Lesen am Bodensee

Donnerstag, Konstanz. Ab Singen ist alles in den legendären Bodensee-Winternebel getaucht. Weiße Bäume und Wiesen, manchmal tauchen Pfähle auf, die ins Wasser führen, die Umrisse eines Bootes. Der See verschwindet im Nirgendwo. Die gut besuchte Lesung in der Stadtbibliothek Singen erwärmt mein Herz. Gar nicht genug schätzen kann ich als Autorin engagierte Menschen, die für die (Lese-)kultur brennen und nicht weniger engagierte LeserInnen in ihre Hallen holen. Die superaktive VHS Konstanz ist ein Beispiel dafür, wieviel einzelne Personen auf die Beine stellen können, wenn ihnen etwas wichtig ist. Für zwei Tage bewohne ich wieder das schnucklige Mansardenzimmer im sehr geliebten

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Querfront

Dienstag, Tübingen. Das ZDF-Politmagazin Panorama hat auch schon gemerkt, dass es Parallelen und faktische Verbindungen zwischen IslamistInnen und Neonazis gibt. Wie eine brandneue Erkenntnis wird die Thematik aufgerollt (am Neonazi und Islamist Sascha Lemanski), ebenso wie die historische Verbindung zwischen Nationalsozialisten und der Muslimbruderschaft im Jahr 1941 („Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion“, schwärmte Heinrich Himmler über den Islam). Die Ideologie der Hamas nährt sich aus der Tradition der ziemlich genau 100 Jahre alten Muslimbruderschaft, die einst mit Hitler kooperierte, was Judenhass und -vernichtung anging. Als pan-islamisch ausgerichtete Organisation ist die Muslimbruderschaft heute nicht nur in allen arabischen Staaten,

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LU-Mitte

Samstag, Tübingen. Wo sind die Frauen in Ludwigshafen? Ich sehe nur Männer, zusammenstehend, zusammen kiffend, zusammen einen Transporter beladend, zusammen in der Shisha-Bar, zusammen in der Cafébar. Ich bin auf der Suche nach einem Café. Einem ganz normalen, wo es Cappuccino und vielleicht ein Stück Kuchen gibt. Ich laufe 30 min vom Hauptbahnhof durch die City, latsche sämtliche Querstraßen ab, bin viel zu früh dran, weil der Zug ausnahmsweise keine Verspätung hatte. Ich habe Zeit und Hunger und Durst und bin seit heute Morgen auf den Beinen. Eine Tür nach der anderen ziehe ich auf, es gibt viele Cafébars, jedes

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Erwartung

Donnerstag, Tübingen. Gegen den Einfallsreichtum der Natur kommst du nicht an. Du schlürfst deinen Kaffee, und das Morgenlicht ergießt sich durch das Küchenfenster in die hintersten Winkel. Wäscht die bösen Träume weg und befördert sie ins Gestern. Allein indem es jeden Morgen erbarmungslos hell wird, bekommst du, bekommt alles eine neue Chance. Die Sonne, der helle Wahnsinn! Welches Geschenk erwartet mich heute?

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Stramm antisemitisch

Mittwoch, Tübingen. Die Linke zeigt Haltung: Stramm antisemitisch. Man schaue nach Connewitz – ein Nest von Antisemiten, das sich selbst für antifaschistisch hält und Palästinenser für Opfer des US-Imperialismus. Opfer, die misogyn, mordend, plündernd, messernd und Kopf-abschneidend die Welt verunsichern, fett finanziert von Katar und Iran. Ganz zu schweigen davon, wie sie ihre eigene Bevölkerung behandeln: Als hungernde, elende Schutzschilde, abgeschnitten vom o.g. Geldfluss.

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Einfach einfach

Dienstag, Tübingen. In Niedersachsen hat das KuMi gestern beschlossen, das schriftliche Dividieren aus dem Lehrplan zu streichen – zu schwer für die Youngsters. Mich macht das unendlich traurig. Zu oft habe ich in der Regelschule in Eisenach die Erfahrung gemacht: Herausfordernder Lernstoff holt die Jugendlichen ab. Motiviert sie und macht sie stolz, wenn sie es geschafft haben. Zu oft habe ich erlebt, dass ein Lernbegleiter (unterstützt  Kinder mit Entwicklungsstörung, die im Unterricht aber oft die tollsten Gedanken entwickeln) mir ein Handzeichen gemacht hat, die Aufgabe sei zu schwer für diese als Hauptschulklasse „eingekurste“ Lerngruppe. Es war nie zu schwer! Sie haben

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Lesereise

Sonntag. Heute starte ich meine Lesereise mit ein paar Tagen Vorspann in Tübingen. Die Katastrophenmeldungen über das ach so schreckliche Winterwetter erweisen sich wie üblich als Panikmache: Herrliche Sonne, knirschender Schnee, ein paar Minusgrade. Ich setze auf die von Schneeflocken leider sehr leicht irritierbare Deutsche Bahn und hoffe, dass ich am Abend gut ankomme. Für die katastrophale Verbindung zw. Tübingen und Stuttgart, die ja zu 98% nicht funktioniert, hat Boris Palmer eine Lösung durch Fahrplanänderung ersonnen, sie bei der Bahn eingereicht, und voilà, ab Ostern soll sie konstruktiv umgesetzt werden. Muss erst der Bürgermeister kommen, um der lahmen DB-Führungsriege Beine

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KünstlerIn und Werk

Samstag. Brigit Bardot ist tot. Die Nachrufenden schwanken: Zwischen eher Bewunderung für das einstige Sexsymbol oder Empörung wegen ihrer fremdenfeindlichen Rechtsaußen-Gesinnung? Ich habe mich nie mit BB beschäftigt, kenne nur den Gossip aus der Friseurpresse, die ich 1 x im Monat konsumiere: dass sie Tiere den Menschen vorzog und mit ihrem Sohn weniger als nichts anzufangen wusste. Ihre Autobiografie wird jetzt häufig zitiert: Die Bardot habe ihre Schwangerschaft als „Tumor“ erlebt und ihrem bedauernswerten Sohn den Titel „Gegenstand meines Unglücks“ verliehen. Immerhin erkennt sie: „Ich bin nicht dafür geschaffen, Mutter zu sein. Ich bin nicht erwachsen genug.“ Ein wahnsinnig verletzendes

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