Witz des Tages

Der Papst proklamiert Frieden, und alle, alle – Göring-Eckardt, Strack-Zimmermann, Kiesewetter, Wolfgang Thierse, sogar die Präsidentin des Evangelischen Kirchentages 2025 in Hannover Anja Siegesmund – stehen unter Schock. „Mut zur weißen Flagge“ – Frieden – damit fangen unsere Häuptlinge nichts an.

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Hau-Drauf-Heiligtümer

Warum wird ausgerechnet Israel kritisiert? Warum verliert der senile Biden „mit Netanjahu langsam die Geduld“? Weil alle in dasselbe antisemitische Horn stoßen? Im Ramadan soll die Nahostregion brennen – so wünscht es sich die Hamas: Hamas-Sprecher Abu Obaida hat am Freitag in einer Video-Botschaft die Palästinenser dazu aufgerufen, im Fastenmonat zur Al-Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg zu marschieren. „Möge der gesegnete Monat Ramadan (…) sich zur maximalen Flutwelle auf den Straßen und Fronten innerhalb und außerhalb Palästinas auswachsen“, sagt er. Den Überfall auf Israel am 7. Oktober, der den Gaza-Krieg ausgelöst hat, nennt die Hamas „Al-Aksa-Flutwelle“. (dpa/afp/ng) Welches Wort verstehen

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Koffer

Sonntag. Überall Koffer. Sie stehen in langen Reihen, der ganze Bahnsteig ist voll davon. Viele sehen aus wie mein Koffer. Wie mein verlorener Koffer. Rot mit schwarzem Griff und schwarzen Ecken. Ich dachte, es sei ein außergewöhnlicher Koffer. Hier werde ich eines Besseren belehrt, alle Welt scheint genau meinen Koffer zu besitzen. Bei genauerem Hinsehen ist es aber nie mein Koffer, denn an meinem Koffer habe ich ein Bändchen befestigt, und das hat keiner. Jedesmal, wenn ich nach meinem vermeintlichen Koffer greife, sehe ich, dass es doch ein anderer ist. Ich bitte PM um Mithilfe, auch er soll Ausschau halten.

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Bücher und Besuche

Samstag. Schönen Nachmittag mit Rolo verbracht. Er kam mit einem Arm voller Bücher, jedes ein Juwel. So viele Kontakte, wie ich hier in einer Woche habe, habe ich in Tü nicht in einem Monat. Ich genieße das gesellige Leben, lasse mich treiben, arbeite dafür nachts bis in den frühen Morgen hinein.

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Buchempfehlung: Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art

Mittwoch. So kann Kindheit in Deutschland sein. So ist Kindheit in Deutschland wahrscheinlich ziemlich oft. Amtsdeutsch: Prekariat. Literarisch: Armut, Mülldeponien, gewalttätige Väter, kranke Mütter. Nach Liebe suchende Jugendliche, früh desillusioniert, und dennoch wollen sich ihre Träume behaupten, romantisch und süß, Rosenblätter statt Bierpulle. Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art von Matthias Gruber bringt es auf den Punkt. Das Happy End bleibt aus.

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Mein kleiner Bruder und Professor Mojib Latif

Sonntag, Kiel. Ich öffne das Fenster einen Spalt breit und höre Möwen schreien und Spatzen zwitschern. Ich bin in Kiel bei meinem Bruder. Mein kleiner Bruder und meine große Schwester. Geblieben ist mir mein kleiner Bruder. Wir reden viel miteinander. Wir sind sehr unterschiedlich. Manchmal hapert es noch mit der Akzeptanz, doch wir lernen beständig dazu. Weil wir uns wichtig sind. Ich bewundere das perfekte Haus. Die perfekte Sauna mit LED-Lämpchen und -Strahlern an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Ich bewundere die goldene Designerlampe und den Riemenboden aus Eiche. Den Fernseher mit dem perfekten Sound, geboostert von einem perfekten Lautsprecher.

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„Taurus für die Ukraine – Zusammen bis zum Sieg“

… wenn allerdings Navalnys Tod jetzt als Argument für Flak-Zimmermann herhalten muss, Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern, dann ist das einfach nur geschmacklos. Einen logischen Zusammenhang gibt es nicht, Hauptsache WAFFENNNNNN! Mehr hat die Dame nicht im Hirn. Die Oberkriegstreiberin der Nation zeigt sich heute auf Twitter beim Posen mit einer ukrainischen Abgeordneten in superpeinlichem, gelb-blauen T-Shirt: Auf ihrer Kriegerbrust ein Taurusbulle. Ein Sprüchlein darf natürlich auch nicht fehlen, wie das bei Sprüche-Shirts so üblich ist: „Taurus für die Ukraine – Zusammen bis zum Sieg“ Genau mein Humor. Für den Rücken schlage ich vor: „Wollt ihr den totalen Krieg?“

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Nawalny ist tot …

… kaltschnäuzig vor den Augen der ganzen Welt ermordet. Diese Hemmungslosigkeit ist wirklich erschreckend: Es scheint egal zu sein, ob die Öffentlichkeit es weiß oder nicht. Wahrscheinlich soll sie es sogar wissen, so in dem Sinne: Seht her, so geht es allen politischen Gegnern, die es mit uns aufnehmen wollen Warum ist Nawalny Anfang 2021 freiwillig nach Russland zurückgekehrt? Nachdem er nur knapp einen Giftgasanschlag überlebt hatte, weshalb er zur ärztlichen Notversorgung nach Deutschland ausgeflogen worden war? Hielt er sich für unantastbar? Die Erfahrung des Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok schließt diese Vermutung eher aus. Oder wollte er ein Zeichen

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Happy

Freitag, Tübingen. Ein Geburtstag, wie er mir gefällt: mit lieben Menschen. PM lernt meine Schreibgruppe kennen. Meine Schreibgruppe überrascht mich mit süßen Ideen und süßen Geschenken. PMs Strauß so groß, dass ich keine Vase finde. PM schenkt mir Regale für mein Arbeitszimmer in Eisenach und baut sie für mich ein. Damit hat er letzte Woche schon angefangen, zum Glück ist er in handwerklichen Dingen supergeschickt. Mein lieber T. kommt vorbei, und morgen kommen Lieblingskolleg*innen vom alten „Amt“. Glückwünsche auch vom neuen „Amt“ in E., über die ich mich genauso freue. Zu viel Kuchen bestellt und zu viel eingekauft. Wie immer

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Lasst es bleiben!

Dienstag. Maischberger & Co, die Presse, unsere Spitzenpolitiker*innen – sie allesamt können es offenbar kaum abwarten, endlich Krieg zu machen. „Den Krieg nach Russland tragen …“ ist das neueste verschwiemelte Narrativ von Oberkriegstreiber Roderich Kiesewetter! Yeah!, gegen die Russen! Was vor 80 Jahren nicht geklappt hat, soll jetzt endlich hinhauen? Die Bitte der unwissenden, aber interessierten Bürgerin: Lasst es bleiben, Putin-Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen, nur um Stimmung zu machen, lasst es bleiben, euch an der Kriegshetze zu beteiligen, arbeitet journalistisch sauber, stellt die Sache dar und nicht eure Meinung. Ist Aufrüstung der neue Pazifismus? Ihr seid an vorderster

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