Montag. Wenn wir da heute so einen Dreh miterleben dürfen und interviewt werden zu unserer gemeinsamen Arbeit in der Schreibwerkstatt und zu den Jungen Texten aus Eisenach, dann bin ich schon stolz. Wer hätte das denn vor zwei Jahren gedacht, als ich hier mit Deutschunterricht angefangen habe und die Idee hatte, aus all den wunderbaren Texten meiner Schülerinnen und Schüler ein Buch zu machen, dass sich mal der MDR dafür interessieren würde? Ich bin gespannt auf den Beitrag. Aus zweieinhalb Stunden Dreharbeit auf der Probebühne des Eisenacher Landestheaters soll ein Drei-Minuten-Beitrag werden. Der wird nächste Woche gesendet. Und wir sind
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Sonntagsfeeling
Sonntag. Ein schöner Abend mit lieben Gästen. Kaum wahrnehmbare Spannungen lassen es manchmal knistern, aber das gehört dazu. Jedenfalls kam keine Langeweile auf. Heute scheint die Sonne bei klirrender Kälte. Ideales Wetter zum Spazierengehen. Morgen kommt der MDR und macht einen Beitrag über meine Arbeit mit Jugendlichen in Eisenach. Es passiert immer was, das ist das Gute.
WeiterlesenHark Bohm ist tot
Wie traurig. Und wie wunderbar die vielen Spuren, die er hinterlässt. Intensivspuren. Der 86-Jährige hat sie im Laufe seines hyperkreativen Lebens der Kulturwelt und uns in die Herzen geschrieben. Mit Nordsee ist Mordsee fing meine damals noch kindliche Begeisterung für Bohm an. und sie hielt sich über 50 Jahre: Amrum, sein letzter und, ich glaube, dritter Film mit Fatih Akin, begeistert mich wieder auf eine ganz andere, stillere Art. Wie wunderbar, dass der Filmemacher bis zum Schluss gearbeitet und das in Cannes gefeierte, letzte Gemeinschaftswerk noch erleben durfte. In seinem ersten Film Nordsee ist Mordsee übernahmen Stiefsohn Dschingis und der leider viel
WeiterlesenSo
Sonntag, Tübingen. Ruhe, Heimat, Frieden. In den Schreibpausen räume ich Schränke aus und befreie mich von Sachen. Und treffe mich mit Tübinger FreundInnen: Donnerstag Stadtbummel und News mit A., am Abend ist Schreibwerkstatt bei mir zuhause. Wir haben ein neues Mitglied, das uns nach erstem Kennenlernen höchst willkommen ist: Neue Sichtweisen, neue Inputs – immer gut. Am Freitag, nach meiner Lesung im „Hirsch“, Klatsch & Kaffee mit Merkles, abends nahtlos weiter mit Mecki. Gestern, nach langer Zeit, schönes Treffen mit Bärbel. Heute Nachmittag kommt Marcel zum Rhabarberkuchen. Und heute Abend mein lieber T. Es ist warm, ich muss nicht heizen.
WeiterlesenWas ist ein Terrorist?
Samstag, Tübingen. „Da haben die USA zusammen mit den Weltstars der europäischen Demokratie die halbe arabische Welt in Schutt & Asche gelegt. Sie haben 25 Jahre gebraucht, 8 Billionen Dollar verbrannt, 4,5 Mio. Tote erzeugt und 38 Mio. Vertriebene. Und den Irak, Afghanistan, Syrien, Jemen, Libyen und Somalia überrannt, um in einer als „Krieg gegen den Terror“ vermarkteten Serie von Völkerrechtsbrüchen den „Terror“ aus den Genannten heraus- und eine verkommene Abart von „Demokratie“ in sie hineinzubomben. Und das alles nur, um heute einem vorsintflutlichen Kopfabschneider mit Bart, Anzug und Mohammed-Erscheinung den Hof zu machen? Das ist, als führte Asterix einen
WeiterlesenHeute im Hirsch
Freitag, Tübingen. Um 15 Uhr lese ich in der Begegnungsstätte Hirsch aus meinem Buch Was wirklich zählt – 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten. Das Buch kann vor Ort erworben werden – mit wunderschönster, allerpersönlichster Widmung der Autorin. Aber gerne doch! Lesung: C. Juliane Vieregge: Was wirklich zählt. 18 Mal Hoffnung in Krisenzeiten.
WeiterlesenSchreibwerkstatt Eisenach?
Wenn sie (acht Mädchen, ein Junge) ihre Texte vorlesen und dann schweigen und warten, und plötzlich klatschen die anderen vor Begeisterung. Wenn sie sich freuen, dass sie verstanden werden. Wenn sie ihre Gefühle einfach runterschreiben, und keiner lacht keinen aus. Wenn nach einem Lob ihr Lächeln zum Stahlen wird. Wenn sie schon zehn Minuten vorher vor der Tür stehen. Wenn sie fragen: Wann treffen wir uns nächstes Mal?
WeiterlesenBummeln in Weimar
Freitag. Frieder hat Lammlachs und Rosmarinkartoffeln gemacht, dazu Zaziki und Gemüse. Nach dem Essen bummeln wir durch Weimar. Katrin und ich beschließen, demnächst nochmal alleine loszuziehen, mit mehr Ruhe und weniger männlichem Reingequatsche.
WeiterlesenWer regiert uns?
Dienstag. Der russische Außenminister Lawrow bietet einen Nichtangriffspakt zwischen Russland und NATO-Staaten an, und die Bundesregierung lehnt ab. Begründung: Man sehe „keinen Anlass, über neue Sicherheitsgarantien oder Nichtangriffsabkommen zu sprechen“, solange Russland seine Truppen nicht abziehe. Ernsthaft jetzt? Offenbar will man keine Deeskalation. Man will Aufrüstung, Angst, die nächste Eskalationsstufe, Anti-Russland-Propaganda und Kriegstreiberei. Wie glaubwürdig ist eine Regierung, die nach dem Angebot eines Nichtangriffspakts den Bürgern weiterhin einredet, sie müssten sich „auf einen russischen Angriff vorbereiten“ — als stehe der böse Russe kurz davor, die dt. Grenze zu überrollen? Ich erkenne bei der Bundesregierung keine Friedensbemühungen. Im Gegenteil. Die Regierung
WeiterlesenSchere im Kopf
Mittwoch. John Cleese bleibt unbeirrt: Er lehnt Änderungen an der Bühnenfassung von Das Leben des Brian ab. Besonders die berüchtigte „Loretta“-Szene sorgt in Zeiten überzogener Pseudosensibilität für Mimimi in der Woken-Gemeinde. Cleese stellt dagegen klar: In den vergangenen 40 Jahren habe es keinerlei Beschwerden gegeben. Alles bleibt, auch die Loretta! Dafür bin ich John Cleese außerordentlich dankbar. Der Film verletzt niemanden, er nimmt sanft auf die Schippe. Was seine KritikerInnen fordern, ist nichts anderes, als was das „Ministerium für Wahrheit“ in 1984 praktiziert: Umdeutung der Geschichte im Sinne der Ideologie. Jedes Kunstwerk ist ein kulturhistorisches Dokument, Finger weg von der
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