Die Kings aus einer versunkenen Welt

Jeden Tag diese Nachrichten von einem, fünf, 140, 230 Toten, das ist bedrückend. IS tötet auf allen Kontinenten, man kann sich die Zahlen nicht mehr merken. IS – das ist eine Horde von feudalistisch organisierten Kings. Sie zeigen ihre Waffen, u.a. eine Art Astkniep, an dem noch das Blut vom Fingerabschneiden klebt. Was die Welt von IS zu sehen bekommt, sind primitive Männer im primitiven Gewaltrausch, die ihr primitives Weltbild mit aller Macht erhalten wollen. Sie töten Kinder, weil diese in die Schule gehen. Sie verschleppen Frauen für Sex und für die Küche. Sie können mit Autonomie und Freiheit nichts

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Opfergang

Freitag. Wenn dein Freund mit dir in Südfrankreich unterwegs ist und ihr an einen Badesee kommt, und zwei Französinnen sind dabei, irgendwelche Freundinnen von ihm – Exfreundinnen, Nursofreundinnen? Nebenherfreundinnen? – während du definitiv seine aktuelle Freundin bist, und die beiden Französinnen ziehen ihre T-Shirts und BHs aus, wie sie es an französischen Stränden machen, und du willst dir deine Sachen auch gerade über den Kopf ziehn, aber dann siehst du, dass die eine der beiden Mädels einen Hängebusen hat, wie es in ihrem Alter nicht unbedingt sein sollte, und sofort lässt du dein Shirt wieder los und bindest dir auch

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Lichtgrenze – Wort des Jahres 2014

Mittwoch. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat entschieden: Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014. Es bezieht sich auf die Berliner Lichtinstallation, die an den Mauerfall vor 25 Jahren erinnerte. Über 8000 leuchtende Ballons verliefen entlang der ehemaligen Grenze, die Berlin 40 Jahre lang in Ost und West geteilt hat. Für drei Tage zeichneten die Lichtballons den Verlauf der Mauer nach, dann schwebten sie in den Himmel davon. Die Wand aus Licht entschwand, so wie 25 Jahre zuvor am 9. November 1989 die Mauer zwischen Ost- und West-Berlin zu verschwinden begann. Die Installation des Künstlers Christopher Bauder verzauberte Hunderttausende Zuschauer.

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Mein Herrnhuter Stern

Dienstag. Jetzt hängt er wieder – mein rotweißer Herrnhuter Stern, im Wohnzimmer an der Deckendose befestigt, ein bisschen verknickt in den Spitzen, ein bisschen verbeult durch dreijährige Verbannung in die Kammer, und er ist Weihnachten und Kindheitserinnerung und Tradition und Geheimnis …

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Langer Samstag

Sonntag. Gestern Abend Das Versprechen (nach Dürrenmatt) im LTT gesehen. Gute Kritik im Schwäbischen Tagblatt. Schwieriges Thema für ein Theaterstück und wenn man den Roman kennt. Bin fast eingeschlafen, PM auch. Kann auch einfach an Überlastung und zu wenig Schlaf liegen. Kann auch daran liegen, dass wir eine Woche zuvor in Forever 27 (u.a. mit Jennifer Kornprobst) waren und anschließend einen tollen Abend in der LTT-Kneipe hatten. Solche Erfahrungen lassen sich nicht mal so eben wiederholen. Danach (!) waren wir einkaufen: Alles für unsere jeweiligen Weihnachtsfeste mit unseren jeweiligen Lieben und was man sonst noch so braucht: Von 23 bis 24

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Weihnachten

Freitag. Weihnachten nun doch alles ganz anders. Anruf von T.: Er kommt mit Freundin und möchte bei mir feiern. W., dem ich sofort eine Nachricht schreibe, meint daraufhin, dann feiert er auch bei mir, weil er doch mit mir mehr zu tun hat als mit Dorle. Dorle, die gastfreundlichste Weinachtsfeierin der Welt, nimmt es mit Fassung. Bin mir nicht sicher, ob sie nicht gar ein winziges bisschen erleichtert ist. Seltsam, erst gestern Vormittag habe ich mich im Vorbeigehen bei Blumen-Bisinger erkundigt, ob sie Weihnachtsbäume nach Hause liefern. Wieso habe ich danach gefragt? Da wusste ich doch noch gar nichts, oder doch?

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Collage XII

Grrrmmmm, puff, knall, peng! Hallo, ihr Süßen, und Platz da! einmal musste er ja kommen der Goldene Reiter im Kampf um mein Herz und meinen Spitzenhandschuh. Ins Visier genommen und abgedrückt und mitten ins Herz getroffen – Herzblut, Herzenswünsche – mit seinem coolen Lächeln unter schwarzem Wimpernschlag und droben leuchten die Sterne stahlblau –

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I Can’t Breathe* – Col. XI

Ich kann nicht atmen Immer am Rand Wir alle in einem Boot Und alle sind sich einig Im Fluss der Masse Schwimmt niemand gegen den Strom Niemand sei allein In guten wie in schlechten Zeiten Einer für alle und alle für einen Und alle für sich und einer allein Ganz allein Zynischer gehts nicht (*NBA Derrick Rose 08.12.14)

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Heute

Freitag. Heute rollt der letzte Wagen vom Band. In Bochum schließen die Opelwerke, die 1962 auf Bergbaugelände aufgebaut wurden. Heute Mittag ist Weihnachten bei mir ausgebrochen. Ganz plötzlich, nach zwei Jahren Abstinenz, bin ich über meine Weihnachtskartons hergefallen und hab Engel aufgestellt und Tannenzweige mit Sternen und Kugeln behängt und Lichterketten um Geländer und Regale gewickelt und Leuchter geputzt und den verratzten Blechnikolaus an die Wohnungstür gehängt. Die Glocken der katholischen Kirche nebenan fingen an zu läuten, und da habe ich auch noch die Krippe rausgeholt und genau da aufgebaut, wo sie immer stand. In meinem alten Leben. Schön. Warm.

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