Vorgabe

Der Schuss und Trumps ikonische Siegerfaust, Bidens dauernde Verwechslungen, Kamala Harris‘ Lachen, Bidens schräge Ausreden, Trumps gut gespielte Einsicht, die vielen Schauspieler und Geldgeber – Hauptsache, einen öffentlichen Kommentar abgesetzt – , wer liegt vorne, wer hinten, wer doch wieder vorne: Ich ignoriere das alles, es interessiert mich nicht. Während die Medien so tun, als hinge unser Leben von den anstehenden US-Wahlen ab. Trump ist das korrupte Trampel, Biden der Altersdemente, Harris die Retterin, Biden jetzt doch wieder mehr Held als dement wegen seinem Rücktritt, Elon Musk als bekennender Trump-Fan generalverdächtig. Mir war Musk immer verdächtig, jetzt fange ich aber

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Anfällig

Donnerstag, Tübingen. Den weltweiten IT-Ausfall, der vergangene Woche ein kommerzielles Chaos verursacht hat, habe ich hautnah im WFM-Laden Tübingen mitgekriegt. Ich durfte nämlich nicht rein. Obwohl es schon 11 Uhr war. Bedauernd gestikulierend, vertröstete mich die Verkäuferin auf 12 Uhr, und als ich um 12 Uhr wieder davor stand, war die Tür immer noch verschlossen. Sie ließ mich dann doch rein, weil ich nur meinen defekten Smoothie-Maker gegen einen funktionierenden eintauschen wollte, und das ging auch ohne IT. Sie tat mir leid. Stand vor der toten Kasse und konnte nichts machen. „Sämtliche WMF-Läden sind betroffen“, jammerte sie. Später erfuhren wir,

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Ein Tag im Sommer

Mittwoch, Tübingen. Mein Kartoffelsalat kommt gut an. Grillen im Garten von Anne und Helmut. Anne ist Künstlerin und war hier meine Kollegin im „Amt“. Mit „Amts“-Geschichten haben wir uns aber kaum aufgehalten. Annes Sohn Johann und Gundi und meine liebe L. waren auch dabei und das war so schön gemütlich und entspannt, während die Kinder an der Steinlach gespielt haben. Dachten wir. In Wirklichkeit haben sie Fahrradfahrer terrorisiert, was ihnen sehr viel Freude bereitet hat.

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Familie

Sonntag, Tübingen. Wenn ich zwischen dem schnarchenden PM und dem in alle Richtungen strampelnden L.chen einschlafe, dann weiß ich, dass ich / dass wir vieles richtig gemacht haben. Diese riesige Sorge um meine liebe L. Im August muss sie operiert werden. Ich wünschte, mich an ihrer Stelle dem Eingriff unterziehen zu können, aber das ist Fantasia und das andere die Realität. PM ist heute wieder abgefahren, sich um den 101-Jährigen kümmern. Und ich versuche, zwischen Kinderfest in der Wagenburg und Pippi Langstrumpf  noch ein ganz bisschen zu arbeiten …

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Die Mathematisierung der Welt

Die Metrisierung der Welt beinhaltet auch die Metrisierung von Werten und Einstellungen! Das ist mal eine These! Gleich mit dem ersten Satz haut mein Freund und ehem. Lieblingskollege Dr. Marcel Remme sie in seinem jüngst erschienen Artikel Lassen sich Werte vermessen?  raus. Um im weiteren Verlauf seiner höchst differenzierten Untersuchung anhand von verschiedenen Jugendstudien aufzuweisen, dass der wahnhafte Drang nach Vermessung der Welt (Daniel Kehlmann) auch vor persönlichen Einstellungen nicht Halt macht und uns eine Objektivität vorgaukelt, die auf dem irrigen Vertrauen auf Zahlen beruhen mag, aber dennoch fehlerhaft und anfällig ist. Lebensziele, Tugenden und Haltungen werden gemäß einem positivistischen

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Inspiration und Essen

Mittwoch, Tübingen. Wenn Mecki und Marcel und Petra und Moni zum Kaffee kommen, was bedeutet: heiße Diskussionen und Kuchen vom Südstadt-Bäcker, original Thüringer Eierlikör im original Thüringer Schokobecher und pakistanischer Pizzadienst gegen Mitternacht, dann ist das genau die Art von Interaktion, die mich triggert und von der ich noch tagelang zehren werde.

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Back to the Roots

Sonntag, Tübingen. „Und sie nennen es ‚Sicherheitspolitik’ in West und Ost. Und sie sagen, sie seien Experten für unsere Sicherheit. Doch Tatsache ist, dass diese Sicherheitspolitik uns in die extremste Unsicherheit geführt hat, der sich die Menschheit je gegenübersah. Die Politik der nuklearen Konfrontation verpflichtet uns zu einem Meta-Wahnsinn, der nicht anders lautet als: Um die Freiheit zu verteidigen müssen wir bereit sein, das Leben selbst zu zerstören. Oder ‚wenn du mich bedrohst, so begehe ich atomaren Selbstmord’. Um dieses wahnsinnige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, fügen die USA wie auch die Sowjetunion jeden Tag neue Massenvernichtungswaffen einem

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Schwerter zu – Langstreckenraketen

Donnerstag, Tübingen. In Deutschland sollen wieder Langstreckenraketen stationiert werden, außerdem neu entwickelte Überschallwaffen mit noch größerer Reichweite. Juhu, in wenigen Minuten bis nach Russland! Dann kann ja nichts mehr schiefgegen. Zuletzt waren vergleichbare Waffen in den 1990er Jahren in Deutschland stationiert gewesen. Dagegen sind wir in den Achtzigern zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen – erfolgreich. Im Westen gegen Nachrüstung und Stationierung atomarer US-Waffen, im Osten gegen die Aufrüstung des Warschauer Pakts. Das Antimilitarismus-Programm Schwerter-zu-Pflugscharen, Sitzblockaden, Menschenketten und Friedensdemonstrationen machten in beiden Teilen Deutschlands Mut und veränderten Politik und Zeitgeist. Nach Michail Gorbatschows unfassbar großzügigem, weil zunächst einseitigem Angebot 1985,

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