Die Mathematisierung der Welt

Die Metrisierung der Welt beinhaltet auch die Metrisierung von Werten und Einstellungen! Das ist mal eine These! Gleich mit dem ersten Satz haut mein Freund und ehem. Lieblingskollege Dr. Marcel Remme sie in seinem jüngst erschienen Artikel Lassen sich Werte vermessen?  raus. Um im weiteren Verlauf seiner höchst differenzierten Untersuchung anhand von verschiedenen Jugendstudien aufzuweisen, dass der wahnhafte Drang nach Vermessung der Welt (Daniel Kehlmann) auch vor persönlichen Einstellungen nicht Halt macht und uns eine Objektivität vorgaukelt, die auf dem irrigen Vertrauen auf Zahlen beruhen mag, aber dennoch fehlerhaft und anfällig ist. Lebensziele, Tugenden und Haltungen werden gemäß einem positivistischen

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Inspiration und Essen

Mittwoch, Tübingen. Wenn Mecki und Marcel und Petra und Moni zum Kaffee kommen, was bedeutet: heiße Diskussionen und Kuchen vom Südstadt-Bäcker, original Thüringer Eierlikör im original Thüringer Schokobecher und pakistanischer Pizzadienst gegen Mitternacht, dann ist das genau die Art von Interaktion, die mich triggert und von der ich noch tagelang zehren werde.

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Back to the Roots

Sonntag, Tübingen. „Und sie nennen es ‚Sicherheitspolitik’ in West und Ost. Und sie sagen, sie seien Experten für unsere Sicherheit. Doch Tatsache ist, dass diese Sicherheitspolitik uns in die extremste Unsicherheit geführt hat, der sich die Menschheit je gegenübersah. Die Politik der nuklearen Konfrontation verpflichtet uns zu einem Meta-Wahnsinn, der nicht anders lautet als: Um die Freiheit zu verteidigen müssen wir bereit sein, das Leben selbst zu zerstören. Oder ‚wenn du mich bedrohst, so begehe ich atomaren Selbstmord’. Um dieses wahnsinnige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, fügen die USA wie auch die Sowjetunion jeden Tag neue Massenvernichtungswaffen einem

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Schwerter zu – Langstreckenraketen

Donnerstag, Tübingen. In Deutschland sollen wieder Langstreckenraketen stationiert werden, außerdem neu entwickelte Überschallwaffen mit noch größerer Reichweite. Juhu, in wenigen Minuten bis nach Russland! Dann kann ja nichts mehr schiefgegen. Zuletzt waren vergleichbare Waffen in den 1990er Jahren in Deutschland stationiert gewesen. Dagegen sind wir in den Achtzigern zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen – erfolgreich. Im Westen gegen Nachrüstung und Stationierung atomarer US-Waffen, im Osten gegen die Aufrüstung des Warschauer Pakts. Das Antimilitarismus-Programm Schwerter-zu-Pflugscharen, Sitzblockaden, Menschenketten und Friedensdemonstrationen machten in beiden Teilen Deutschlands Mut und veränderten Politik und Zeitgeist. Nach Michail Gorbatschows unfassbar großzügigem, weil zunächst einseitigem Angebot 1985,

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Harrys Lernstub

Gestern Abend konnte ich endlich mal wieder an meiner geliebten Lernstub teilnehmen. Was habe ich den intellektuellen Diskurs vermisst! Und die Teilnehmer*innen, die mir seit über zehn Jahren ans Herz gewachsen sind, allen voran natürlich der einmalige Harry Waßmann. Thema: Zionismus und die unterschiedlichen jüdischen Auslegungen des Begriffs. Wie immer hat Harry das wie immer supergute Material vorher verschickt, um einen gewissen Horizont zu gewährleisten. Anschließend bei Wein und Käse und Obst zusammengehockt und gequatscht. Leider wird es sehr lange dauern, bis ich wieder Ferien habe und dann auch gerade die Lernstub stattfindet.

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Das Narrativ vom bösen Chinesen

Mittwoch, Tübingen. Das nächste Märchen ist angerichtet. Und via willige Medien auf den Weg gebracht, uns die Köpfe zu verdrehen und unsere Angst zu entfachen: China ist nicht länger Partner, sondern Systemrivale. Deshalb muss die Nato reagieren und in eine neue Ära des „dauerhaften Wettbewerbs mit China“ eintreten (Jens Stoltenberg). Aus dem ökonomischen Decoupling wird flugs eine militärische Gegnerschaft. Weil: Unter anderem verkaufen die Chinesen ihre E-Autos zu billig in die USA und nach Europa. Vor allem aber distanzieren sie sich politisch und ökonomisch zu wenig von Putin. Ehe Zweifel an dem Märchen sich ausbreiten können, muss die neue Lehre

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Noch einmal

Fußmarsch nach Cervo, hoch auf die Burg und wieder zurück. Danach sind wir ziemlich k.o. Noch einmal gebadet, noch einmal ins Lieblingsrestaurant. Der letzte Tag, morgen gehts wieder nach Hause. In meinem Fall: Nach Tübingen. Ich habe ja schließlich noch Ferien …

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Kevin glattgebügelt

Mittwoch, Diano Marina. Dass Kühnert die Faeser verteidigt, ist ein Armutszeugnis. Früher hatte der Kevin eine freche Klappe und traute sich Sachen zu sagen, die andere nur gedacht haben. Jetzt ist er glattgebügelt und angepasst. Wie kriegen die das nur hin? Sind das Coachingseminare, oder erledigt die Rolle das ganz von selbst?

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Rosenmaffia

Dienstag, Diano Marina. Er komme aus Bangladesch, sagt er. Sein Lächeln so demütig, dass es einem ins Herz schneidet. Die wunderschönen Exemplare stehen jetzt in einer abgeschnittenen Plastikflasche im Hotelzimmer und erinnern an einen wunderschönen Urlaubsabend. Und an einen sehr liebenswerten Rosenverkäufer.

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