Finito, Seele

Tübingen. Hab gestern Nacht schlaflos in Seatt- äm, Tübingen Reals geguckt, die ich z.T. wahnsinnig lustig fand. Draußen wurde es langsam hell, aber ich konnte nicht aufhören. Heute tagsüber verzog sich meine Miene bei denselben Reals nicht mehr, kein bisschen. Ich habe es getestet, weil es mich interessiert: Ist man nachts so anders drauf als am Tag? Wäre eine interessante These, für die mir noch die Begründung fehlt. Ansonsten wasche ich Wäsche vom Urlaub – und warte. Ich warte und warte und hoffe. Das ist sehr anstrengend und kraftraubend, die Kraft bräuchte ich eigentlich für was anderes. Konzentration, Fokussieren, im

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Es ist nicht, wonach es aussieht

FAZ-Auslandskorrespondent Michael Martens fragt am 10. August auf einer Pressekonferenz in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“. Man glaubt, sich verhört zu haben, hat man aber nicht. Die F.A.Z. erklärt später, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen, und äußerte Bedauern. Es sei nicht die redaktionelle Linie der Zeitung, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Ich finde, das Video spricht für sich selbst. Und ich frage mich: Gehört es zu unserer neuen Realität, dass wir solche barbarischen Fragen ertragen müssen? Sie gar gut finden

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Der Fall Hüber

Donnerstag, Tübingen. Den Fall Sven Hüber kann man nicht einfach stehen lassen. Hier sind gleich mehrere unerhörte Ereignisse zusammengefallen. In die Öffentlichkeit lanciert, um der bedrohlichen AfD einen Fallstrick zu legen, erweist sich die Affäre, wie so oft schon, als ein finaler großer Dienst an die AfD. Sven Hüber ist Vize-Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, das muss man ja erstmal wissen. Vor wenigen Tagen sorgte er für Erstaunen, Irritation und auch Wut, indem er sich mit einem Aufruf der Befehlsverweigerung an alle PolizistInnen im Falle einer AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt in die Schlagzeilen brachte. Gleich zum Downloaden mitgeliefert wurde eine Anleitung

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Isola San Giulio

Dienstag, San Giulio. Am vorletzten Tag wollten wir natürlich noch auf Insel, die sich als wahres Schatzkästchen erweist. Morgen ist nochmal ein fauler Tag geplant, und dann finito. Wir haben viel gesehen. Drei Wochen Kunst, Kultur und wunderschöne Landschaften. Ich bin dankbar, dass wir das zusammen erleben durften. In der romanischen Basilica San Giulio geht mir das Herz auf: Allover Fresken! Wie kann es sein, das dieser moderne Engel im Stil von Barlach 800 Jahre als ist?  

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Romanschreiben

Montag, San Giulio. Meine britische Lieblingsschriftstellerin Deborah Levy schreibt: „Wie sollte ich mir hier einen Platz schaffen, an dem ich auch im Winter leben und arbeiten konnte? Einen Roman zu schreiben erfordert stundenlanges Stillsitzen, wie auf einem Langstreckenflug – mit unbekanntem Ziel, aber halbwegs festgelegtem Streckenverlauf.“ (aus: Was das Leben kostet, S. 46)

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Last Impressions

Samstag,Venedig. Abschiedsfeeling. Noch einmal durch die Gassen laufen, die Oper anschauen, die wir gestern nicht gefunden haben (wir haben sie nur um wenige Gassen verfehlt), essen in unserem Lieblingslokal … Tschüß, Du Schönheit …

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Big Baselitz

Samstag, Venedig. Am letzten Tag mit dem Wasserbus zur Insel San Giorgio Maggiore. Und ein Juwel entdeckt. Begleitend zur Biennale zeigt die Fondazione Giorgio Cini eine phantastische Bilder- und Videoshow von und mit dem großen Baselitz: Eroi d’Oro (Goldene Helden). Mit seinem abschließenden Lebenswerk knüpft er an die Tradition mittelalterlicher Ikonen oder eines Renaissance-Malers Stefan Lochner an: auf unendlichkeitsverweisendem Goldhintergrund zart gezeichnete Nackte und Selbstportraits von sich und seiner Frau Elke. Im Video erklärt er ruhig / rational, was Auge und Herz intuitiv verstanden haben. Ganz klar, dass er sich mit dieser Meistershow verabschiedet. Selten habe ich eine so ergreifende Ausstellung

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