Vorfreude

Mittwoch. 72 Päckchen sind gepackt und die drei Adventskalender auf den Weg gebracht, aber zum ersten Mal bin ich dabei, wenn PM sich morgens ans Auspacken macht. Das ist so warmumsHerz, wenn ein erwachsener Mann sich freut wie ein Schneekönig, und bei meinem lieben T. ist es genauso. Bei den Kölnern stelle ich es mir nur vor: ihre gute Laune beim Anblick der vielen kleinen Geschenke. Weihnachten sind wir, so zumindest die Planung, alle beisammen in Tübingen. Das ist das Glück, und die Vorfreude ist auch Glück. PM hat für unseren Balkon einen Herrnhuter Stern zusammengebaut, das ist wie höhere

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Rüstungswahnsinn Kriegswahnsinn

Mittwoch. Wie viele ukrainische und russische Soldaten müssen noch sterben? Warum stehen, wenn es um die „plötzlich fehlenden“ 60 Mrd. im Staatshaushalt geht, nie die deutschen Wahnsinns-Waffensubventionen für die Ukraine zur Diskussion? 17 Mrd. waren es 2023. Für 2024 hat Außenministerin Baerbock schon eine Verdoppelung angekündigt. Heißt:  34 Mrd. für militärische Ukrainehilfe versus 6 Mrd. für Familien. Vom maroden Bildungs- und Gesundheitswesen ganz zu schweigen … Wieviel Unwahrheit/Halbwahrheit uns über den Ukraine-Krieg erzählt wird, kann man hier nachlesen. Ich mag’s gar nicht wiedergeben, es ist zu schrecklich. Eine kriegsbesoffene Politliga lässt mich die Hoffnung auf einen Konfliktausgleich langsam verlieren. Ist

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Happy – Eisenach ist anders

Montag. Eisenach im Winter ist wie ein Spaziergang durch meinen alten Kinder-Adventskalender. Ist das Leben hier sowieso schon irgendwie runtergefahrener, dann wird es unter der Puderzuckerdecke geradezu beschaulich. Alle reden vom Weihnachtsmarkt, ob man auch schon …, und hast du das gesehen …? Der Weihnachtsmarkt findet ganz traditionell auf dem Marktplatz statt. Schon in der Woche des Aufbaus weht eine Aufgeregtheit durchs Städtchen wie vor einem nationalen Großereignis. Und tatsächlich ist dieser Weihnachtsmarkt irgendwie anders. Seit Tagen macht das schneeweiße Riesenrad der Georgenkirche Konkurrenz. Heute geht es endlich los, mit seiner Lightshow leuchtet das Rad bunt und fröhlich über die

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Fucking teure Doppelmoral

“Es ist schockierend zu sehen, dass sich viele EU-Länder von russischem Gas via Pipelines unabhängig gemacht haben, nur um es dann durch kostspieliges Flüssiggas / LNG per Tankschiff zu ersetzen” – und das kommt wiederum aus Russland! So der Global-Witness Experte Jonathan Noronah-Gant in Financial Times. Nicht minder schockierend, dass auch das Öl, welches auf dem teuren Umweg über Indien und die Türkei nach Deutschland gelangt, russisches Öl ist. Öl direkt aus Russland zu beziehen, verbieten die EU-Sanktionen. Indien ist der lachende Dritte: Es importiert das russische Rohöl und raffiniert es für den europäischen Markt. Seit 2023 hat Indien Russland als

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Die Unfähigkeit mitzuleiden

Montag, Eisenach. Dass Greta Thunberg die Hamas verbal unterstützt, ist schlimm genug. Dass sie die Hamas-Gräuel vom 7. Oktober mit keinem Wort erwähnt, dafür aber rechtsextreme Verschwörungsmythen kolportiert und das Wording von BDI-Frau Naomi Klein von palästinensischen „Märtyrern“ nachschwätzt, ist einfach nur erschreckend. Denn Thunberg hat Einfluss. Jetzt rätseln alle möglichen Interpreten über alle möglichen Ursachen für ihr so radikales wie unhistorisches Weltbild. W. vermutet dahinter ihre Autismusdiagnose, sie mache Thunberg unfähig zu Mitleid mit den jüdischen Opfern des Überfalls (des Holocausts?). Da fällt mir ein: Die Unfähigkeit zu Trauern, dieses philosophische Weltklassewerk des Ehepaares  Alexander und Margarete Mitscherlich, habe ich

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Tempo und Esprit

Sonntag, Tübingen. Für ein paar Tage in der alten Heimat und nur schönste Dinge auf der Agenda. Donnerstag: Besuch im „Amt“ – oh, wie köstlich, morgens einzulaufen wie schon hunderttausend Mal zuvor und mit dem Laden nichts mehr am Hut zu haben. Nur Wiedersehensfreude, Sich-Feiern-Lassen, tolle Gespräche (miss you!). Und wie ich an meinem alten Platz sitze, werde ich von manchen so nebenbei begrüßt, als merkten sie gar nicht, dass ich nur auf Besuch bin. Beim Treffen mit MR merke ich aber, wie schmerzlich ich das schnelle Ping-Pong zwischen uns vermisse, wo ein Satz den anderen gibt und wir uns

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Frontbericht

Freitag, Eisenach. W. ist für ein paar Tage zu Besuch, Lieblings-Ex-Kollegin Mecki mit Sohn kommt zufällig auch dazu – kuschliges Tübinger Treffen an unserem langen Esstisch in Eisenach. Mein neuer Job verfolgt mich bis in den Schlaf. Während die intellektuelle Herausforderung gegen Null tendiert, geht ein Großteil der Energie für Disziplinierungsmaßnahmen drauf. Was mir jedoch tausend Mal mehr nachgeht, sind die harten Schicksale, die manchen Kindern aufgebürdet werden. Dass sie so wenig lernen, liegt nicht daran, dass sie weniger intelligent sind (eine Zuschreibung, die ich sowieso ablehne), sondern ihre Köpfe sind einfach randvoll. Randvoll mit Problemen, die sie in jungen

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Enthaltung

Dienstag, Eisenach. Die von der UN-Vollversammlung verabschiedete Resolution für eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen (von Jordanien eingebracht und formuliert) ist nichts anderes als ein Votum gegen Israels Recht auf Selbstverteidigung. Und Deutschland bzw. Baerbock fällt nichts Besseres ein als sich der Stimme zu enthalten. Formulierungskrampf, fruchtlose Diskussionen, Beleidigtsein statt ein mutiges Nein – das sind wir. Peinlich. Schäbig. Cringe. Ein Schlag ins Gesicht für Israel und auch für die Angehörigen Hunderter verschleppter und ermordeter Geiseln. Auch deutscher Geiseln wie die Studentin Shani Louk, die, wie erst gestern bekannt wurde, dem Tod durch Enthauptung erlegen ist. Einen Gewaltexzess rasend gewordener Tiere

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Heimatbesuch

Dienstag, im Zug von Werne/Hamm nach Eisenach. Bummeln, essen gehen, Spiele machen, quatschen: Mit meiner lieben L., dem Lchen und dem Tchen verbringe ich das WE in Werne im Ickhorn. (Werne ohne Mama ist komisch und ich bin froh, dass ich nicht allein bin und wir den Ort gemeinsam mit neuem Sinn füllen können.) Samstag Abend fährt uns meine alte Schulfreundin I. zum Bahnhof – sogar Kindersitze hat sie irgendwo aufgetrieben – und wir fahren zusammen nach Köln weiter, wo das Lchen am nächsten Tag ein Handballturnier hat. Übernachtung in L’s WG, diesmal unkompliziert. Netten, neuen Mitbewohner kennengelernt. Sonntag: Das

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