Knaller Bücher

Mittwoch. Ich habe sehr viele Bücher. Jedes Jahr, wenn ich für die Steuer die Belege sortiere, bekomme ich einen Schrecken und nehme mir vor, im nächsten Jahr weniger Bücher zu kaufen. Ich weiß jetzt schon, dass mir das nicht gelingen wird. An jedem meiner beiden Wohnorte gibt es diesen einen wunderschönen Buchladen, wo du stundenlang stöbern kannst, ohne dass dich einer nervt. Ich habe eine Schwäche für allerlei schräges Zeug. Auf die Weise finde ich solche Kleinode wie Superhits der Showa-Ära von Ryu Murakami (Septime Verlag Wien, 2024) Der Philosoph aus Japan versteht sich darin, die Sprache einer lost generation

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Wo gehen wir hin?

Dienstag. Während auf Greta Thunbergs Rettet-Gaza-„Flotte“ ein queerer, muslimischer Aktivist von Bord geworfen wird, weil andere muslimische Aktivisten, allen voran Gaza-Flottillenkoordinator Khaled Boujem, ihre „heilige Sache“ durch ihn bedroht sehen, gehen in Berlin 100.000 gehirngewaschene Leute „für Gaza“ auf die Straße. Also gegen Israel. Organisatorin ist Die Linke. Diese Partei hat mit der Gaza-Demo zwei katastrophale Fehler begangen, die sich gegenseitig verstärken: 1. für antisemitische und Hamas-nahe Organisationen sind Kritik und Widerstände aus dem Weg geräumt; 2. den schwankenden, noch latenten AntisemitInnen aus der politischen Mitte wird gezeigt, mit welcher Sprache und welchen Ausdrucksformen sie endlich ihren unbewussten (?) Judenhass artikulieren können.

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Von Versagern und Eliten

Montag. Seit einem Monat habe ich eine neue Lerngruppe. Charmant, superinteressiert, aufgeschlossen – und allesamt Schulabbrecher: Versager, Loser, Langzeitarbeitslose. Mit diesem Stempel auf der Stirn müssen sie leben. Auf dem Programm steht „Wiedereingliederung“ und später Hauptschulabschluss, bei einigen Realschulabschluss. Ich unterrichte sie in Deutsch. Und freue mich aufs kommende Jahr … … mit dieser Elitetruppe! Ausgerutscht auf einem oft unmenschlichen Schulsystem, das auf Selektion, nicht auf Förderung ausgelegt ist (ja, jetzt mal Klartext: Was ich in den letzten zwei Jahren hier an Repression und Verachtung und Diffamierung und Erniedrigung erlebt habe, ist kaum noch zu überbieten), im Selbstwertgefühl auf die

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Zufrieden

Sonntag, Tübingen. Einfach nur schön – Voller Rathaus-Saal, aufmerksames & interessiertes Publikum, viele inspirierte und inspirierende Nachfragen (Workshops etc.) und ein guter Buchverkauf – was will ich mehr? Danke Osiander und Michael Raffel vom Orga-Team des Tübinger Bucherfestes. Isch over und gut war’s!  

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Lesung Bücherfest

Samstag 13 Uhr Rathaus Tübingen: Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten   Deutschland, lass uns reden Bücherfest Stars, Debütanten, Lyriker, Prosaisten, Lokalmatadoren: Alles zum Bücherfest Ende September, das diesmal – und das ist etwas Neues einen politischen Akzent setzt. Der Vorverkauf ist eröffnet. (Von Peter Ertle) Nein, die Veranstaltung Ende September ist gewiss keine politische, sondern eine literarische Demonstration, und insgesamt lässt sich beim Blick aufs Programm auch eher sagen: Alles beim Alten – beim guten Alten, denn das Tübinger Bücherfest gehört sicher zum Besten des hiesigen Kulturangebots, mit schöner Verlässlichkeit alle zwei Jahre. Was sich auch

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Wahr, gut und nützlich

Dienstag. Keine Ahnung, wie andere zu ihrem Urteil kommen. Ich kannte Charlie Kirk vor seiner Ermordung gar nicht. Bei Bernie Sanders hört sich das alles sehr viel differenzierter an als in einigen hysteriegeschwängerten Berichterstattungen, die ich gefunden habe. Und da Bernie ein Linker ist, macht er sich wohl kaum verdächtig, Kirks Wirken aus einer „rechtsextremistischen“ Ecke heraus zu würdigen. Bemerkenswert auch H. Martensteins Artikel über die Niedertracht deutscher Medien in Bezug auf Kirk. Ich wundere mich zunehmend, dass Kirks kontroverse Ansichten immer als Erstes in die Waagschale geworfen werden, so nach dem Motto: Bedauerlich, ABER … Anständig fände ich es

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Ich errege mich, also bin ich

Wir werden nicht von dem zerstört, was wir hassen, sondern von dem, was wir lieben. Damit hat der amerikanische Soziologe Neil Postman („Wir amüsieren uns zu Tode“, 1988) seine Kritik an der modernen Medienindustrie auf den Punkt gebracht: Ihr Antrieb sei nicht mehr die Förderung von Erkenntnis, sondern das Erzeugen von Erregungswellen. Postman geht der Frage nach, was es heißt, wenn in Medien und Politik die Logik des Entertainment Einzug hält. Unser Wissen über die Welt wird dann im Wesentlichen von Bildern bestimmt, die uns die Medien zeigen. An die Stelle von Neugier / Lust an Erkenntnis tritt die Zerstreuung.

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Hunderttausende

Sonntag. Was passiert hier gerade? https://www.facebook.com/reel/2734586266933244 Hunderttausende „Rechtsextremisten“ auf Londons Straßen – was macht Starmer? Schläft er noch? Statt dessen anerkennt er den „Palästinensischen Staat“ – was immer das sein soll … Interessant im Vergleich die Darstellung der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/london-demo-einwanderung-100.html Die unwissende, aber interessierte Bürgerin fragt sich: Habe ich eigentlich ein Recht auf faktenbasierte Berichterstattung durch Medien, die sich durch meine Beiträge finanzieren?

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Dysfunktional

Donnerstag. Das BSW ist die einzige Partei, die den Zusammenhang zwischen Aufrüstung der Ukraine und leeren Kommunalkassen benennt und  prominent in den Wahlkampf bringt. Umso erstaunlicher, dass bei Lanz vier BürgermeisterInnen der unterschiedlichsten Bundesländer und der unterschiedlichsten politischen Couleur (keiner vom BSW) die Not der Städte durch abnorme Belastungen in Sachen Verwaltungsunfug und Sozialleistungen bestätigen; mit ausdrücklichem Verweis auf den Hintergrund der nicht mehr nachvollziebaren Ukraineleistungen des Bundes. Hat der Bund leere Kassen, sind auch die Kassen von Ländern und Städten leer, das ist ja eigentlich eine einfache Rechenaufgabe. Dieser Widerspruch wurde in der Sendung von 10.09.25 in einer Deutlichkeit

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