Samstag. Schöner Abend gestern im Meze mit Chris, Susanne, Anne, Georg und Inge. PMs Platz noch frei. Draußen unter den Bäumen im lauen Wind. Gefüllte Blätterteigrollen mit Honig und Orangensoße. Chris und seine Geschichten … Ouzo auf Eis. Orangefarbene Mondsichel über Derendingen, und dann, gegen 22 Uhr, kommt PMs Auto um die Ecke … Heute wäre Papa 90 Jahre alt geworden. Und so vieles, alles eigentlich, blieb bis zum Schluss ungesagt. Wenigstens war ich bei ihm, als er starb. Ein Privileg.
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Ohne Auto
Das Auto fehlt mir. Autolos ist man an manchen Tagen wie amputiert.
WeiterlesenTanja, Andreas und ich
Freitag. Das autobiographische Buch Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend von Andreas Altmann ist ein Koloss. Kein Roman, sondern eine verwüstete Seele kotzt sich aus. Schonunsglos. Stellt sich die beunruhigende Frage: Wie weit lassen sich mit Hilfe des Verstandes die Erkenntnisse der Psychoanalyse integrieren, um aus dem Schlamassel aus Hass und Brutalität einigermaßen heil hervorzugehen? Um frei zu werden? Um die Untaten von monstermäßigen Erwachsenen – Vater, Mutter, Stiefmutter, Pfaffen, Lehrer – abzustreifen, einer wie der andere hirnlose, gedankenlose, gefühllose, unfähige Schweine? Die zu nichts anderem auf der Welt zu sein scheinen, als mit ihren
WeiterlesenGute Küche im Lichtenstein
Donnerstag. Seit Jahren gehe ich daran vorbei, und noch nie war ich im Lichtenstein essen oder was trinken. Heute also Premiere, mit T., weil unser Ratskeller geschlossen hat. Wir bekommen ausgezeichnete hausgemachte Ricotta-Ravioli und Coq au Vin mit frischem Gemüse und hausgemachtem Kartoffelpüree. Das nächste Mal will T. den Edelburger mit Salat und Pommes frites vom Nachbartisch testen. Sehr, sehr geil! Supergeil. Lichtenstein, wir kommen wieder!
WeiterlesenNicht kompatibel
Mittwoch. Es gibt Menschen, die betrügen, und Menschen, die eher nicht betrügen. Betrüger und Nichtbetrüger. Das Betrügen kann man nicht nachsozialisieren. Genauso wenig, wie der Betrüger sich kaum dahingehend nachsozialisieren lässt, nicht mehr zu betrügen. Der Betrüger löst Konflikte durch Betrug. Er betrügt sich sogar selbst. Vielleicht glaubt er sich selbst. Das wäre eine Art Ehrenrettung. Vielleicht gibt es aber gar nichts zu retten. Vielleicht hat der Betrüger mit Ehre einfach nicht so viel am Hut. Weil ihm andere Dinge wichtiger sind. Der Betrüger und der Nichtbetrüger haben sich unterschiedliche Strategien der Problemlösung angeeignet. Nicht kompatibel, sozusagen. In beider Leben hat
WeiterlesenÜbereinstimmung
Letzte Woche hatte ich mir überlegt, wenn es mit Israel nichts wird, würde ich gerne nach Lissabon oder Barcelona fliegen. Heute, auf dem Weg zum Auto, sagt PM: Wenn es nun nichts wird mit Israel, dann würde ich gerne nach Lissabon, oder – Pause, Blickwechsel, – nach Barcelona fahren! Wie eine lufthauchleichte Brise ist die Überraschung, und PMs Lächeln hat so viel Swing …
WeiterlesenDer vollkommene Augenblick
Samstag 11.14 Uhr, B.N. Die Eier kochen, PM ist aus der Klinik zurück und mäht Rasen, ich habe das Batik-Shirt vom letzten Sommer an, das ich noch nie getragen habe, bringe Teller und Brötchen raus auf die Terrasse, wo die Luft mild und feucht ist, wir haben etwas vor, wir fahren heute nach Bonn ins August-Macke-Haus und am Abend ins Bell’s, und plötzlich steht die Zeit still, und es ist überhaupt ganz still bis auf den Rasenmäher, alle restlichen Geräusche sind weggedimmt von einem großen, transzendenten Schalter, weshalb ich zur Uhr sehe und denke, das ist so einer dieser Augenblicke,
WeiterlesenGestern und heute
Freitag. Freue mich auf einen sonnigen Tag und auf das Wochenende bei PM. Und die Arbeit an meinem Buchprojekt. Sehr schöner Abend gestern im Meze mit acht Frauen und Wolfgang. Laue Sommerluft, draußen eine lange Tafel, guter Weißwein und griechische Speisen und die vielen lustigen Geschichten von Nina, die immerzu Angst hat, dass ich alles gleich aufschreibe. Dabei schreibe ich fast nie was auf. Gute Geschichten bleiben hängen. H. hat sich selbständig gemacht, tolles Projekt, macht Mut. Jetzt muss ich aber erst mal zur Arbeit. Und später einen Haufen Papierkram – ist ja gar nicht mehr Papier – erledigen…
WeiterlesenLeben (und das Semikolon)
Donnerstag. … der Himmel kobaltblau; Wochenende im Anmarsch; ein Anwaltsschreiben, das sich nicht von alleine öffnet; eine liebenswürdige Briefkarte aus Eisenach; feige Grüße in einer feigen E-Mail; wenig Mut zu Neuem; mein Urteilsvermögen, meine Fähigkeit „richtig“ zu fühlen, immer noch bruchstückhaft; Pm’s SMS; Monis SMS; Pm’s SMS; persönliche Erfolgsmeldungen von L und T wämen das Mutterherz; Lebensmittel- und Getränkeeinkäufe auf dem Fahrrad gestern durch Sturzregen und Riesenpfützen; nächtliche Heimfahrt von Moni mit dem Rad durch die leere Wilhelmstraße; Augenblicke so intensiv, dass es wehtut; das Herz schlägt aber noch und der Kopf tut auch noch ziemlich weh, und das alles
WeiterlesenIsrael oder nicht Israel, das ist noch die Frage
Mittwoch. Ja, ich glaube das war’s mit Israel. Die meisten Fluglinien haben ihre Flüge nach Tel Aviv eingestellt. Schade. Sehr, sehr schade. Längeres Gespräch mit Marcus Vetter: auch er rät dringend von einer Reise nach Israel ab. Manche, so liest man, reisen jetzt gerade, so als Bekenntnis zu Israel und als Vertrauensvorschuss. Im Anschluss an den Hotel-Check-In müsstest du dann gleich mal den nächsten Bunker aufsuchen, wie es das AA empfiehlt: „Reisende sollten sich mit den vorhandenen Schutzvorkehrungen (Lage der Schutzräume) vertraut machen und ggf. die Anweisungen der israelischen Zivilschutzbehörden befolgen. Auf der Website der Deutschen Botschaft Tel Aviv sind
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