Gestern – heute – morgen

Freitag. Heute Nachmittag übergibt L. mir die Jungs am Frankfurter Bahnhof, dann fahren wir nach Eisenach, wo sie bis Sonntag bleiben. Der Plan: Wartburg-Weihnachtsmarkt, Riesenrad fahren, italienisch essen gehen, zusammen kochen, Uno spielen und die ersten 6 Päckchen vom Adventskalender aufmachen. PM macht seine auch auf, wenn er da ist, und T. und E. packen in Tübingen aus. Sie haben ihren Spaß, dafür lohnt sich die Arbeit. Diesmal sind mir aber auch ein paar gute Sachen eingefallen. Heute Vormittag der Unterricht war cool. Sie lassen sich gut mitnehmen. Aha-Erlebnisse bei manchen, super Teilnahme, und meistens sind sie vollständig anwesend. Zwei

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Friedensangst

Donnerstag. Wegen seiner antiisraelischen Positionierung zitiere ich Michael Lüders nicht gern, aber mit seiner Einschätzung einer „europäischen Friedensangst“ trifft er, denke ich, den Nagel auf den Kopf: Auf die Friedensverhandlungen zwischen Washington und Moskau reagieren europäische Regierungen nicht mit Erleichterung, sondern mit Nervosität. Der Friede könnte ja ohne Europa ausgehandelt werden.Für Lüders – wie für viele andere – beginnt das Problem viel früher. Der Krieg sei zwar eindeutig völkerrechtswidrig, habe aber eine lange Vorgeschichte, die im Westen systematisch ausgeblendet werde. Zu dieser Vorgeschichte zählt Lüders vor allem die schrittweise Osterweiterung der NATO trotz früherer politischer Zusicherungen an Gorbatschow. Die seit

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Echt? Toll!

Dienstag. Wenn man sich freut jemanden Neues kennenzulernen, und dann wird man vier Stunden zugelabert, wie great und toll diese Person ist, während sie selbst keine vier Sekunden zuhören kann, weil es sie einen Scheiß interessiert, was andere zu sagen haben, dann hat man einen kostbaren Nachmittag in den Sand gesetzt. Schade um meine Lebenszeit.

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Einverstanden

Sonntag. „Ob wir etwas gebrauchen können?“, fragt er. Wegen der großzügingen Einladung, uns in seinem Haus umzuschauen und etwas auszusuchen, sind wir gestern nochmal nach Hamburg zu meinem Patenonkel U. gefahren. Wie schmerzlich es für ihn sein muss, zwischen all seinen geliebten Sachen umherzugehen und sie uns (der Verwandtschaft) zu überlassen, das lässt er sich nicht anmerken. Er rationalisiert den Schmerz weg: „Wir sind dabei, uns zu verabschieden.“ Ich stehe auf Altes, auf Familienstücke, und so habe ich Fotos, Bilder, aber auch Gläser und Geschirr mitnehmen dürfen. Und Bücher aus seiner beeindruckenden Bibliothek. Aus jedem Buch flattern Postkarten und Zeitungsausshnitte.

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Match Point

Samstag. Gestern haben wir uns Match Point angeschaut. Bei einem unserer ersten Treffen fragte PM mich nach meinem Lieblingsfilm, und ich sagte, Match Point von Woody Allen, und er sah mich etwas überrascht an und meinte: Meiner auch. Das fand ich bemerkenswert, weil der Film damals schon nicht gerade aktuell war, er ist von 2005, und kennengelernt haben wir uns 2013. Wir waren auch gestern wieder ergriffen von der Atmosphäre, der Musik, der großartigen Scarlett Johansson, hinter deren Präsenz alle anderen verblassen. Der Film wirkt zeitlos, weil dieses englische Oberschichtsgehabe irgendwie ‚aus der Zeit gefallen‘ daherkommt. Unterstrichen wird der Eindruck

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Durchhalten statt Frieden

Freitag. Als Trumps Friedenspläne durchsickerten, gingen die Rheinmetall-Aktien sofort runter. Danke, BlackRockLobbyKanzler, dass du dagegen hältst, wer will denn Frieden: „Wir werden in unserer Unterstützung der Ukraine nicht nachlassen! Und deshalb wird Deutschland die Ukraine auch im Bundeshaushalt 2026 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau unterstützen. Im Lichte der Ereignisse haben wir die Summe noch einmal um weitere 3 Mrd. Euro aufgestockt auf insgesamt 11,5 Mrd. Euro.“ (Kanzler Merz, Bundeshaushalt 2026: Generaldebatte & Etat, 26.11.25) Die USA arbeiten auf einen Ukraine-Frieden hin, im Schwarzerde-Land blüht die Korruption, als sei es eine einzige Mohnplantage. Und F. Merz weiß nichts Besseres zu tun,

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Der Wind dreht …

… und der Ton ändert sich. Bei Lanz spricht Eli Sharabis, der 491 Tage / 16 Monate Geiselhaft, angekettet im unterirdischen Tunnelsystem, überlebt hat und schließlich befreit worden ist, und eine Reporterin kommentiert: Was Trump in Gaza geschafft habe, das habe noch kein anderer geschafft. Wow! Bisher wurden alle seine Friedensbemühungen ins Lächerliche oder Verdächtige gezogen. Woher der plötzliche Sinneswandel? Die Medien scheinen einem großen Fingerzeig zu folgen, und alle beugen sich wie ein Kornfeld im Winde auf einmal Richtung Weißes Haus. Warten wir jetzt noch den 28-Punkte-Plan ab. Europa gehen die Mittel aus, um den Krieg in der Ukraine

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Unterwerfung

Mittwoch. Siehe „Die Unterwerfung“ von Michel Houellebecq. Besser kann man’s nicht darstellen, was in der französischen und genauso in unserer und in vielen anderen europäischen Gesellschaften passiert. Die Unterwerfung geschieht sanft, weil die Unterworfenen willig genug sind. Nur das Ergebnis – das schockiert sie dann doch! Ali Ertan Toprak: Bereits 2006 hatte ich als Mitglied der Deutschen Islam Konferenz öffentlich gesagt, dass der „legalistische Islamismus“ mittelfristig die viel größere Gefahr für uns westliche Gesellschaften darstellen wird. Erst 2018 hatte dann der Verfassungsschutz NRW diese Feststellung im Verfassungsschutzbericht aufgenommen. Der Westen hat zu lange weggeschaut. Zeit zum Handeln. DIE WELT, 25.11.2025:

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