„Ukraine-Müdigkeit“ …

… attestiert die ehemalige Nato-Strategin Dr. Stefanie Babst dem Westen angesichts der Lage in Nahost und der Ukraine (im Pioneer-Podcast mit Chelsea Spieker) Wie lange und wie umfangreich kann / will der Westen seine Unterstützung noch aufrechterhalten? Dr. Babst’s Antwort: „Ich habe eigentlich auf den Moment gewartet, wo der westliche Unterstützungsmotor irgendwann anfängt zu stottern. Und ich fürchte, wir haben diesen Punkt nun fast erreicht. … Es gibt in vielen Unterstützer-Staaten eine deutliche Ukraine-Müdigkeit. Es gibt im US-Kongress immer mehr Stimmen, die eigentlich sogar die gesamte militärische Unterstützung für die Ukraine aufheben wollen. Dazu kommt jetzt noch ein zweiter großer

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Keine Meinung

Der deutsche Judenhass (Antisemitismus klingt mir im aktuellen Kontext zu verquirlt rhetorisch) ist auf dem Vormarsch. Nicht nur auf den Straßen in Gestalt arabischer Migrant*innen, sondern auch in den Medien. Jetzt hat er es sogar auf die Buchmesse geschafft: Ein slowenischer Philosoph namens Slavoy Zizek verteidigt in eine Rede die Palästinenser und sorgt für Tumult. Ich verabschiede mich von allen Relativierern, deren klammheimliche Freude so offensichtlich hinter ihren Worten aufblitzt. Judenhass ist keine Meinung, sondern ein Emotion. Eine, die seltsamerweise bei vielen als progressiv gilt. Und deshalb seiner kritischen Überprüfung entkommt. Ohne mich! Adieu!

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33 Kleingeister

Mittwoch, Eisenach. Eine Woche vor Beginn des Literarischen Herbstes in Leipzig haben 33 kleingeistige Autor*innen und Künstler*innen die ABSAGE einer Veranstaltung mit Alice Schwarzer gefordert. Sie unterstellen Schwarzer transfeindliche, rassistische, mysogyne Absichten. Wie wackelig muss das Standing dieser 33 sein, dass sie andere Meinungen zu hören nicht ertragen! Was genau da anders ist, würde mich übrigens mal interessieren. Schwarzer prangert das neue Gesetz an, nach dem Jugendliche ab 14 Jahren OHNE Einwilligung der Eltern ihr Geschlecht ändern dürfen. Die Gender-Industrie, konkret: die auf entsprechende Operationen spezialisierten Kliniken und die Pharma-Industrie, reiben sich schon die Hände. Eine operative Geschlechtsumwandlung bedeutet nämlich

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Rechter Treibsand

Freitag, Kiel. Mich selbst positioniere ich als linke Feministin, Demokratin, Antifaschistin. Aufgrund meiner politischen Sozialisation bin ich daran gewöhnt, zu diskutieren, Kontroverses auszutauschen, gegebenenfalls zu verwerfen oder zu übernehmen, aufzuklären und sich aufklären zu lassen. Heute treiben Menschen, Medien, Politiker*innen alles nach rechts, was nicht bei drei auf den Bäumen sitzt. Jeder wird als Nazi geframt, der eine von elitären Denkfabriken vorgegebene Politik nicht mittragen mag. Die Grünen mit ihrer 180-Grad-Wende in Sachen Pazifismus zum Bellizismus sind das verblüffendste Beispiel. Ihre krude Masche macht vor unser aller Augen eine Minderheit (AfD) zur Mehrheit, und das Ende mag ich mir nicht

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Träume sind keine Schäume (Vorwort Kap 1)

Donnerstag, Kiel. Als ich im Sommer 2023 nach Eisenach umzog, konnte ich mir meinen neuen Arbeitsplatz aussuchen, so viele freie Stellen gab es auf einmal. Schon seit langem träumte ich davon, aus dem idyllischen Tübingen wegzugehen und einen beruflichen Neuanfang zu wagen, der mir vor allem mehr Zeit zum Schreiben einräumen würde. Jeder, der mit dem Spagat zwischen Kunst und Brotberuf lebt, kennt das Problem: die Balance zu halten zwischen Geldverdienen und Selbstverwirklichung in einer Tätigkeit, die der Leidenschaft den ersten Platz einräumt. Die Ahrtalflut hatte unseren Plan, in Ahrweiler zusammenzuziehen, mit einem Schlag durchkreuzt. „Was hältst du von Eisenach?“

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Zweite Heimat

Mittwoch, Kiel. Meine zweite Ferienwoche verbringe ich in Kiel – das erste Mal seit Jeromes Tod. Im  Vorfeld große Befürchtungen, wie es ohne ihn sein wird … es ist anders. Es ist trotzdem total vertraut. Ich war so oft hier, oft richtig lange. Unsere Dreier-WG ist jetzt eine Zweier-WG: Beret und ich. Wir quatschen viel, ich arbeite oben in meinem Zimmer wie gehabt, nur ist es jetzt ein anderes Zimmer. Ich kenne mich in der Küche aus, in den Straßen, in den Läden, wo wir zusammen einkaufen. Gestern Abend: Fein essen im Längengrad. Schöner, gemütlicher Warmumsherzabend. Bei Lillet Wild Berry

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Süßis von Terroristen

Montag, Kiel. Hamas-Überfall auf Israel: 1200 Tote, grausamste Massaker und Entführungen von blindlings rausgegriffenen Passanten, Kibbuzbewohnern, Säuglingen, Alten …, mit denen die Hamas Israel nun zu erpressen versucht. „Seit dem Holocaust haben wir nicht mehr erlebt, wie jüdische Frauen und Kinder, Großeltern – sogar Holocaust-Überlebende – in Lastwagen gepfercht und in die Gefangenschaft gebracht wurden. Wir werden mit voller Kraft und unerschütterlichem Engagement handeln, um diese Bedrohung für unser Volk zu beseitigen.“ sagt der israelische Rechtsanwalt und Politiker / Staatspräsident Jitzchak Herzog Währenddessen feiern pro-palästinensische Horden auf den Straßen deutscher Hauptstädte den terroristischen Angriff als Sieg. Auf der Berliner Sonnenallee

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Ferien in der Heimat

Donnerstag, Tübingen. Meine Schreibgruppe, für die ich (na ja, nicht nur für sie) ein Mal im Monat nach Tübingen komme, besteht aus enorm motivierten, für meine Tipps und Tricks höchst aufgeschlossenen, erstaunlich kooperativen Persönlichkeiten. Von Mal zu Mal werden sie besser. Mit Feuer machen sie ihre Hausaufgaben, sie sind heiß auf Textarbeit , sind nicht nur auf Lob aus, sondern fordern konstruktive Kritik ein. Heute Großeinsatz des mobilen PC-Helfers: vier Stunden sitzt er an meinen beiden neuen Laptops, einer für Tübingen, einer für Eisenach. Und mein schönes, sauer verdientes Geld fließt dahin. Ohne seine Unterstützung bin ich aufgeschmissen. Seine Kunden:

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Familie ist schön

Dienstag, Tübingen. Eis essen im San Marco mit T. und E. und Baby Z. Leider kommunizieren T. und E. ausschließlich auf Englisch, Baby Z. wächst dreisprachig auf. In welcher Sprache wird es einmal beheimatet sein? T. und E. sind die besten Eltern der Welt. Geduldig, lustig, gewissenhaft. Deshalb ist Z. so ein ausgeglichenes und peacefulles kleines Wesen. Sie sieht mich lange und nachdenklich an. Sie hat mich über einen Monat nicht gesehen, und trotzdem erinnert sie sich an mich und lächelt milde.

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Peinvoll

… Am nächsten Tag, Mittwoch, kein Unterricht. Dafür Einsatz beim Schul-Sporttag. Bin ich im falschen Film, oder wie? Meine Haupttätigkeit besteht im Einfangen von zwei immer wieder abhauenden Mädchen, die, in Kopftücher und bodenlange Gewänder gehüllt, keinerlei Interesse an Weitsprung und Kugelstoßen haben. Nach einigem guten Zureden bringen sie es hinter sich: Die eine springt 90, die andere 85 cm weit. Die Kugel – ich glaube, sie haben im ganzen Leben noch nie eine in der Hand gehalten – werfen sie sagenhafte 40 cm von sich. Ungerührt messen, verkünden, notieren die Helfer ihre kümmerlichen Werte. Absurdistan hoch zehn. Die Mädchen halten

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