Dienstag. Weihnachtsfeier in einer verwunschenen, privaten Galerie, wo ich mich sofort in ein Bild verliebe. Wenn ich Geld hätte… und das blöde Finanzamt mich nicht mit Nachzahlungen und Vorauszahlungen tyrannisieren würde … Habe ausgerechnet, dass ich abzüglich dieser Zahlungen in den letzten 2 Jahren für meine dreiviertel Stelle (!) an der Schule pro Monat genau 100 € mehr verdient habe als mit einem Minijob auf 540-€-Basis. Aber das ist ein anderes Thema. Also keine Bilderkaufphantasien. Dafür stimmungsvolle Kerzen, mitgebrachtes Essen, ein feines Süppchen auf dem Herd, Wein, Kaffee und gute Laune. Einer greift zur Gitarre und kündigt Weihnachtslieder zum Mitsingen
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Lost Place
Montag. Auf was habt ihr denn so richtig Bock?, frage ich die Lerngruppe, die manchmal etwas schwer zu motivieren ist. Das Wort Lost Places fällt, da bin ich sofort dabei. Müsste aber ein Lost Place sein, den man legal betreten darf, sonst können wir das nicht als Lehrveranstaltung deklarieren, sage ich und google verlassene Orte in Eisenach. Es gibt mehrere, fast alle einsturzgefährdet oder zu weit weg. Der einzige, der übrigbleibt, ist das Automobilwerk, Gebäude O1. Zum Glück kann PM Kontakt zu den richtigen Personen herstellen, so dass schnell ein Termin gefunden ist, und der ist heute! Wir dürfen alles
WeiterlesenEKD – Frieden schaffen mit vielen Waffen
Sonntag, 2. Advent. Die NEUE DENKSCHRIFT DER EKD mit dem Titel „Friedensdenkschrift 2025, Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ vom November 2025 verheißt nichts Gutes. Wie zu lange Titel selten Gutes verheißen. Sie implizieren nämlich immer gleich eine Rechtfertigung, wie auch hier. Dabei könnte es so einfach sein: Jesus lehrte den vollständigen Verzicht auf Gewalt. Er schlug nicht zurück. Er vergab seinen Feinden. Sogar am Kreuz betete er für seine Peiniger. Jaja, das wissen natürlich auch diese ausgefuchsten Verfasser der neuen Denkschrift. Nur – so einfach lassen sie das Jesus nicht durchgehen. Weshalb, so das rheotrische Schema, auf
WeiterlesenGlück
Samstag. Wartburg-Weihnachtsmarkt mit meinen zwei Süßen. Der Duft von Schokolade und gebratenem Fleisch, die Klänge einer mittelalterlichen Band: Trommel, Laute, Dudelsack. Sie rennen herum und überlegen, was sie sich am Ende kaufen wollen. Wir haben 60 € dabei, das muss reichen. Wir gehen auch in die Wartburg rein. Im Festsaal wird ein Krippenspiel aufgeführt. Das Kind heißt Kind. Es liegt in der Krippe, und die Eltern von dem Kind sind Geflüchtete. Dass das Kind einen Namen hat, fällt in diesem Krippenspiel unter den Tisch. Warum dann das traditionelle Gedöns mit Stall und Tieren und Hirten? Das Kind ist Jesus, sage
WeiterlesenGestern – heute – morgen
Freitag. Heute Nachmittag übergibt L. mir die Jungs am Frankfurter Bahnhof, dann fahren wir nach Eisenach, wo sie bis Sonntag bleiben. Der Plan: Wartburg-Weihnachtsmarkt, Riesenrad fahren, italienisch essen gehen, zusammen kochen, Uno spielen und die ersten 6 Päckchen vom Adventskalender aufmachen. PM macht seine auch auf, wenn er da ist, und T. und E. packen in Tübingen aus. Sie haben ihren Spaß, dafür lohnt sich die Arbeit. Diesmal sind mir aber auch ein paar gute Sachen eingefallen. Heute Vormittag der Unterricht war cool. Sie lassen sich gut mitnehmen. Aha-Erlebnisse bei manchen, super Teilnahme, und meistens sind sie vollständig anwesend. Zwei
WeiterlesenFriedensangst
Donnerstag. Wegen seiner antiisraelischen Positionierung zitiere ich Michael Lüders nicht gern, aber mit seiner Einschätzung einer „europäischen Friedensangst“ trifft er, denke ich, den Nagel auf den Kopf: Auf die Friedensverhandlungen zwischen Washington und Moskau reagieren europäische Regierungen nicht mit Erleichterung, sondern mit Nervosität. Der Friede könnte ja ohne Europa ausgehandelt werden.Für Lüders – wie für viele andere – beginnt das Problem viel früher. Der Krieg sei zwar eindeutig völkerrechtswidrig, habe aber eine lange Vorgeschichte, die im Westen systematisch ausgeblendet werde. Zu dieser Vorgeschichte zählt Lüders vor allem die schrittweise Osterweiterung der NATO trotz früherer politischer Zusicherungen an Gorbatschow. Die seit
WeiterlesenAlle reden über Demokratie – wir machen sie!
und der MDR ist dabei – Meine Schreibwerkstatt und ich (Leider gezeichnet von einer heftigen Allergieattacke …)
WeiterlesenEcht? Toll!
Dienstag. Wenn man sich freut jemanden Neues kennenzulernen, und dann wird man vier Stunden zugelabert, wie great und toll diese Person ist, während sie selbst keine vier Sekunden zuhören kann, weil es sie einen Scheiß interessiert, was andere zu sagen haben, dann hat man einen kostbaren Nachmittag in den Sand gesetzt. Schade um meine Lebenszeit.
WeiterlesenEinverstanden
Sonntag. „Ob wir etwas gebrauchen können?“, fragt er. Wegen der großzügingen Einladung, uns in seinem Haus umzuschauen und etwas auszusuchen, sind wir gestern nochmal nach Hamburg zu meinem Patenonkel U. gefahren. Wie schmerzlich es für ihn sein muss, zwischen all seinen geliebten Sachen umherzugehen und sie uns (der Verwandtschaft) zu überlassen, das lässt er sich nicht anmerken. Er rationalisiert den Schmerz weg: „Wir sind dabei, uns zu verabschieden.“ Ich stehe auf Altes, auf Familienstücke, und so habe ich Fotos, Bilder, aber auch Gläser und Geschirr mitnehmen dürfen. Und Bücher aus seiner beeindruckenden Bibliothek. Aus jedem Buch flattern Postkarten und Zeitungsausshnitte.
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