Mittwoch. „Es ist Wahnsinn zu glauben, daß die Maschine uns auf dem Wege zur inneren Freiheit ein äußeres Mittel sein wird … Je mehr wir uns ihr anvertrauen, desto sicherer wird der Arbeiter unser Zar sein.“ Schreibt Alma Mahler-Werfel am 7. September 1927, und fährt fort: „Ich sah es am 15. Juli. Mein Haus ist jetzt elektrifiziert. Der Generalstreik war proklamiert, und wir erwarteten jeden Abend, plötzlich im Dunklen zu sitzen. Als wir noch mit Kerzen arbeiteten, konnte uns von außen her so leicht nichts geschehen.“ Die „Arbeiter“ „von außen“ sind heute die Programmierer, die Hacker, die Insider, die sich
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Dobrindt und die linke Meinungsvorherrschaft
CSU-Dobrindt ätzt gegen die 68er und ruft die „bürgerliche Revolution“ aus. Who the fuck is Dobrindt?
WeiterlesenGuten Tag, neues Jahr
Samstag, B.N. Das alte Jahr hat mit den Weihnachtsfeiertagen mit Familie aufgehört – das neue fängt mit Familie an: Einen Tag in Köln bei L. und B., die sich in ihrer neuen Wohnung mit Kreativität und Fröhlichkeit eine gemütliche Umgebung geschaffen haben, und einen Tag, gestern, in der alten Heimat (unkreativ und unfröhlich). Fazit: Meine Vorstellung, dass ein Besuch niemals Zumutung (Zwang / Gewissensdruck), sondern immer Gewinn (Freude / Wohlwollen) für beide Seiten sein sollte, gelingt mir nur bei L. und B. Dazwischen Arbeiten fürs „Amt“, was sich auch gut im Zug erledigen lässt. Dass ich Montag wieder im „Amt“
WeiterlesenFondue und Bowle
Montag, B.N. Silvester nur zu dritt, weil Jacek plötzlich (oder auch nicht so plötzlich) schwer erkrankt ist und sechs Tage auf der Intensivstation gelegen hat und vorgestern, als wir ihn und Anne in Hennef besuchen, so zart und zerbrechlich aussieht, wo er doch eigentlich ein Schrank ist, dass du einen Schrecken bekommst und sofort klar ist, dass da an gemeinsames Feiern, Feiern überhaupt, nicht zu denken ist. Sabine für zwei Tage aus Erfurt angereist. Bei Fondue und Bowle bis drei Uhr morgens gequatscht über alte und ganz alte Zeiten. Kein leeres Abwarten auf den Jahreswechsel, sondern die Fülle von drei
WeiterlesenFAZ vs. Precht
Sonntag, B.N. Der Wirtschaftsjournalist Sebastian Balzter hat am 30. Dezember in der FAZ einen Artikel über Richard David Precht geschrieben, der so ärgerlich wie durchschaubar ist: Reich durch Philosophie. Balzters geballte Jahresend-Entrüstung entfaltet sich schon hinlänglich in der im Titel suggerierten Unverträglichkeit dieser beiden Begriffe: Philosophie und Reichtum schließen sich gegenseitig ebenso aus wie körperliche Schönheit und Philosophie, das wissen wir ALLE, seit wir einst Kants Konterfei in irgendeinem Schulbuch entdeckt und vor lauter Langeweile seine lange Nase mit einer Brille versehen haben. Balzters Ausrichtung ist ausschließlich von Neid und Missgunst diktiert, oder besser: Davon durchtränkt. Das ist das einzig
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