Einzel Täter (bearbeitet)

Sonntag, Tübingen. Wen interessiert, ob ein Anschlag auf unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger, auf Minderheiten aus der LGBTQ-Community, auf Juden und jüdische Einrichtungen, von einem Einzeltäter oder von irgendeiner Gruppe ausgeführt wird?
Und warum ist das immer die erste, reflexartige Frage in den Medien?
Wie alle auch nur einigermaßen informierten Leute wissen, fordert die faschistoide Hamas seit dem 7. Oktober 2023 z.B. über Messangerdienste ganz direkt zu Einzelaktionen auf. Alle „Gläubigen“ in aller Welt sind aufgerufen, sogenannte Ungläubige zu töten. Mit dem Messer, mit der Machete, mit Gewehr oder einem Auto.
Meine SchülerInnen sind zum großen Teil Muslime. Ich erlebe sie freundlich und kooperativ, sie sind hier, weil sie einen Abschluss und eine Ausbildung machen möchten. Nur in Ausnahmefällen äußert mal jemand radikales Gedankengut. Die Morde rechtfertigt keine und keiner von ihnen, das ist mir persönlich wichtig und gut zu wissen. Zum Teil sind es MigrantInnen, die genau wegen dieser Islamisten geflüchtet sind, denen sie zu ihrem Schrecken dann hier, in den nicht differenzierenden europäischen Ländern, wiederbegegnen. Einige erklären mir aber auch rundheraus, dass sie auf die deutsche Gesellschaft überhaupt nicht angewiesen seien („Wir brauchen euch nicht“), weil sie ihre eigenen Communities haben. „Wir müssen nicht Deutsch lernen“, höre ich immer wieder. Sie sind in Großfamilien eingebettet, die natürlich Arabisch kommunizieren, die ihnen Jobs in Läden und Handywerkstätten vermitteln, die ihnen Geborgenheit und Familienzusammenhang garantieren. Soweit, so gut, daran ist nichts Gefährliches. Nur widerspricht das sämtlichen Integrationsbemühungen von Staat und NGOs, wenn ich das mal so sagen darf.
Ich glaube, niemand kann genau definieren, wo die Grenze zwischen Muslim und Islamist verläuft. Israelhasser sind sie fast alle, das gehört sozusagen zur Islam-DNA. Schwer, sich davon zu emanzipieren, wie mir scheint.Ich habe auch noch nie gehört, dass ein Islamverband sich von den Morden an Zufallsopfern, an Minderheiten, bes. an jüdischen Opfern öffentlich distanziert. Da blinkt für mich das allerröteste Alarmzeichen überhaupt auf.
Wir haben uns an die Opfermeldungen gewöhnt – wie auch an die Tatsache, dass sie überhaupt keinen Protest auslösen. Bin ich wirklich überrascht von dem Anschlag gestern beim CSD Berlin? Täter Islamist und polizeibekannt. Soweit, so schlecht. Reiht sich ein in die Nachrichten von der niedergestochenen und angezündeten Frau diese Woche im Stuttgarter Milaneo, von dem vor einer Woche von einem Afghanen niedergestochenen Studenten Marius in Trier (dessen Eltern durch Hassbotschaften aus der islamistischen Szene noch ein zweites Mal zerstört werden), von der mit der Machete geköpften Frau in Kelkheim vor zehn Tagen.
Wir haben uns daran gewöhnt. Unvorstellbar, aber ich beobachte es auch an mir selbst. Jede Woche ein oder zwei Ermordete – soviel Trauer kann eine Gesellschaft gar nicht aufbringen, die Trauer nutzt sich ab. Kurze Betroffenheitsbekundungen von den Verantwortlichen, Krokodilstränen, und bitte weiter geht’s.
Die ev. und kath. Kirchen weisen in den Städten auf ihre Gottesdienstzeiten hin; diese werden neuerdings durch Zeiten für das muslimische Freitagsgebet ergänzt. Gut gemeinter Versuch im Sinne der Integration, you know, falsches Zeichen für die Menschen, die unsere Gesellschaft als eine gefährlich überforderte Gesellschaft erleben.
Es sind eben leider, leider verdammt viele einzelne Täter, die sich in einer Beifall klatschenden, sehr, sehr großen Gemeinschaft aufgehoben, integriert wissen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (2.v.r, CDU), die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (r), und der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (l, CDU) geben eine Pressekonferenz im Kanzleramt in Berlin zu personellen Veränderungen in Regierung und CDU.