Manipulativ

Mittwoch. Wie die Regierung sich einen abbricht, um den Ukrainer, der 2022 wohl Nord- Stream 1 und 2 zerstört hat, als Russen hinzustellen! Gegen den Profitaucher ist Haftbefehl beantragt worden, doch der ist jetzt in Polen untergetaucht. Regierungsvertreter sprechen von einem „angeblichen Ukrainer“, gar von einer False Flag Operation: Dieser angebliche Ukrainer könne sehr wohl einen russischen Auftraggeber haben. Warum er dann allerdings ausgerechnet in Polen untertaucht, wird nicht erklärt. Seit dem Anschlag auf die Pipelines lautet das offizielle Narrativ: Die Russen waren es. Nennt man so ein kollektives Unterbinden der Wahrheit über verschiedene Länder und Behörden hinweg nicht Verschwörung?

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Mögen

Montag. Die sog. Langzeitarbeitslosen sind noch gar nicht so lang ohne Arbeit. Sie sind zwischen 17 und 24 und sind eine ganz bezaubernde Gruppe von etwas desorientierten, von ihrer Umwelt durchgeschüttelten und aus dem Konzept gebrachten, zum Teil wahnsinnig interessierten Jungs und Mädels. An diesem Vormittag lerne ich viel von ihnen. Sie von mir auch. Kurdische Jugendliche sind fast immer dreisprachig: Kurdisch, Arabisch und Deutsch. Keine*r von ihnen ist freiwillig hier, geschweige denn gerne. In der Pause zeigen sie mir Bilder von kurdischen Hochzeiten im Vergleich zu arabischen Hochzeiten und Webseiten mit funkelnden kurdischen Festkleidern. Die kann man mieten, für

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Erwartung

  Samstag. Frühmorgens, wenn die Wartburg noch im Nebel liegt die Sonne die Häuserfassaden zum Leuchten bringt, die noch ausgepackten Sachen vom Einkaufsbummel in Erfurt den Flur verstellen – ein Staubsauger, ein Schirmständer, Tassen, kein Paar Schuhe – PM noch schläft und vielleicht von seiner neuen Hütte träumt, die heute ihr Dach bekommt? weswegen Jochen demnächst aufschlagen wird und später Martina, die Gute, aus Berlin Angereiste, die freundlicherweise morgen den 101-jährigen übernimmt; und ich an meinen Lehrauftrag denke, drei noch unbekannte Klassen, fünfzig bis sechzig noch unbekannte Gesichter, Neustart dazu: Erwachsene, die bisher nicht viel Glück im Leben hatten, entscheiden

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Anhängsel

Mittwoch. „Unsere Außenministerin benutzt immer die schöne Formulierung: Gemeinsam mit unseren Verbündeten. Und das heißt dann, wir gucken was die USA machen, und genauso machen wir es auch.“ (R.D. Precht) Wo ist die unabhängige Außenpolitik, die Deutschland noch eine eigene Stimme gibt? Hier mehr davon:  Hören und denken, danke!

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Arbeit

Dienstag, Eisenach. Die Ferien sind vorbei. Meine und PMs auch. Er ist schon wieder in Bad Neuenahr und operiert und macht Sprechstunde, ich bereite mich auf meinen neuen Lehrauftrag vor. Vorläufig bleibt es bei unseren drei Standorten. Ein bisschen gaga, ein bisschen viel. Im Freundeskreis bewundert man unsere Flexibilität … Nun ja …

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Kennst Du das Land …

Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn? Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen! Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn in den Büros, als wären es Kasernen. Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe. Und unsichtbare Helme trägt man dort. Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe. Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort! Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will – und es ist sein Beruf etwas zu wollen – steht der Verstand erst stramm und zweitens still. Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen! Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen und mit gezognem

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Da weiß man, was man hat

Montag, Eisenach. Zieh die Schuhe aus, bellt PM und macht einen langen Schritt in den Flur. Ich krieg mich vor Lachen nicht mehr ein. Das ist mein Mantra, sobald wir reinkommen, ob ich es mir in Zukunft sparen kann? Weil er jetzt 1 x das Haus durchgeputzt hat? Man sollte die Hoffnung nie aufgeben … Nach einem Monat in Tübingen komme ich zurück. Alles steht an seinem Platz, PM hat geputzt, wie gesagt. Die Pflanzen im Garten sind gewachsen und blühen gelb und violett und blau, die Abendsonne liegt über dem Thüringer Wald, kurz, es sieht wunderschön aus. Eine Überraschung:

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Entscheidungen

Samstag, Tübingen. Die wilde Graffiti-Bluse von Smith and Soul, um die ich drei Tage herumgeschlichen bin, weil ich sie natürlich nicht brauche, sie sich aber fantastisch zur Penn & Ink-Hose kombinieren lässt, hängt nun in meinem Schrank, bzw. liegt im Koffer. Das Shoppingpotential von Tübingen muss vorausblickend ausgeschöpft werden, am Montag gehts wieder nach Eisenach. Ob die roten Sandaletten aus dem Zinser-Schaufenster mitdürfen, steht noch in den Sternen. Oder im Mond. Der lächelt lachsfarben direkt in mein Fenster.

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Das Gute

Freitag, Tübingen. Alle wieder weg. Meine liebe L. und das Tchen und das Lchen zum Bahnhof gebracht. G. und G. waren auch gekommen. Am Abend zuvor gemütliches Beisammensein im Franz. Viertel. G. hatte seine berühmten handgeschabten Kässpätzle gemacht. Ich bin froh, dass ich mit dem Vater meiner Kinder und seiner Frau einen unbeschwerten Umgang habe. Ohne Altlasten. Dafür gemeinsame Freude an unseren Kindern. Gemeinsame Sorge auch. Um L., deren OP gerade von August auf Ende September verschoben wurde. Winken, bis der Zug in einer langen Kurve verschwindet. Wenn der Rückblick stimmt, ist das ein unglaublich gutes Gefühl: Das Gute im

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