Dienstag. Später habe ich in großem Stil abgeräumt. Tasche auf, einmal übers Regal gefahren, und schnell raus. In der Zeit habe ich richtig gut gelebt. Die Parfums verkaufen sich ganz easy, ich bin immer alles losgeworden. Inzwischen war ich ja auf Heroin, ich brauchte das Geld. Einmal hat mich dann eine festgehalten, bis auf die Karlstraße raus hing die an mir wie eine Klette, und dann bin ich eingefahren. Als Ladendieb kommst du rein, als Autoknacker raus. Zwei Jahre Bau, da lernst du alles. J. erzählt das wie eine Filmszene. Wir lachen ein bisschen, es klingt lustig, bis der Satz
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Wenn sich was ereignet
Es gibt diese Ereignisse, von denen man denkt, wenn sie eintreten, ändert sich das Leben. Und dann kommen sie und gehen vorbei und ich frage mich, ist jetzt was anders? Oder habe ich mich in Sekundenschnelle an den neuen Status gewöhnt?
WeiterlesenZucchero in Frankfurt
Sonntag. Zucchero – da kriegst du was auf die Ohren! Zucchero kann laut (später aber auch ganz zart und melancholisch) bombastisch, Lightshow, Leidenschaft, Emotionen pur. Der Klangteppich wabert durch die Frankfurter Festhalle und lässt die Eingeweide von ca 15.000 Leuten vibrieren. Die ganze Zeit hast du ein Grinsen auf dem Gesicht, weil es einfach so gut ist. Zucchero ist Tina Turner, Eric Clapton, Pavarotti und Stones zusammen. Das Multitalent hat ein mitreißendes Programm und großartige Musiker im Gepäck, die jeweils mit fantastischen Soli glänzen, samt zwei überirdischen Sängerinnen. Die geben dem Publikum den Rest. Das tobt. Und will mehr. Eine
WeiterlesenSelbstoffenbarung
Donnerstag, Tübingen. In der Tübinger Stille, zwischen Freundetreffen und Schreibwerkstatt (wunderbare Texte wieder), reflektiere ich, dass ich langsam erst lerne, mich selbst ernst zu nehmen. Mich wichtig zu nehmen. Ist ja eher negativ konnotiert, wenn sich eine wichtig nimmt. So als sei das ein Manko oder ein Hinweis darauf, dass man Ambitionen hegt, die die eigentlichen Fähigkeiten übersteigen. So als sollten die Hoffnungen auf die eigene Entfaltung oder das eigene Wachsen als anmaßend entlarvt werden. Frauen, die sich selbst ernst nehmen, werden gerne demontiert. Lächerlich gemacht in ihren Ambitionen, in ihren Hoffnungen an sich selbst. Mich hat mal einer, nachdem
WeiterlesenLesung Gotha
Am 26. Juni lese ich in der bezaubernden Bücherstube Hannah Höch in Gotha: Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten Ich freue mich auf einen kommunikativen Abend und lebendigen Austausch mit Dir und Euch! Ticket-Anmeldung: 03621-29674
WeiterlesenFazite
Montag, Tübingen. Wenn mehrere Veranstaltungen an einem Tag stattfinden, dann ist das für mich wie Schule und Pünklichkeitsstress. Ich werde dann ganz langsam, bis ich weiß, dass ich es nicht mehr schaffen kann. Auf dem Weg lasse ich mich gerne von einem Schuhgeschäft ablenken. Es gibt immer irgendwo eins. Ich probiere ganz viel und kaufe in den seltensten Fällen. In jedem Fall gehe ich mit einem Triumphgefühl über die Zeit wieder raus. Das war schon bei meiner allerersten Lesung so: In Berlin, gesponsert von Bruno Banani, lasen wir erotische Kurzgeschichten in einer alten Fabrikhalle. Davon schrieb ich damals mehrere, und
WeiterlesenAbend der Literatur
Samstag, Nürnberg. Dabei waren: Nora Gomringer, Josef Haslinger, Klaus-Peter Wolf, Tanja Kinkel, Olga Martynova und Uli Rothfuss (Moderation)
WeiterlesenNürnberg lädt ein
Freitag, Nürnberg. „Über alles liebe ich die Freiheit“ ist das Motto, unter dem die Stadt Nürnberg ca. 100 Autorinnen und Autorin vom PEN Deutschland zum Empfang im Historischen Rathaussaal einlädt. Bei gutem Essen und Getränken haben wir Gelegenheit zum Connecten, Austauschen, Projekteplanen gemeinsam mit anderen schreibenden Menschen. Ich bin ja hier so etwa die superunrelevanteste Person überhaupt. Und trotzdem. Mittendrin. Glücklich!
WeiterlesenErlösung
Donnerstag, Tübingen. Wer über ein Kunstwerk nachdenkt, einen Roman, eine Skulptur, ein Musikstück, whatever, rückt dem Leben und dem Tod, weil der dazugehört, und allem, was um einen herum passiert und ist, näher. Das läuft auf einer Metaebene mit. Für andere verborgen, ist es immer da und lenkt mitunter ab und führt zu diesem glasigen Blick, mit dem kreative Menschen oft ihr Gegenüber belegen, um nicht unhöflich zu erscheinen, weil gerade etwas Wichtigeres ihre Gehirne in Bewegung hält. Die künstlerische Persona tritt in einen ein, sehr früh, wann genau, weiß ich nicht, vielleicht schon mit der Geburt, oder im Kleinkindalter,
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