armer Vater von zwölf Kindern sucht für das dreizehnte einen Taufpaten. Den lieben Gott, den er auf der Landstraße trifft, will er dafür nicht, da dieser ungerecht seine Güter verteile. Auch den Teufel lehnt er ab, denn der verführe die Menschen nur zum Bösen. Als ihm schließlich der Tod begegnet, der von sich selbst behauptet, er mache alle gleich, schlägt der Mann ein. „Wer mich zum Freund hat, dem kann’s nicht fehlen“, fügt der Tod hinzu. Darauf bestellt der Mann ihn direkt zum nächsten Sonntag zur Taufe ein. Das dreizehnte Kind wächst heran. Eines Tages hält

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Ein Tag in Trier

Dienstag, B.N. Nach dem schönen Städtetrip ins schöne Trier würde mich mal interessieren, wieviel von Triers Grundfläche bzw. Immobilien dem Bistum Trier gehört. An jeder Ecke alte Schlösser und Verwaltungsgebäude mit kirchlichem Verwendungszweck, da fühlt man sich direkt an Rom erinnert … Übrigens auch, was die wunderbaren Schuhgeschäfte und die hervorragende Zitronentarte bei Café-Bar Nikos am Kornmarkt angeht  … Der  romanische Dom und die gotische Liebfrauenkirche muten dagegen eher protestantisch-schlicht an, und das Karl-Marx-Haus erinnert mit seinen vielen kleinen Zimmern und Treppen und dem kuscheligen Innenhof an das Lutherhaus in Eisenach. Seit diesem Jahr – Marx‘ 200. Geburtstag – zeigt

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Das Ende

Dienstag, B.N. Und weil die Küche komplett unter Qualm ist vom angebrannten Schinken, mache ich die Terrassentür auf und stehe, als wenn sie nur darauf gewartet hätten und das haben sie ja auch, in einer schwarzen Wolke aus Fliegen. Die schwirren an mir vorbei in Küche und Esszimmer und kleben in Nullkommanichts an den Fensterscheiben, an der Decke, an der Spüle, am Dunstabzug, an den Lampen, an meinem Teller, an meiner Gabel. In Knäulen hängen sie am Fenstersims, und an den Scheiben laufen sie wie Wasser von unten nach oben, eine neben, vor und hinter der anderen. Das ist wie

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Thüringer Begegnungen

Sonntag, Eisenach. Wiedersehen mit liebgewonnenen Freunden und freundlichen Menschen auf dem alljährlichen „Marienstraßenfest“. Morgens um drei geht es durch das menschenleere Eisenach zum Glockenhof zurück. Da musst du schon etwas genauer auf den Weg gucken, das unablässige Nachschenken von Sekt, Bier und Bowle macht sich bei PM und J. in einer leichten Schräglage und meinerseits in leichter Übelkeit bemerkbar. Spontan hängen wir noch einen Tag dran, so dass der Nachmittag voller familiärer Verpflichtungen in einen Warmumsherz-Abend voller Anregungen, (Selbst)offenbarungen und Erinnerungen mit Toff und J. übergeht (Kartoffelhaus!). PM’s Heimat- oder Nostalgiegefühle kann ich gut nachvollziehen. („Meine Heimat gibt es nicht mehr.“)

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Elvis im Massakerkapitalismus

Donnerstag. Wunderbare Doku von Eugene Jarecki gestern Abend auf ARD, The King – Elvis und der amerikanische Traum zum vierzigsten Todestag des Rock’n’Rollers: Nachdenklich, melancholisch, aufwühlend … Stellt eine Verbindung her zwischen dem Verfall des amerikanischen Super- und Herzeige-Stars und dem Verfall Amerikas. In ihrer Deutlichkeit deprimierende Streiflichter im Wechsel mit Szenen aus Elvis‘ Leben. Der traurige Held als Metapher, einem raffgierigen Manager ausgeliefert, den nie sein Talent interessierte, sondern das, was pinkepinkemäßig hinten rauskam. Widerlicher, menschenverachtender Typ, und Elvis, der naive Junge vom Lande, ist stolz auf die Aufmerksamkeit, lässt sein Talent verkommen und folgt der Spur des Geldes,

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Rekordjuli

Dienstag. 40 Grad draußen und drinnen 40 Grad, nicht rausgehen, arbeiten, arbeiten, nicht rausgehen, der Himmel ist schmutzig, der Regen hält nicht an, der Regen hält nicht, was der schmutzige Himmel verspricht.

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Leben in zwei Welten

Sonntag. Ye und auch T. sind ausgezogen, es ist wieder ruhig, leise in meiner Wohnung, so leise, dass es manchmal schmerzt, aber der Schmerz geht vorbei, das weiß ich, und ich muss ja arbeiten, seit beinahe einer Woche bin ich schon im Arbeitsmodus, im anderen Arbeitsmodus, feile am Manuskript, kürze zu Ausschweifendes, pointiere allzu Vages, schreibe die Kapiteleinführungen, das vor allem: Kurze Essays, in denen jeweils eine konkrete Eigenerfahrung den Ausgangspunkt bildet, was im einen oder anderen Fall noch einer Idee bedarf, was natürlich noch die Hauptarbeit ist … Sechs Wochen habe ich Zeit, keinen Tag länger. Arbeitsferien. Kein Urlaub.

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Direktsaft

Donnerstag. Keine Ahnung, wie die Fachkraft von Alnatura das angestellt hat, jedenfalls liegt das Zeug plötzlich in meinem Warenkorb und schon auf dem Weg zur Kasse zweifle ich, ob ich es trinken werde. Es kostet 18 Euro, was mir für so ein kleines Fläschchen ziemlich viel vorkommt. Wahrscheinlich hat sie die Tun-Sie-sich-doch-mal-was-Gutes-Platte aufgelegt, für die ich, ihre Durchschaubarkeit übergehend, offenbar empfänglich bin. Das Gute besteht in einer unscheinbaren braunen Flasche, genauer, in 330 ml hundertprozentigem Aloe Vera Saft. Diese Flasche, verpackt in eine grün-weiße Schachtel, steht anschließend über ein halbes Jahr (es war um Weihnachten rum) am Küchenfenster und macht mir

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