Mittwoch, Tübingen. Zwei, drei Tage TopThema in den Medien: Der Big Deal zwischen v.d.Leyen und Trump. 750 Milliarden US-Dollar für US-Energie plus zusätzliche 600 Milliarden Dollar mehr Investition in die USA plus von der EU abgenickte 15-Prozent-Zölle auf EU-Waren – kein Zoll auf US-Waren. Und im Gegenzug? Das war der Gegenzug. Weil, die EU-Zölle hätten ja auch 30 Prozent … oder 100 Prozent … wir sind also nochmal gut weggekommen. Sehr teures LNG aus den USA, gewonnen durch das in Deutschland verbotene Fracking, das muss der Bevölkerung der europäischen Staaten jetzt nur noch schmackhaft gemacht werden. V.d.Leyen: Man wolle ja absolut
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Es geht weiter
Dienstag, Tübingen. Täglich kommen neue Nachrichten aus Eisenach rein, während ich mich in Tübingen mit FreundInnen treffe oder meinen lieben T. und Baby Z. besuche und die Restferien genieße: „Meine“ JungautorInnen wollen weitermachen. Einige von ihnen wurden bereits für zwei Kulturveranstaltungen gebucht. Sie freuen sich und sind ein bisschen aufgeregt, und ich freue mich für sie. Für eine kleine Schreibwerkstatt reichts jetzt schon. Über Doodle haben sich vier angemeldet, drei überlegen noch. Mehrere Locations sind im Gespräch. Nächste Woche treffe ich mich mit ein paar Leuten von verschiedenen Einrichtungen. Nichts Schulisches soll es sein – kein Klassenzimmer, keine Anwesenheitslisten, keine
WeiterlesenUmgelabelt
Samstag, Tübingen. Wie kann es sein, dass Grüne zu den Waffen rufen, während die AfD als Friedenspartei zu punkten versucht? Wieso muss sich heute als rechts beschimpfen lassen, wer für pazifistische Positionen eintritt? Die klugen Gedanken von Oliver Schlaudt und Daniel Burnfin in: Die Geburt der woken Falken (der Freitag vom 9. Januar 2025) um meine eigenen Gedanken ergänzt. * Keine Frage, dass ich mich schon als Jugendliche links verortet habe: Mein Herz schlug links (Empathie) und wir, also ich und mein Freundeskreis, handelten links (gezielter Aktionismus). Wie teilten (fast) alles: untereinander, in der WG. Und mit der Arbeiterklasse (theoretisch
WeiterlesenMein Alptraum
Freitag, Tübingen. Genau DAVOR habe ich furchtbare Angst: Hab mich mal sehr gründlich mit dem Transhumanismus beschäftigt, weil ich zu einer Radiodiskussion zu dieser Thematik eingeladen war. Wir gehen in Meilenschritten darauf zu. Die meisten Menschen interessiert das nicht. Was ja irgendwie sehr unklug ist. Erst dieser Tagen hat Trump die Grenzenlosigkeit der KI postuliert: Keine Beschränkungen, keine Regulierung. Ein wunderschönes Baby sei die KI, man dürfe es in seiner Entwicklung nicht stören, man müsse es jetzt großziehen und ihm ermöglichen zu gedeihen. Wie zur Veranschaulichung postet er ein KI-generiertes Video von der angeblichen Verhaftung Obamas, während Trump selbst grinsend
Weiterlesen„Junge Texte aus Eisenach“ auf Hugendubel
Mittwoch, Diano Marina. Darüber freue ich mich auch aus der Ferne: Berührende Texte von Schüler:innen (Marcel Remme) Teddybär, Goldmedaille, Buch, Uhr, Kissen, Torschützenpokal, Brille und Handy. Dabei handelt es sich um Lieblingsgegenstände von Schüler:innen der achten und neunten Klasse der Staatlichen Regelschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Eisenach. Diese haben sie überwiegend in ihrer Freizeit beschrieben und die Bedeutung für ihr Leben verdeutlicht. Zu finden sind die Texte der Schüler:innen in dem Band „Junge Texte aus Eisenach“, veröffentlicht im stellaplan Verlag. Herausgegeben werden sie von ihrer Deutschlehrerin, C. Juliane Vieregge. Die Autorin und Bloggerin erlangte Bekanntheit durch ihre lesenswerten erzählenden
WeiterlesenKlarheit
Dienstag, Diano Marina. Vor 12 Jahren hat mich der liebe Gott durch die Hölle geschickt. Tagelang, nächtelang bin ich in der Gegend rumgerannt, wusste nicht wohin mit meiner Energie, meiner negativen Energie, die ich bis dahin gar nicht kannte. Habe nichts verstanden, wäre sogar zu meinem Peiniger zurückgekehrt (er sah mich so gerne weinen, dann fühlte er etwas; mein Part in dem Spiel erschreckt mich bis heute). Selbstwertgefühl am Boden lag. Ich dachte, das wars. Ich muss jetzt nur noch irgendwie für meine Kinder durchhalten. Dann fünf Jahre Psychoanalyse bei einem, der mir gewachsen war, der mir nichts durchgehen ließ.
WeiterlesenARD crasht Interview
Montag, Diano Marina. Wenn Staat und Medien und Polizei zusammenspielen, um das Interview mit einer unliebsamen Politikerin zu crashen, dann stimmt in unserer hochgelobten Demokratie etwas nicht. Darüber hinaus wohl ein Eigentor, wie das mediale Echo heute erkennen lässt, wieder einmal. Auf den sozialen Medien kommentieren zahlreiche Tontechniker mögliche technische Manipulationen des Schadenfroh-Spektakels um Alice Weidel. Man kann zu der AfD-Vorsitzenden stehen, wie man will – ein weiteres großes Unbehagen fügt sich zu den vielen anderen Unbehagen, die einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung in ihrer Selbstwahrnehmung mundtot, depressiv und eskapistisch zurücklassen. Die unwissende, aber interessierte Bürgerin fragt sich, wie
WeiterlesenIdentitäten
Montag, Diano Marina. Muss jetzt direkt zweimal hingucken. PM ist kaum wiederzuerkennen. Die Haut fast dunkelbraun, noch dazu hat er sich aus Faulheit einen Bart wachsen lassen. Der ist seltsamerweise plötzlich weiß. PM sieht irgendwie aus wie Sean Connery. Du siehst aus wie Sean Connery, sage ich zu ihm. Er freut sich. Gibt ja kaum einen schöneren Typen als Connery, aber ein bisschen sieht er auch aus wie Lenin, wegen der hohen Wangenknochen. Lustigerweise heißt PM in seiner Stasiakte Lenin. Endlose Seiten dokumentieren da die Streifzüge seiner Truppe durchs nächtliche Eisenach – und später, schon in der Medizinischen Akademie eingetragen,
WeiterlesenHaffners Frühwerk – Abschied
Sonntag, Diano Marina. Abschied von Sebastian Haffner, damals gerade mal 24-jährig, ist einfach ein schönes Buch. Ich wusste bisher nicht, wie Jugendliche in den Dreißigerjahren geredet haben. Jetzt weiß ich es. „Aber Hallo?“ haben sie damals schon gesagt. Leicht, locker, flockig ihre Sprache. Ein Hauch von Ironie, um die Schwere nicht zu schwer werden zu lassen: In der kurzen Zeit zwischen den Weltkriegen. Eine internationale Gruppe von Jugendlichen hat sich in Paris versammelt. Frühe Emigranten, wie die jüdische Teddy. Sie wird nicht mehr nach Berlin zurückkehren, ihr Instinkt lässt sie überleben: Tatsächlich ist Haffners Jugendliebe später von Paris nach Schweden gezogen,
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