Donnerstag. Heute ist Jahrestag der Ahrflutkatastrophe. Es war ein Mittwoch, genauer: die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Diese Nacht ist allen Betroffenen in die Seele gestempelt. PM hadert sehr, die Erinnerungen werden jetzt zum Einjährigen auch durch die vermehrten Berichterstattungen wachgerüttelt. Erstaunlich: Die Stimmen der Dokus werden immer deutlicher. Alles, was bisher nur hinter vorgehaltener Hand weitergeflüstert wurde, wird jetzt offen und vor allem öffentlich ausgesprochen – zum Beispiel, dass Landrat Pföhler zuerst mal seinen Porsche in Sicherheit brachte, anstatt in der Kreisverwaltung zu erscheinen. Zum Beispiel, dass er dann zwar doch dort erschien, aber nur für das Pressefoto zusammen
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Klare Worte
Mittwoch. „Nicht wer Kriegsverbrechen aufdeckt, gehört ins Gefängnis, sondern der, der sie begeht oder befiehlt.“ (Sevim Dagdelen über den Journalist Julian Assange, der die US-Kriegsverbrechen im Irak und die der NATO-Verbündeten in Afghanistan aufdeckte und publik machte).
WeiterlesenDanke Ranga Yogeshwar
https://www.ardaudiothek.de/episode/das-grosse-ganze-von-mdr-aktuell/ranga-yogeshwar-zum-ukraine-krieg-verhandeln-statt-eskalieren/mdr/10566077/?fbclid=IwAR3eDi5tiChAPnydC7V_xjdhDdaXX5NXRS3rAaJtznsGQm6jQn-ioT9X4wU&fs=e&s=cl
WeiterlesenWer …
… in die Zukunft blicken kann, mag entscheiden, wer Recht hat:
WeiterlesenWenn sich der Jahrestag nähert …
Montag. Ernsthaft? Niemand weiß, wer in der Flutnacht im Ahrtal – viel, viel, viel zu spät – den Katastrophenalarm ausgelöst hat? Landrat Pföhler, der in der Flutnacht nicht mehr gesehen ward, war am Telefon auffallend fahrig und sprach nur von seinem Haus, das in der Nähe der Ahr steht? Erich Seul von der Ahrweiler Kreisverwaltung hat um drei Uhr morgens in der Flutnacht Mitarbeiter aufgefordert, in die Kreisverwaltung zu kommen??? Zu einem Zeitpunkt, als Ahrweiler seit vier Stunden 5,09 m unter Wasser stand und die Kreisverwaltung, wenn überhaupt, allenfalls mit dem Hubschrauber zu erreichen gewesen wäre??? Fazit: Mein Name ist
WeiterlesenLieber sterben
Samstag. Die EU-Kommission und ihre Präsidentin wollen der Ukraine möglichst schon gestern den Kandidatenstatus für die Europäische Union verpassen. Von der Leyen fährt schweres Geschütz auf: “Die Ukrainer sind bereit, für diese europäische Perspektive zu sterben”, scheut sie sich nicht, in Brüssel vor zwei Wochen der verblüfften Öffentlichkeit zu verkünden. Jawoll!, lieber tot als rot, hat schon mein Opa gepredigt. Aber lieber tot als nicht in die EU … da müsste man doch direkt mal die Ukrainer*innen fragen … für mich klingt das nach Blut-und-Boden-Gesumms à la 1933 … habe die ganze Zeit bei diesem Kriegsgeschrei Nazi-Assoziationen … übel ist
WeiterlesenYoshimoto, Aoyama, Berg
Samstag. Ich lese (fast) nur noch japanische Autorinnen. Warum? Durch Zufall stieß ich auf Kitchen von Banana Yoshimoto, das ist schon ein paar Jahre her – und war fasziniert von der Leichtigkeit, Uneitelkeit, Genauigkeit ihres Erzählens. Die Gegenwart erscheint immer irgendwie durchlässig, und dahinter leuchten Optionen auf, von denen die Protagonist*innen (und Leser*innen) nur ahnen. Vergleichbare Literatur gibt es bei uns nicht. Das macht auch nichts – offenbar unterscheidet sich die moderne japanische Gesellschaft viel weniger von unserer, als ich vermutet hätte. Die Frauen sind emanzipiert, gehen ihren eigenen Weg und spinnen ihre eigenen Gedanken und Pläne. Mit dem Kultbuch
WeiterlesenKein Einzelfall
Donnerstag. Nachdem die Türkei ihre Blockade gegen den NATO-Beitritt von Finnland und Schweden aufgegeben hat, startet der Nordatlantikpakt offiziell das Verfahren zur Aufnahme der beiden skandinavischen Länder. Die ist teuer erkauft: Zuerst mussten Schweden und Finnland sich den türkischen Bedürfnissen beugen, indem sie sich verpflichteten, die kurdische Befreiungspartei PKK sowie die Gülen-Bewegung nachhaltig zu verfolgen. Heißt im Klartext: Kurdische Widerstandskämpfer*innen an die Türkei auszuliefern – voller Punktsieg also für Erdogan. Das nordatlantische Verteidigungsbündnis macht auf einem Nebenschauplatz mobil gegen die politische Vision von einem autonomen, demokratischen Kurdenstaat. Es sei angemerkt, dass die Vereinten Nationen, China, Russland, Indien und Ägypten die
WeiterlesenFamilientag
Sonntag. Aufgeregt, gestresst, angespannt, gespannt, froh, fröhlich, dankbar. Zehn Menschen, zusammengehalten durch Verwandtschaft oder Schicksalsfügung. Jung und alt und ganz jung trotz unterschiedlicher Weltbetrachtung in wohlwollender Kommunikation. Spätes und schmerzhaftes Aufdecken von Missverständnissen, das auch … besser jetzt als gar nie. Viel und gutes Essen, der Einsatz hat sich gelohnt. Nächstes Jahr wieder – in Eisenach?
WeiterlesenSpitzenkräfte
Von der Leyen erklärt uns bei Anne Will (ab min. 5.52), ohne dabei lachen zu müssen, wie die Korruption in der Ukraine erfolgreich überwunden werden wird: Also, die Ukraine sei ja schon weitestgehend digitalisiert – wir sollten uns alle ein Beispiel an ihr nehmen! Machen wir! Die weitere Digitalisierung würde – in dem zerstörten Land! – ganz automatisch dazu führen, dass dort keinerlei Geschäfte mehr zwischen Mensch und Mensch ablaufen können, die nicht in digitalisierter Form der strengen Korruptionskontrolle unterliegen. Die EU müsse sich allerdings reformieren, damit der Beitritt der Ukraine möglich wird. Aha! Unsere politischen Spitzenkräfte sind zurzeit die
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