Faber ohne Bönisch

Montag. Das gibts nicht – lassen die einfach Kommissarin Bönisch erschießen. Und Bönisch steht auch gar nicht mehr auf und blinzelt mit keinem Auge, weder mit dem rechten noch mit dem linken, das heißt, tot ist tatsächlich tot. Hat Anna Schudt etwa genug von der Rolle? Und wie gehts dann weiter mit dem Dortmunder Tatort? Der mir als Kamenerin (aber jeden Mittwoch Klavierstunde am Dortmunder Konservatorium mit anschließender Shopping Tour, leider meistens ohne Shoppen) natürlich der liebste ist. Wie kommen der verrückte Faber und sein Ermittlerteam jetzt ohne die Kollegin klar? Jedenfalls: Chapeau für zehn tolle Jahre und alles Gute

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Mittendrin

Sonntag. Warmumsherz. Nämlich bei intensiv nachholendem Austausch, Torte von Café Lieb und Thüringer Spezialitäten – Nachfeier mit meinen Lieblingskolleginnen. Ich kanns mir noch gar nicht vorstellen, sagt K., wie das ist, wenn du weg bist. OMG! – ich auch nicht (… aber Eisenach ruft!). Heute Morgen: Komm ich die Treppe hoch, riecht es nach Schokolade und Hyazinthen. Und gleich auch noch nach Kaffee. Und auf dem Klavier, zwischen Blumensträußen, lauter schöne Sachen in glänzendem, knisterndem Papier (ich bin leicht zu beschenken, freue mich grundsätzlich und freue mich über die Gedanken der / des Anderen). PM schläft, ist erschöpft von jetzt

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Bürger erschrecken

Mittwoch. Deutsche werden jetzt also zum Verlassen der Ukraine aufgerufen – direkt nachdem die USA dieselbe Maßnahme ergriffen haben. Wird hier aufgrund von Spekulationen ein Krieg vom Zaun gebrochen? Seit Tagen lancieren US-Militärs und Geheimdienste das Gerücht, dass der Einmarsch der Russen in die Ukraine unmittelbar bevorstünde. „Herr Putin, lösen Sie die Schlinge um den Hals der Ukraine!“ setzt Bundespräsident Steinmeier noch einen drauf. Wird hier das Szenario von 2003 wiederholt, als US-Außenminister Collin Powell die Weltöffentlichkeit über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak belogen hat, um ein Argument zu fingieren, in den Irak einzufallen? Eine Millionen Menschenleben hat diese Lüge gekostet.

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Ein Tag

Viele liebe Glückwünsche, Blumensträuße und schöne Geschenke zwischen einem knallvollen Arbeitstag – das tut gut. Am Abend mit meinem lieben T. und E. ins Ludwigs – koreanisch – sehr fein! Keine Zeit zum Grübeln, wozu auch. Anke: Beunruhigender wäre es, nicht älter zu werden. Ähm, yes …

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Vertrauen

Dienstag. Meine Tochter, meine liebe L., hat es ziemlich erwischt, zum Glück hat sie keine Langzeitschäden wie Erschöpfung oder Geschmacksverlust. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei absurden 1466,5; in Baden-Württemberg sogar bei 1564,5. Mit Sehnsucht wird der Peak erwartet, die Impfstoffe greifen bei der Omikronvariante nicht richtig, Tausende infizieren sich trotz Dreifach-Impfung und genesen auch wieder. Das Omikronvirus scheint nicht so gravierend, lässt sich offenbar wie eine Grippe überstehen. Trotzdem gibt es die Hysterischen, die panische Angst haben sich anzustecken, und es gibt die Impfpaniker, die sich ausgegrenzt und ans Hitlerreich erinnert fühlen und einem von Nanobots im Blut die

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Lösungsorientiert

Montag. Vor zwei Wochen hat mein Kühlschrank den Geist aufgegeben. Wegen Lieferengpässen bekomme ich erst Anfang März einen neuen. Jetzt habe ich ein Problem. Das Wetter ist warm und frühlingsmäßig, der Käse auf dem Balkon wird schnell gelb und wellig und die Reste vom Vortag riechen komisch. Ich muss jetzt sehr oft einkaufen gehen und dann alles sofort aufessen. Figurtechnisch nicht unbedingt von Vorteil. Heute habe ich bei Kieser einen Termin für ein unverbindliches Einführungstraining vereinbart. Es gibt immer eine Lösung.

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Zu Ende gedacht

Donnerstag. Gespräche mit missionarischen Impfgegner*innen (nichtmissionarische haben meinen Segen) hinterlassen bei mir jedes Mal den unguten Verdacht, just auf den im Dunkel der Unausgesprochenheit vor sich hingärenden Kern ausgesprochen faschistoiden Gedankengutes zu stoßen. Die Diskussion beginnt in der Regel damit, dass die betreffende Person erklärt, warum eine Impfung für sie nicht infrage kommt: Sie hält sich für sehr widerstandsfähig und braucht den Impfstoff deshalb nicht. Sie empfindet sich als gesund und gegen Viren gewappnet, gesünder und gewappneter als die meisten anderen, als Otto Normalverbraucher. Der nächste Gedanke ist naheliegend: Die Person selbst sorgt dafür, dass sie so gesund und widerstandsfähig

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Paul Celan: Corona

Montag. Corona* (1952)   Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde. Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn: die Zeit kehrt zurück in die Schale. * Im Spiegel ist Sonntag, im Traum wird geschlafen, der Mund redet wahr. * Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten: wir sehen uns an, wir sagen uns Dunkles, wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis, wir schlafen wie Wein in den Muscheln, wie das Meer im Blutstrahl des Mondes. * Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße: es ist

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Grüne AKW’s

Sonntag. Die EU-Kommission stuft Investitionen in neue Gas- und Atomkraftwerke im Rahmen ihrer Taxonomie-Verordnung als nachhaltig ein. Damit stellt sie sich gegen die deutsche Regierung, die diese Kategorisierung von Atomenergie als nachhaltig ablehnt. „Kompromiss ist nicht der Abschied von den eigenen Idealen“, beschwört Habeck seine Grünen-Partei: „Kompromisse sind die Kunst von Politik.“ Die EU Taxonomie soll Bürger und Anleger dazu bringen, in klimafreundliche Technologie zu investieren, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Aus der Doppelmoral wird nicht einmal ein Geheimnis gemacht. Das finde ich furchtbar!

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