Zwei im Bus

Samstag. Ey, dein Uhr da is voll dem Schrott, ey, voll scheiße, ey, kuckstu meins, ey, war rischtisch teuer, ey, is von Karschtadt, kannstu disch gar nisch leisten, ey, is deins voll schrottisch gegen, kuck dem Schwarz da, voll Plastik, voll schrottisch, ey, hier – das is rischtiges Uhr, ey, alles voll dem Edelschdahl, voll edel, ey … Was ey? Was willstu, ey. Edelschdahl, ey, fick disch, ey. Was fick disch, ey, was fick disch, isch fick dein Mudder, ey. Und isch fick dein Mudder und dein Vadder, ey. Isch fick dein Muder und dein Vadder und dein Schwester ein

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Inspiration

Donnerstag. Manche Menschen sind ja so inspirierend! Die sehen einen bloß an mit ihrem verträumten Blick aus ihren verträumten Augen, und eine ganze Welt geht auf. (Und mein Herz dazu.) Andere sind: Die pure Immanenz. Schlafen, essen, arbeiten. Da geht gar nichts auf, und der Schritt wird einem schwer. Fragt sich nur, ob die verträumten Augen nicht die reinste Projektion sind. Weil ich doch so gerne mal wieder abheben möchte …

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Hoffnung

Donnerstag. Ja klar, sagt der berühmte C.B. Ich bin sprachlos. Der berühmte C.B. sagt einfach ja klar. Er wird mit dem Fahrrad her kommen. Er ist mit allem einverstanden. Er wünscht sich was Gutes zum Essen, da muss ich mich aber mal so richtig anstrengen. Was Gutes zum Trinken wird er sicher auch zu schätzen wissen. Ich werde also C.B. interviewen, bei mir zu Hause, an meinem Esstisch. OmG! Das gibt mir Hoffnung, dass es mit meinem Projekt aufwärts geht.

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Klemens findet …

Dienstag. Klemens findet, dass ich ein Rückführungsseminar machen soll. Lilli findet, dass wir schon lange nicht mehr joggen waren. Olli findet, dass ich mal wieder meine berühmte Bowle machen könnte. Wolfgang findet, dass ich einen Scanner brauche. Heidi findet, dass wir uns morgen treffen sollen. Julia findet, dass wir uns die Arbeit teilen können. Susanne findet, dass ich mich mit Knäckebrot zufrieden gebe, statt Vollkornbrot zu verlangen. Johannes findet, dass ich Flashplayer neu installieren muss. Claudia findet es Scheiße, dass ich die Kehrwoche vergessen habe. Helmut findet meine Augen schön.

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Zimmer zu vermieten

Donnerstag. Hallo, ach, das hier? Ist das das Zimmer? Schön, darf ich mal raus, auf den Balkon? Is ja nich gerade das Paradies der Ruhe, klar, Hauptverkehrsader, und diese Verbrennungsmotoren, das ist die Geißel der Menschheit, die Verbrennungsmotoren, gucken Sie sich das doch mal an, menschenfeindlich ist das mit der Straße, darüber schreibe ich, nee, nich in der Zeitung, schon eher für mich so, ich schreib Hasspamphlete, über Verbrennungsmotoren zum Beispiel, über Kernkraftwerke, das ist auch so ein Thema, also eigentlich suche ich schon mein ganzes Leben nach einem ruhigen Zimmer, dahinten bin ich übrigens aufgewachsen, da in der Siedlung

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Radiointerview

Mittwoch. „P.S: Wenn ich Dich einlade, dann, weil Du toll gesprochen hast!!!“ Schreibt Heinz Koch mir auf facebook, nachdem er mich für das Kulturradio auf Radio Free FM interviewt hat. Das freut mich sehr, dass er meine Stimme mag und mich zur Lesung einlädt, und überhaupt bin ich einfach glücklich, dass es solche Menschen wie Heinz Koch gibt.

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Nachts telefonieren

Sonntag. Hallo Juliane! Wahnsinn! Bleib bitte dran. Ich komme gerade aus Berlin zurück. Ich bin sozusagen nackt. Einen Moment, ich ziehe mir was über. Es raschelt, dann ist Friedrich wieder da: Fabelhaft, oder wie du sagen würdest, farrrbelhaft war es! Meine vierundneunzigjährige Mutter ist in Brandenburg, genauer: in Müllrose, in einen Kahn gestiegen, hat abgelegt, ist rückwärts gerudert, dann vorwärts, und los ging’s. Mit vierundneunzig! Ich hab mir diese Gene ja leider kaputt gesoffen. Jaja, jetzt sagst du wieder, ich soll nicht alles pathologisieren. So, jetzt habe ich auch ein Hemd an. Was sagst du zur Wahl? Das ist doch

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Keine Helden

Samstag. Dorle: Weißt du, dass ich mal ein Verhältnis mit einem Antonio hatte? Ja, das habe ich dir noch nie erzählt. Der hatte eine Freundin, aber wir haben ab und zu miteinander geschlafen, das war immer so undefiniert. Und dann hat der mich zu sich nach Hamburg eingeladen, und ich bin dahin gefahren und habe in seinem Zimmer übernachtet und seine Freundin auch, und dann haben die beiden miteinander gevögelt, und ich war in dem Zimmer und habe alles mitgekriegt. Das war doch Scheiße, oder? Ja, das war Scheiße, das war so was von richtig Scheiße!, von so einer Nummer

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Eine Meinung

Samstag. „Guck mal, da ist Andreas‘ Mama!“, ruft das Kind und presst die Nase ans Fenster. Der Zug steht im Stuttgarter Bahnhof und warten auf die Abfahrt nach Tübingen. „Wo isch dem Andreas sei‘ Mama?“ Die Mutter des Kindes beugt sich zum Fenster vor. „Da, Andreas‘ Mama!“, wiederholt das Kind. Die Mutter guckt intensiv: „Tatsächlich, dem Andreas sei‘ Mama“, sagt sie. Als unter Schwaben lebende, sogenannte Norddeutsche bin ich ein wenig geschädigt, was mein Verhältnis zum Dialekt angeht. Manchmal gebe ich das auch zu. Auch, wenn ich mich auf die Weise nicht gerade beliebt mache. Ich bin der Meinung, dass

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Drei Witze von Horst

Montag. Ein Mann geht ins Café und sagt: Ich hätte gerne einen Kaffee, aber ohne Sahne. Der Kellner nimmt die Bestellung auf, kommt jedoch gleich wieder zurück und sagt: Es tut mir sehr leid, aber heute haben wir keine Sahne. Darf es auch Kaffee ohne Milch sein? Erzählt Horst im Boulanger, und wir liegen unterm Tisch vor Lachen. Ich kenne nur drei gute Witze, sagt Horst. Erzähl sie alle!, betteln wir. Gut! Horst: Ein Mann geht ins Café – also ein anderer jetzt – , und bestellt ein Erdbeertörtchen mit Sahne. Als der Kellner das Erdbeertörtchen bringt, sagt der Mann:

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